Künstler können sich noch bewerben

Unbürokratische Hilfe: Der Lions-Förderpreis unterstützt in Not geratene Kulturschaffende

Ein geschlossener roter Theatervorhang mit gelben Quasten am Saum.
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Tote Hose auf den Kulturbühnen und Ebbe in den Kassen der Kulturschaffenden. Die Lions helfen.
  • vonChristine Tröger
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Kempten/Landkreis – Erst sei die Idee dagewesen, ohne zu wissen „wie und wer“, sagt Prof. Dr. László Füzesi, Präsident des Lions Clubs (LC) Kempten (Allgäu). Klar sei aber gewesen, dass man soloselbständigen Künstlern aus Kempten und Umgebung, die vorwiegend von ihrer künstlerischen Tätigkeit leben und keine Festanstellung haben, finanziell unter die Arme greifen wolle. Zwar gibt es zur Überbrückung der coronabedingten Einnahmeausfälle Hilfsprogramme von Bund und Freistaat, doch die fallen verhältnismäßig mager aus, wenn die Gelder überhaupt fließen.

Siehe dazu auch Auch für Künstler ist die Pandemie eine Überlebensfrage

Gedacht, getan: Vor kurzem haben die vier Kemptener Lionsclubs (LC Kempten (Allgäu), LC Kempten-Buchenberg, LC Kempten-Cambodunum und LC Kempten-Müßiggengel) sowie der Ladies Circle Kempten den „LC-Förderpreis“ ins Leben gerufen. Durch den Weg über einen „Förderpreis“, der zusammen mit der Dr. Rudolf-Zorn-Stiftung vergeben wird, könne das Geld „steuerfrei und ohne Anrechnung auf die staatlichen Hilfen“ zur Verfügung gestellt werden, freute sich Füzesi im Gespräch mit dem Kreisboten. Über diese von OB Thomas Kiechle angeregte Lösung, gehe das Geld nun 1:1 an die Künstler.

Anders als die 150.000 Euro, die seitens der Stadt als Künstlerhilfe bereitgestellt wurden, soll der „LC-Förderpreis“ zur Deckung der Lebenshaltungskosten beitragen, und nicht zum Erhalt der künstlerischen Tätigkeit als solcher. „Deshalb schließen die Lions hier eine Lücke“, so Füzesi. Den Grundstock für den LC-Förderpreis mit 16.000 Euro haben die Mitglieder der genannten Clubs geleistet. Zwölf KünstlerInnen sind bereits in den Genuss gekommen und haben jeweils 1000 Euro aus dem Topf erhalten. Aber „wir wissen nicht, wie lange Corona noch dauert“, merkt Dr. Joachim Löffeler, Activity-Beauftragter LC Kempten (Allgäu) an, weshalb weitere Spenden gesammelt werden sollen, sowohl bei Unternehmen als auch bei Privatleuten.

Erste Ansprechpartner für die Auswahl der mit dem LC-Förderpreis bedachten KünstlerInnen seien für die Lions Andreas Schütz und Leonie Leuchtenmüller gewesen, die sich daraufhin in ihrem MusikerInnen-Umfeld umgehört hätten. Das Kulturamt habe dann die Soloselbständigkeit der BewerberInnen bestätigt.

Was laut Füzesi bei den Lions-Mitgliedern besonders gut angekommen sei: Dass die bislang zwölf geförderten KünstlerInnen sich an Weiberfasching mit Darbietungen per Video bei ihnen bedankt haben. Für den abwechslungsreichen Abend sorgten Isabella Dartmann, Magnus Dauner, Anton Dirnberger, Marcel Dorn und Stephan Weh (Pianotainment), Norman B. Graue und Nadine Schneider vom Impro-Theater Die Wendejacken, Rainer Hartmann, Michael Schönmetzer („Rainer von Vielen“), Leonie Leuchtenmüller, Murat Parlak und Andreas Schütz.

„Es können noch Bewerbungen abgegeben werden“, hofft Löffeler, dass „die Hemmschwelle niedriger ist“ als bei der staatlichen Hilfe. Wer sich also noch um den „LC-Förderpreis“ bewerben will, schickt eine kurze Vita, an: lc-foerderpreis@gmx.de Unter der Email können auch nähere Informationen erfragt werden.

Christine Tröger

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