Luftrettung ohne Zwischenstopp

Neues vom Zweckverband Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung (ZRF) 

Piktogrammartige Grafik, die einen Rettungshubschrauber mit Rettungswinde zeigt an der ein Mensch nach oben gezogen wird.
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Dank der neuen Rettungswinde kann Christoph 17 seit Kurzem Verunglückte und Hilfsbedürftige ohne Zwischenstopp ins Krankenhaus bringen.
  • VonAntonia Knapp
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Kempten/Allgäu – Bei seiner jüngsten Versammlung informierte sich der Zweckverband Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung (ZRF) über bemerkenswerte Neuanschaffungen und diskutierte die langwierigen Auseinandersetzungen mit den Krankenkassen.

Der in Durach stationierte Rettungshubschrauber Christoph 17 verfügt seit Anfang Mai über eine Rettungswinde. Nach anfänglichen technischen Schwierigkeiten ist die Winde in den letzten Wochen bereits 20-mal zum Einsatz gekommen, und „alle sind sehr zufrieden“, berichtete Daniel Heim, Rettungssanitäter und langjähriges Besatzungsmitglied, dem Zweckverband Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung (ZRF) in seiner Versammlung vergangene Woche. Es handle sich um die schnellste Winde, die derzeit auf dem Markt zu haben sei, mit einer Geschwindigkeit von 1,25 Meter pro Sekunde, die ca. 250 Kilogramm über null Grad nach oben ziehen könne.

Heim, der seit Kurzem ehrenamtlich als Regionalleiter der Bergwacht Allgäu tätig ist, räumte ein, dass die Winde nicht sicherer ist als das Bergetau und zudem deutlich teurer; sie habe aber einen entscheidenden einsatztaktischen Vorteil: Eine Zwischenlandung erübrigt sich. Der Gerettete kann direkt vom Ort seiner Bergung ins Krankenhaus geflogen werden, da Christoph 17 nicht landen muss, um ihn an Bord zu nehmen. Auf die Neuanschaffung haben sich die Mitarbeiter des BRK in den vergangenen zwei Jahren mit umfangreichen Schulungen vorbereitet: Neben einem theoretischen Selbststudium wurden sie in der Simulationsanlage der Bergwacht in Bad Tölz an der Winde ausgebildet und haben die jährliche „Echtübung“ absolviert, die heuer am Grünten stattfand. Nur wer alle drei Qualifikationen vorweisen kann, „darf selbstverantwortlich an der Winde arbeiten“, so Heim.

Wie es in der Sitzung hieß, soll ab 1. Oktober eine Versorgungslücke in Kraftisried geschlossen werden und dort täglich von 8 bis 20 Uhr ein Rettungswagen des BRK-Kreisverbands Ostallgäu bereitstehen.

Neuwahl des Ärztliche Leiters

Im Herbst steht die Neuwahl des Ärztlichen Leiters Rettungsdienst an, der alle fünf Jahre neu bestellt werden muss. Der amtierende Zweckverbandsberater, Dr. Heiko Hübner, hat mitgeteilt, dass er sich auf die öffentliche Ausschreibung hin erneut bewerben werde. Die Verbandsversammlung hat die Geschäftsstelle beauftragt, das Auswahlverfahren in die Wege zu leiten. Außerdem unterstützt der ZRF die Stadt Kempten in ihren Auseinandersetzungen mit den Sozialversicherungsträgern: Da es der Stadt und den Krankenkassen seit 2017 nicht mehr gelungen ist, sich in den Entgeltverhandlungen für die Integrierte Leitstelle Allgäu (ILS) zu einigen, soll nun ein Schiedsstellenverfahren angestrengt werden, wie Rechtsreferent Wolfgang Klaus erläuterte.

Während die Krankenkassen auf einer hälftigen Teilung der Disponenten-Entgelte beharren, dringt die Stadt auf eine 80-prozentige Kostenübernahme durch die Versicherungen. Da inzwischen „ein Defizit im sechsstelligen Bereich aufgelaufen ist“ und „keine Aussicht auf Einigung besteht, ohne dass wir Kernpositionen aufgeben“, plädierte Klaus dafür, in ein Verfahren zu gehen. Die Verbandsversammlung stimmte ihm zu.

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