Hildegardis-Beach

Am Hildegardis-Gymnasium wird der Parkplatz zum Park

Kemptener Oberbürgermeister Thomas Kiechle ist zu Besuch am Hildegardis-Gymnasium und seinem Pop-up-Park
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Platz zum Lernen und Quatschen haben 20 Lehrkräfte des Hildegardis-Gymnasiums geschaffen, indem sie für drei Wochen ihren Parkplatz zur Verfügung stellen. Was noch hinter dem Projekt steckt, darüber hat sich am Dienstag Oberbürgermeister Thomas Kiechle (rechts) informiert. Mit dabei sind Schulreferent Thomas Baier-Regnery (l.), Klimaschutzmanager Thomas Weiß (vorne v.l.), Projektinitiatorin Barbara Orth und Schulleiter Markus Wenninger.
  • VonSusanne Lüderitz
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Kempten – Park statt Parkplatz. So lautet derzeit das Motto am Hildegardis-Gymnasium. Dort, wo sonst Autos stehen, sitzen derzeit die Schüler gemütlich in Liegestühlen oder auf Bierbänken im Grünen.

Für den Sonnenschutz gibt’s Schirme und aufgestellte Paletten sowie große Kübelpflanzen sorgen für hippes Flair. Dabei nutzen die Schüler den Park nicht nur als Treffpunkt in den Pausen und Freistunden. Auch zum Lernen im Klassenverband kommen Gruppen. „Die frische Luft ist toll. Es ist gemütlich und man kann sich gut konzentrieren“, sagen Aleyna Celik und Luana Matera aus der 7. Jahrgangsstufe. Sie haben Nachhilfe im Pop-up-Park, als am Dienstag Oberbürgermeister Thomas Kiechle, Klimaschutzmanager Thomas Weiß und Schulreferent Thomas Baier-Regnery auf einen Kurzbesuch vorbeischauen.

Die Herren von der Stadt lassen sich erklären, was die Vorteile der Aktion sind und wie es dazu kam. Der informierte Leser kann es sich vielleicht schon denken: Auch dieses Projekt hat mit der Klimaschule zu tun und dem Ziel des Gymnasiums, möglichst bald klimaneutral zu werden. Für die dreiwöchige Zeit des Stadtradelns haben 20 Lehrerinnen und Lehrer ihren Parkplatz „gespendet“ und so einen schönen Zusatz-Nutzen der Radlaktion kreiert. Den täglichen Auf- und Abbau von Bänken und Schirmen übernehmen Lehrer aus dem Projektteam „Klimaschule“. Aber auch die Stadt bringt sich ein und stellt die Pflanzkübel. Stadtoberhaupt Kiechle zeigte sich beeindruckt von der Leistung der Lehrer: „Es ist nicht banal, Parkplätze wegzunehmen, wo immer schon welche waren.“

Das Stadtradeln ist überhaupt eine große Sache am Hildegardis-Gymnasium. Viele Schülerinnen und Schüler kommen im 21-tägigen Zeitraum mit dem Rad zur Schule und sparen dadurch CO2. Jeden Mittwoch gibt’s als kleine Belohnung für alle Schulradler einen Bio-Apfel und im Sportunterricht steht Rad-Geschicklichkeitstraining im Parcours auf dem Programm.

Die Idee für den „Pop-up-Park“ hatte Lehrerin Barbara Orth. Sie hatte einen Vortrag von Michael Kopatz zum Thema „Ökoroutine“ gehört. Kopatz ist der Meinung, dass ohne die richtigen von der Politik gesetzten Rahmenbedingungen ökologisches Handeln nur schwer möglich ist. „Wir wissen, dass wir etwas tun müssen, tun aber nichts“, sagte Orth, die einen Anreiz setzen wollte.

Mehr Anreize und bessere Rahmenbedingungen für Radfahrer forderte auch Lehrerin Katharina Jendricke von OB Thomas Kiechle. „Ich komme mit dem Rad aus Durach und werde jeden Tag zweimal überfahren, wenn ich auf mein Vorfahrtsrecht bestehe“, sagte die Englisch- und Sportlehrerin. Strecken wie diese würde sie Schülern nicht empfehlen. Aber im Endeffekt sei es ja Ziel, mehr Menschen fürs Radfahren zu motivieren. Oberbürgermeister Kiechle verwies auf den „langen Prozess“ und sagte, dass sich Veränderungen bereits zeigten. Die Stadt habe jetzt auch ein Lastenrad-Förderprogramm für Privatleute aufgelegt und schaffe bessere Radbedingungen in der ganzen Stadt.

Einig waren sich die Lehrer des Projektteams „Klimaschule“ jedenfalls, dass der Pop-up-Park „allen wirklich gut tut“ und der Platz nach den drei Wochen Schülern wie Lehrern fehlen wird. Vorstellbar war für sie, dass es ein solcher Platz nach dem Bau der neuen Garage fix zur Verfügung stehen könnte. Auch Ladestellen für E-Bikes oder Duschen und Umkleiden für Radler können sie sich vorstellen.

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