„Positive Wirkung muss klar überwiegen“

Bürger nutzen rege die Telefonaktion zur Corona-Schutzimpfung

Eine Ärztin telefoniert
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Muss die Maske noch sein, wenn man geimpft ist? Warum werden Kinder nicht geimpft? Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung beantwortet Fragen zur Corona-Schutzimpfung.

Kempten – Kürzlich beantwortete die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) Fragen zum Thema Corona-Impfung. Hier die häufigsten Fragen und Antworten.

Während der Telefonaktion gab es natürlich auch viele Fragen zu AstraZeneca, zum Beispiel zu möglichen Nebenwirkungen und zu Vorsichtsmaßnahmen nach der Impfung. Denn genau einen Tag vor der Aktion hatte die Bundesregierung die Corona-Schutzimpfungen mit dem Impfstoff von AstraZeneca vorsorglich ausgesetzt. Der Grund: Es gab Meldungen über Thrombosen der Hirnvenen im zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung.

Zum Redaktionsschluss hatte die Europäische Arzneimittelbehörde EMA noch nicht entschieden, ob und wie sich die neuen Erkenntnisse auf die Zulassung des Impfstoffes auswirken.

Für tagesaktuelle Antworten auf alle Fragen zu AstraZeneca wird deshalb auf die Internetseite des Bundesgesundheitsministeriums unter www.bundesgesundheitsministerium.de verwiesen oder an das Beratungstelefon der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) unter der kostenlosen Rufnummer 0800/23 22 783 (Mo.-Do., 10-22 Uhr, Fr.-So., 10-18 Uhr).


Mein Nachbar meint, ich müsse mich impfen lassen, weil ich schon 91 bin. Ist das Pflicht im hohen Alter?

BZgA: Nein, kein Mensch ist verpflichtet, sich impfen zu lassen. Zur Impfung wird aber geraten, da es sich beim Coronavirus um ein neuartiges, ansteckendes Virus handelt, das die teils lebensgefährlich verlaufende Krankheit Covid-19 verursacht. Das Risiko für einen ernsten Krankheitsverlauf steigt mit zunehmendem Alter und bei bestimmten Vorerkrankungen – aber auch jüngere Erwachsene und Personen ohne Vorerkrankungen können schwer erkranken. Einiges ist noch nicht vollständig aufgeklärt, etwa wie die Krankheit optimal behandelt werden und welche Langzeitfolgen sie verursachen kann.

Ich habe jetzt einen Termin für die Impfung, bin aber sehr erkältet. Kann ich den Termin trotzdem wahrnehmen?

BZgA: Wer an einer akuten Krankheit mit Fieber über 38,5°C leidet, soll erst nach Genesung geimpft werden. Doch eine Erkältung oder eine gering erhöhte Temperatur bis 38,5°C sind kein Grund, die Impfung zu verschieben.

Muss die Maske denn unbedingt noch sein, wenn man geimpft ist?

BZgA: Ja, die Mund-Nasen-Bedeckung und alle anderen Schutzmaßnahmen, wie Abstand, Hygiene und Lüftung, sind nach wie vor nötig. Denn Sie selbst sind zwar – je nach Impfstoff – ein bis zwei Wochen nach der zweiten Impfung sehr gut geschützt, aber Sie können möglicherweise noch Überträger des Corona-Virus sein.

Mein Nachbar warnt vor der Impfung. Sie soll Krebs auslösen ...

BZgA: In den Studien zum Impfstoff wurde ein solcher Zusammenhang nicht gefunden. Ein Impfstoff wird nur dann zugelassen, wenn er an ausreichend vielen Personen getestet wurde. Zudem muss seine positive Wirkung gegenüber den aufgetretenen Nebenwirkungen deutlich überwiegen. Auch nach seiner Zulassung wird das Nutzen-Risiko-Profil durch klinische Prüfungen und weitere Studien kontinuierlich überprüft.

Von Kindern ist bei der Impf-Kampagne nie die Rede. Werden sie gar nicht geimpft?

BZgA: Geimpft werden zunächst nur Erwachsene. Die Impfstoffe sind für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren noch nicht genügend auf Wirksamkeit und Sicherheit untersucht worden. Es sind Studien geplant und in kleinem Rahmen wurden diese auch schon begonnen.

Ich bin mit der Corona-Impfung noch nicht an der Reihe, doch ich muss mich ab Ende März einer Chemotherapie unterziehen. Könnte ich deshalb vorgezogen werden?

BZgA: Es ist Aufgabe der Verantwortlichen in den Bundesländern, Einzelfälle, die nicht ausdrücklich im Stufenplan der Ständigen Impfkommission genannt sind, dort angemessen einzuordnen. Dies betrifft auch Menschen, die zu einem späteren Zeitpunkt nicht mehr oder nicht mehr gleich wirksam geimpft werden können, wie zum Beispiel bei unmittelbar bevorstehender Chemotherapie. Sprechen Sie über die Situation mit Ihrem behandelnden Arzt.

Ich bin als Physiotherapeutin oft in einem Pflegeheim tätig. Könnte ich mich früher impfen lassen?

BZgA: Personen, die Pflegeeinrichtungen regelmäßig aus beruflichen Gründen betreten, wurden zur Corona-Impfung in Stufe 1 eingeordnet, da sie als mögliche Infektionsquelle in Betracht kommen. Dazu zählen beispielsweise Fußpfleger, Seelsorger, Friseure und auch Physiotherapeuten.

kb

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