Planungsentwurf wird der gesamten Bevölkerung vorgestellt

Dietmannsried bekommt eine neue Ortsmitte

Im linken Teil des Dietmannsrieder Pfarrgartens soll das neue Pfarr- und Bürgerzentrum entstehen (hier der Blick von der Ortsdurchgangsstraße aus).
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Im linken Teil des Dietmannsrieder Pfarrgartens soll das neue Pfarr- und Bürgerzentrum entstehen (hier der Blick von der Ortsdurchgangsstraße aus).

Dietmannsried – Dietmannsried bekommt eine neue Ortsmitte. Der jetzige, sanierungsbedürftige Pfarrsaal soll abgerissen werden.

Auf dem somit frei gewordenen Areal zwischen Kirche, Bäckerei, Pfarrhof und Rathaus entsteht ein zentraler Dorfplatz mit hoher Aufenthaltsqualität, der die umliegenden denkmalgeschützten Gebäude in den Vordergrund rückt. Das neue Pfarr- und Bürgerzentrum wird weiter östlich, neben dem Gasthof Bären gebaut. Die gesamte Umgestaltung wird möglich, da die Grundstücke in kirchlicher und gemeindlicher Hand sind. Da aufgrund der Corona-Pandemie bis auf Weiteres keine Bürgerversammlungen möglich sind, lässt die Marktgemeinde Dietmannsried gemeinsam mit der katholischen Kirchenstiftung St. Blasius Dietmannsried zurzeit allen Haushalten ein gedrucktes Infoheft zukommen. Darin werden die Pläne vorgestellt und die Bevölkerung zu Rückmeldungen und Vorschlägen ermuntert.

Die Planung zur Ortskernsanierung, die 2015 ihren Anfang nahm, erfolgte in enger Abstimmung zwischen den Vertretern der Marktgemeinde, der katholischen Pfarrkirchenstiftung St. Blasius, der Bischöflichen Finanzkammer und der Regierung von Schwaben als Zuschussgeber.

2019 wurde ein Architektenwettbewerb gestartet. Der Siegerentwurf des Architekturbüros Wilhelm und Wilhelm Müller Landschaftsarchitekt soll nun weiterverfolgt werden. Jener sieht vor, das alte Pfarrsaal-Gebäude, das von der Kolpingfamilie, der Katholischen Landjugend, der Jugendleiterrunde und den Ministranten genutzt wird, abzureißen.

Das neue Pfarr- und Bürgerzentrum soll zwischen Gasthof Bären und Pfarrhaus auf einem Teil des Pfarrgartens entstehen. Der barrierefreie, optisch zurückhaltende Neubau solle zukunftsorientiert gebaut werden und vielfältige künftige Nutzungen ermöglichen, so Bürgermeister Werner Endres. Das untere Stockwerk der insgesamt drei Ebenen wird von der Heisinger Straße aus zugänglich sein und einen Jugendraum mit Teeküche, ein Sitzungszimmer sowie Lager und Sanitärräume beinhalten.

Als Nutzungsmöglichkeiten sind Proben, Vereinszusammenkünfte u.Ä. angedacht. Das mittlere Stockwerk mit großem Foyer kann aus Richtung Friedhof/Pfarrhaus/Dorfplatz ebenerdig betreten werden. Hier wird der große Pfarr- und Bürgersaal mit 105 Quadratmetern Fläche zur vielseitigen Nutzung sowie eine Garderobe, Küche und öffentliche WC-Anlagen entstehen. Im Obergeschoss unter dem voraussichtlich begrünten Pultdach wird ein Trauzimmer angesiedelt.

Die Detailplanung zum neuen Dorfplatz und dem neuen Pfarr- und Bürgerzentrum.

Freier Blick auf die schönen Gebäude

Der Wegfall des alten Pfarrsaales eröffnet einen völlig neuen, freien Blick zwischen Pfarrkirche, Pfarrhof und Rathaus. An dieser zentralen Stelle soll der neue, mit Begrünung aufgelockerte Dorfplatz entstehen (auf dem dann beispielsweise auch der Maibaum aufgestellt werden wird). Er wird, genau wie der Südeingang des Rathauses und der Pfarrhof von allen Richtungen barrierefrei erreichbar sein. Daneben wird ein kleiner Vorplatz für den Pfarrhof und den Pfarr- und Bürgersaal liegen.

Im Zuge der Maßnahmen wird auch der Haupteingang der Kirche neu gestaltet. Er erhält durch das Zurücksetzen eines kleinen Teils der Friedhofsmauer einen eigenen kleinen Vorplatz, auf dem das Zusammenstehen vor oder nach Gottesdiensten möglich wird. Auch die Parkplatzsituation wurde bedacht. Für die Nutzer des Untergeschosses bietet sich der in unmittelbarer Nähe gelegene, große Feuerwehrparkplatz am Carry-Le-Rouet-Platz an. Zudem sollen entlang des neuen Dorfplatzes, gegenüber dem Haupteingang der Kirche sowie im südöstlichen Bereich des Rathauses Parkmöglichkeiten entstehen.

Zusätzlich zu dem gedruckten Infoheft, das allen Haushalten zugegangen ist, können sich die Bürger auf der Website der Gemeinde genauer über das Großprojekt informieren. In zwei Videos erläutert Bürgermeister Werner Endres die Hintergründe und stellt den aktuellen Planungsentwurf detailliert vor.

Bürgermeister erklärt die Pläne online

Ideen und Anregungen aus der Bevölkerung seien ausdrücklich willkommen, so der Rathauschef. Aktuell stehe man erst am Anfang der weiteren intensiven Planungen. In der Gestaltung der neuen Ortsmitte stecke bedeutendes Potential für eine nachhaltige Ortsentwicklung. Werner Endres: „Ich bin mir sicher, dass wir eine gute Stube bekommen.“ Die Marktgemeinde rechnet mit Zuschüssen seitens des Freistaats Bayern von bis zu 80 Prozent.

Sabine Stodal

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