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Parken in Kempten wird teurer 

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Von: Christine Tröger

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Bezahlen am Parkautomaten
Ab dem 1. Januar 2023 wird das Parken in der Kemptener Innenstadt teurer. © Panthermedia/Randolf Berold

Kempten – Parken wird teurer, als Gründe werden u.a. die gestiegenen Energiekosten für Betrieb und Unterhalt angegeben.

Der Stadtrat ist mehrheitlich den Empfehlungen des Ausschusses für Mobilität und Verkehr gefolgt. Parken wird im innerstädtischen Parkraum ab 1. Januar 2023 teurer. Nicht nur die höheren Energiekosten für Betrieb und Unterhalt der dafür erforderlichen städtischen Infrastruktur spricht aus Sicht der beiden Gremien dafür. Es sei auch eine Anpassung an die Parkgebühren anderer Kommunen nötig, wie es hieß.

Parken in Kempten wird teurer: Was heiß das im Einzelnen?

Ullrich Kremser (FDP) störte sich daran, dass die Verleih-E-Mopeds gratis parken dürften und regte darüber hinaus an, P+R-Stellen zu schaffen. Bei den auf vier Standorte verteilten E-Mopeds handelt es sich Baureferent Tim Koemstedt zufolge um ein Pilotprojekt. Es werde nach der Testphase erst ausgewertet, ob sie den Verkehr tatsächlich entlasten. Gegebenenfalls würden danach Parkgebühren erhoben. P+R hielt er für eine „sicherlich gute Idee“, aber die dafür notwendige kurze Taktung des ÖPNV „stellt uns vor größere Aufgaben“. Bei einem früheren Versuch habe das sogar kostenlose Park+Ride-Angebot eingestellt werden müssen, weil es trotz kurzer Bustaktung „nicht genutzt wurde“, erinnerte Dr. Richard Schießl, Referent für Wirtschaft, Kultur und Verwaltung. Michael Hofer (ÖDP) hatte eher ein Problem damit, dass die Scooter in schwarzer Farbe seien und „nachts echt gefährlich“, wenn sie so schlecht sichtbar irgendwo abgestellt würden.

Zusätzliche Belastung 

„40 Prozent Erhöhung ist mir zu viel“, rechnete Walter Freudling (AfD) die seines Erachtens zu hohe zusätzliche Belastung für Bürger vor. Wovon sollten z.B. Halbtagskräfte die hohen Tarife bezahlen?, monierte er, und „schlecht für den Einzelhandel“ sei es ebenfalls. Eine andere Rechnung machte Thomas Hartmann (Grüne) auf: Es sei „möglicherweise nicht sehr viel mehr als ein Inflationsausgleich“, vor allem wenn man berücksichtige, wann die letzte Erhöhung gewesen und wann die nächste zu erwarten sei. Er wünsche sich dadurch einen „Impuls“ dafür, dass mehr Leute statt Auto künftig ÖPNV oder Fahrrad nutzen.

Peter Wagenbrenner (CSU) fragte schnippisch, ob mehr Dauerparkplätze auch gleich wieder drei Stellen mehr bei der Verkehrsüberwachung bedeuteten, was Koemstedt verneinte. Wenn im Gottesackerweg mehr Dauerparkplätze ausgewiesen werden, habe man natürlich die Friedhofsbesucher berücksichtigt, die mit ihren Gestecken etc. auf Parkraum dort angewiesen seien, ging der Baureferent auf eine Anmerkung von Alexander Hold (FW) ein. Es seien klar 40 Prozent, wenn die Gebühr von 50 auf 70 Cent steige, ereiferte sich Ingrid Vornberger (SPD).

Wenn das jemandem, der zum Einkaufen nach Kempten fahre, zu viel sei, „soll er zuhause bleiben“. Autokosten bestünden eben nicht nur aus Versicherung und Steuern. „Autofahren ist teuer und da ist das Parken das geringste Problem“, befand sie. Andernorts würden Arbeitgeber aber oft die Hälfte der Parkgebühren übernehmen. Helmut Berchtold (CSU) betonte, durch Einführung eines ÖPNV-Jobtickets „über eine Million Autofahrten verhindert“ zu haben. Joachim Saukel (FW) sah in Aktionen wie Stadtfest, Weihnachtsmarkt etc. die „viel wichtigeren Maßnahmen“ für den Einzelhandel. Mit dem City-Management sei man da auch recht aktiv dabei.

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