»Meine Superkraft: Vorlesen«

Die KandidatInnen für den 62. Vorlesewettbewerb überzeugen mit Videoaufzeichnungen

Ein Mädchen stellt über einen Bildschirm ein Buch vor.
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Auch per Videoschalte überzeugten die besten Kemptener VorleserInnen.

Kempten – Trotz pandemiebedingter Schulschließungen und Fernunterricht haben auch in dieser Saison wieder sechs Kemptener Schulen beim bundesweiten Vorlesewettbewerb für SechstklässlerInnen mitgemacht.

Die SchülerInnen standen dieses Jahr vor der besonderen Herausforderung, ihren Wettbewerbsbeitrag per Video aufzuzeichnen und einzureichen, statt persönlich vor der Jury vorzulesen.

Um dem Infektionsschutz Genüge zu tun, hatte der Veranstalter, der Börsenverein des Deutschen Buchhandels, auch die Aufgabenstellung verändert. Wie immer lasen die Kinder eine Textpassage aus einem von ihnen selbst ausgewählten Roman vor, verzichteten aber darauf, einen unbekannten Text spontan vorzutragen. Die fünfköpfige Jury des Stadtentscheids kürte den besten Vorleser Kemptens heuer alleine in einem Klassenzimmer des Carl-von-Linde-Gymnasiums, um „auch in diesen Zeiten die besonderen Leistungen der Schülerinnen und Schüler nicht nur in den Kernfächern zu würdigen“, wie Schulrat Tobias Schiele, bis vor kurzem Rektor der Suttschule, betonte.

Gemeinsam mit ihm bewerteten auch einige „alte Jury-Hasen“ die Lesungen der Kinder, wie Organisatorin Katrin Baumann, Lehrerin an der Mittelschule bei der Hofmühle, anmerkte. Neben Schiele saßen an den Schülerpulten über ihre Bewertungsbögen gebeugt: Die Leiterin der Stadtbibliothek Andrea Graf, der Leiter des Linde-Gymnasiums Hermann Brücklmayr, der Leiter der Maria-Ward-Realschule Wolfgang Kern und Christoph Schöll, Inhaber der Erlebnisbuchhandlung Didactus.

Trotz der bedrückenden Situation, in die der Lockdown viele Einzelhändler gebracht hat, stiftete Schöll auch dieses Mal wieder Buchgeschenke und Gutscheine für alle TeilnehmerInnen und für die Preisträger zudem ein weiteres Buch. Baumann, Schiele und die Rektoren hoffen alle, dass sie die Preise und Anerkennungen bald wenigstens im kleinen, aber „feierlichen Rahmen“ überreichen können, und wollen deshalb mit der Siegerehrung noch ein Weilchen zuwarten.

Mitgemacht haben beim Stadtentscheid für den 62. Vorlesewettbewerb Charlotte Fried vom Linde-Gymnasium, Elisabeth Neher von der Maria-Ward-Realschule, Bruno Neumuth von der Städtischen Realschule, Alisha Panusch von der Mittelschule an der Hofmühle, Luca Schmidt vom Allgäu-Gymnasium und Sabina Tuzlakovic von der Staatlichen Realschule. Während Charlotte mit „Als Hitler das rosa Kaninchen stahl“ aus einem Klassiker der Kinderbuchliteratur vorlas, hatten die anderen KandidatInnen Freundschaftsgeschichten, Abenteuer- oder Fantasyromane ausgesucht.

Alle sechs stellten den Roman ihrer Wahl zunächst vor und lasen dann einen besonders aufregenden oder dramatischen Textauszug vor. Da neben technischen Kriterien, wie einer deutlichen Aussprache oder einem angemessenen Tempo, auch die Interpretation des Textes entscheidend war, legten alle viel Gefühl in ihren Vortrag: stammelten ängstlich, beharrten laut und wütend, gaben sich ratlos, flüsterten und gestikulierten – je nachdem, welche Stimmung sie erzeugen wollten und welche Auseinandersetzungen die Romanfiguren zu bestehen hatten.

Die Entscheidung der Jury fiel denn auch „echt knapp“ aus, wie Baumann zusammenfasste. Stadtsiegerin wurde Charlotte Fried, die Kempten in der nächsten Runde des Vorlesewettbewerbs auf Kreisebene vertreten wird. Gelingt es ihr, weiterhin zu überzeugen, könnte sie bis zum Frühsommer unter dem Motto „Meine Superkraft: Vorlesen“ auch am Bezirks-, am Landesentscheid und am Finale teilnehmen. Den Sonderpreis für die beste Vorleserin unter den Kemptener MittelschülerInnen hat Alisha Panusch gewonnen.

Antonia Knapp

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