»Schwarz-Grünes Rumg‘schmuse«

FDP sieht sich am Politischen Aschermittwoch als »Deutschlands einzige Oppositionspartei« 

Ein Screenshot vom Politischen Aschermittwoch 2021 der FDP: Die Karikatur zeigt Markus Söder und Annalena Bärbock in Kostümen des Barock, umgeben von Coronaviren sowie von Armin Laschet, Karl Lauterbach, Robert Habeck und Anton Hofreiter in Faschingskostümen.
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„Gruppenbild mit Dame“ – Seine Exzellenz Kurfürst Markus I. von Bayerisch-Franken mit seiner Auserwählten, Zarin Annalena I. von Preußisch-Brandenburg. Auch beim Politischen Aschermittwoch der FDP-Kempten/Oberallgäu gab es Seitenhiebe auf die Bundespolitik.

Kempten/Oberallgäu – In Corona-Zeiten wird der Mensch erfinderisch. Und wenn es darum geht, den anderen zu „derblecken“, dann allemal. So ließen es sich auch die Freien Liberalen der Kreisverbände Kempten und Oberallgäu nicht nehmen, anlässlich des Politischen Aschermittwochs die Politik der Mitbewerber ordentlich durch den Kakao zu ziehen.

Anlässlich der närrischen Zusammenkunft via Zoom sprachen Christian Lindner (MdB), Stephan Thomae (MdB), Daniel Föst (MdB), der Kemptener Stadtrat Dr. Dominik Spitzer (MdL), Kreisrat Michael Käser und der Kemptener Stadtrat Ullrich Kremser. Eröffnet wurde die närrische Sitzung durch Frank Haring, der für den Abend einen „Wumms aus der Krise“ versprach, obwohl sich die zitierte „Bazooka“ der Bundesregierung als Rohrkrepierer herausgestellt habe.

Im Anschluss sprach der Bundesvorsitzende der FDP Christian Lindner ein Grußwort an die 55 Teilnehmer des Videochats. Lindner konstatierte, dass unter der Groko Grundrechte allmählich zu Privilegien verkämen, die nur dann gewährt würden, wenn sich regierungskonform verhalten wird. Lindner will sich mit seiner Politik für eine schrittweise Öffnung des öffentlichen Lebens starkmachen. „Die 20er Jahre werden auch unter dem Einfluss der Corona-Pandemie zu einem Jahrzehnt der Gestaltung“, so der Parteivorsitzende. Dabei setze er sich für eine Stärkung des Erfolgsmodells „Soziale Marktwirtschaft“ ein.

Nächster Redner war Daniel Föst (MdB), der aus München zugeschaltet war. Föst lobte das Engagement und die Diziplin der Bürger, die maßgeblich dazu beigetragen hätten, dass die Infektionszahlen nun zurückgingen. „Das ist ein Verdienst der Bürger, nicht der Politiker, die weiterhin ein Krisen-Management fahren, das sich in endlosen Corona-Lockdownschleifen erschöpft.“ Er erlebe im Alltag, wie sehr die Menschen mangels Perspektive von der Politik frustriert seien. „Wenn Söder ankündigt, demnächst dürften wohl die Blumenläden öffnen, dann ist das als Ausstiegsszenario einfach nur noch lächerlich“, so der Liberale aus München.

Dabei blieben auch Föst die Avancen des „Kurfürsten Söder“ gegenüber den Grünen nicht verborgen. „Das Rumg‘schmuse unseres Landesfürsten mit den Grünen ist unübersehbar, substantiell wird aber eine Koalition mit den Grünen nichts liefern, denn die Grünen sind eine ‚Null-Emmission‘-Partei“, so Föst.

Mephisto als Kanzlerkandidat?

Als nächster war der Allgäuer FDP-Spitzenkandidat Stephan Thomae an der Reihe. Thomae attestierte den Seinen, „politisch wieder Tritt gefasst zu haben“ und verkündete stolz: „Wir zeigen, wie Opposition geht.“ Thomae möchte mit seiner Arbeit während der Pandemie dazu beitragen, dass die Wirtschaft wieder ins Laufen kommt und dass Deutschland weiterhin ein Rechtsstaat bleibt, in dem Grundrechte gewahrt sind.

