Keine Notfallpläne in der Schublade

Nach der Absage an den Feneberg-Neubau im Dorfpark (hier ein Foto vom aktuellen Standort) fragen sich viele: Wie geht es jetzt weiter in Altusried? Foto: Stodal

Nach monatelangem Streit zwischen Gemeinde und Bürgerinitiative, ob auf dem Gelände des Dorfparks ein Lebensmittelmarkt errichtet werden soll oder nicht, hatten am vergangenen Sonntag in Altusried die Bürger das letzte Wort: In einem Bürgerentscheid haben sie sich mit knapper Mehrheit gegen das von der Gemeinde forcierte Projekt ausgesprochen. Wie es jetzt mit der Innerortsentwicklung weitergehen soll, darüber herrscht bei den Verantwortlichen in den Tagen nach dem Bürgerentscheid zunächst Ratlosigkeit.

Gut zehn Jahre hat sich die Gemeinde Altusried und mit ihr das Bürgerteam und der Gemeindeentwicklungsverein (GEVA) mit der Frage nach einem geeigneten Standort für einen erweiterten Feneberg-Markt befasst (der jetzige Standort ist laut Angaben der Firma Feneberg mittelfristig nicht mehr zu halten, da zu klein, nicht erweiterbar und ungünstig geschnitten), Flächen geprüft und Studien in Auftrag gegeben. Doch der von den politisch Verantwortlichen für ideal befundenen Bauplatz im Park hinter dem Altusrieder Rathaus wurde jetzt von den Bürgern abgelehnt – wenn auch nur mit knapper Mehrheit von 37 Stimmen. Wie geht es nun weiter, nachdem dieser Plan zu den Akten gelegt werden muss? Bürgermeister Heribert Kammel, der sich von dem ablehnenden Votum überrascht und enttäuscht zeigte, glaubt, dass nun zunächst „eine Zeit lang Stillstand einkehren“ wird. Welche Alternativen es gibt, werde sich in den nächsten Wochen und Monaten herausstellen. „Ein Plan B muss her“, so der Rathauschef im Gespräch mit dem KREISBOTEN. „Den haben wir aber natürlich nicht in der Tasche. Ich bin gespannt, ob die Bürgerinitiative einen in der Tasche hat.“ Auch Roland Wintergerst, der 1. Vorsitzende des GEVA, welcher in den letzten Wochen auch in Verbindung mit der neu gegründeten Initiative „Mitten in Altusried“ äußerst rührig war und für den Bau des Marktes gekämpft hat, räumt eine gewisse Ratlosigkeit ein. „In der nächsten Zeit wird sicher zunächst ein Vakuum da sein. Wir müssen das erst einmal sacken lassen“, sagt er. Trotzdem seien GEVA und „Mitten in Altusried” auch weiterhin bestrebt, das Thema Innerortsentwicklung aktiv mitzugestalten. „Es kommt jetzt auch darauf an, wie die Firma Feneberg auf die neue Entwicklung reagiert.“ Dann sei neben Bürgermeister und Gemeinderat auch die Bürgerinitiative Rathaus-Ortsentwicklung Altusried (BI), die den Bürgerentscheid auf den Weg gebracht hatte, in der Pflicht zur konstruktiven Mitarbeit. Ein Appell, den deren 1. Vorsitzender Adolf Birker gerne aufgreift. In den Reihen der BI sei durchaus die Bereitschaft da, sich künftig in der Kommunalpolitik zu engagieren. Außerdem, betont er, habe man in der Vergangenheit durchaus immer wieder konkrete schriftliche Vorschläge eingebracht, so zum Beispiel über mögliche Standorte für Feneberg, den man ja auf jeden Fall im Ort behalten wolle. Neue Pläne zur Gestaltung des Dorfparks sollen in Kürze eingereicht werden. „Wir haben zudem angeregt, die beiden Gebäude, auf deren Gelände die Zu- und Ausfahrt zum Markt gewesen wäre und die die Gemeinde ja bereits zu Zwecken der Innerortsentwicklung gekauft hat, an private Investoren zu verkaufen, die dort kleinere Läden eröffnen könnten. Denn unserer Meinung nach ist es nicht Aufgabe der Gemeinde, private Geschäfte zu bauen und zu finanzieren“, so Birker. Als dringlichstes Hauptproblem, das mit einer vernünftigen Innerortsentwicklung Hand in Hand geht, sieht er aber das Thema Ortsumgehung. Auch hierfür habe man immer wieder Lösungsmöglichkeiten erarbeitet, die aber leider unbeachtet geblieben seien. Was den eingangs geforderten „Plan B“ angeht, gibt Birker sich lakonisch: „Der Projektant, der den Markt im Park bauen wollte, hat in einer Gemeinderatssitzung gesagt, er habe einen Plan B. Auf den sind wir jetzt alle gespannt.“

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