Er warf einen Blick auf die politischen Mitbewerber. Die Grünen sind für ihn, wie es einst Franz-Josef Strauss formulierte: „Unreife Tomaten – außen grün, innen rot.“ Eine Zusammenarbeit mit der Partei der „Umweltschützer“ sollten sich die Christsozialen genau überlegen, „trotz Bäume Umarmen“, so Thomae. Forcieren möchte Stephan Thomae auch die Digitalisierung an den bayerischen Schulen. „Wer sagt, die Digitalisierung im Freistaat komme nur im Schneckentempo voran, der beleidigt Schnecken.“ Bei der Auswahl ihres Kanzlerkandidaten setzt Thomae bei den „Christlichen“ eher auf Armin Laschet, denn auf Söder. „Warum sollte die größte deutsche Volkspartei den Kanzlerposten dem Mephisto der Corona-Pandemie überlassen, dem beim Verkünden von Corona-Maßnahmen ein diabolisches Lächeln über die Lippen huscht?“, fragte Thomae.

2020 – Corona und der Holzpenis

Von der Bundespolitik zur Landespolitik: Und hier muss der gesundheitspolitische Sprecher der FDP-Fraktion im Landtag gelobt werden. Dr. Dominik Spitzer überzeugte mit seinem fulminanten Video „Merkeln Sie das?“, das den ruhigen Arzt ebenso als heißblütigen Boxer im Kampf gegen das Killer-Virus wie im Telefonat mit Kanzlerin Merkel zeigt. Es wird wohl auch bald bei YouTube zu sehen sein. Dabei wünscht sich der Mediziner nur drei Dinge zurück: „erstens: Agieren statt Reagieren, zweitens: Testen und Impfen und drittens, „dass die Leichtigkeit in unser Leben zurückkehrt.“ So möchte Spitzer am liebsten gleich ein Treffen mit seinem Parteifreund Ullrich Kremser ausmachen und „analog mit Woizen anstoßen“.

Somit wurde das Wort an den Kemptener FDP-Stadtrat übergeben, der dafür kämpfen möchte, dass trotz Corona-Pandemie und Lockdowns in Dauerschleife, „das Gesicht unserer Innenstadt erkennbar bleibt“. Auf die bisherige einjährige Zusammenarbeit mit anderen Stadtratsfraktionen in der „Allianz“ blickt Kremser mit Genugtuung zurück. „Wir haben auf diese Weise wesentlich mehr Anträge durchbringen können.“

Als letzter Redner schaltete sich der FDP-Kreisvorsitzende aus dem Oberallgäu, Michael Käser zu. Er warf einen Blick auf ein weiteres zentrales Thema der letzten Zeit. Die Rede ist vom unheimlichen Erscheinen des „Holzpenis“ am Grünten. Auch Käser konnte letztlich nicht das Rätsel um die Urheberschaft des „Kunstwerkes“ lüften, verwies aber darauf, dass eine findige Allgäuer Brauerei mit der Kreation ihres neues Bieres „Gipfel-Zipfel“ bereits ihre Ehrerbietung für dieses phallische Kunstwerk zeige. Käser plauderte noch mehr aus dem Nähkästchen und berichtete von dem Gerücht, dass der Filius des Dr. Gerd Müller, Marius Müller, zum neuen Allgäuer Spitzenkandidaten der CSU avancieren könnte, wobei sich Käser verwahrte, hier „Nepotismus“ zu unterstellen. Nebenzu erwähnte Käser, dass „Kreisratsdarsteller“ Peter Rist mit dem BürgerBündnis Oberallgäu gebrochen habe. Die eigene Arbeit mit dem BürgerBündnis laufe seitdem sehr erfolgreich und im gegenseitigen Vertrauen.

Eine (fiktive) Zoom-Videoschalte mit Kanzlerin Merkel, Kurfürst Markus, Alice Weidel, Donald Trump u.v.a.m. bildete den Abschluss des gelungenen ersten digitalen Politischen Aschermittwochs der FDP. Mehr auf YouTube.

Jörg Spielberg

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