»Impfstoff ist der Flaschenhals«

Dr. Dominik Spitzer lädt zur gesundheitspolitischen Bürgersprechstunde

Dr. Dominik Spitzer, gesundheitspolitscher Sprecher der FDP-Fraktion im bayerischen Landtag, lächelt in die Kamera
+
Zum Impfstart in Bayern lud der gesundheitspolitsche Sprecher der FDP-Fraktion im bayerischen Landtag Dr. Dominik Spitzer ein. Neben allgemeinen Informationen äußerte sich Spitzer auch zu Pannen beim Impfstart.

Bayern – Diesmal war es mehr der Mediziner, der aus dem FDP-gesundheitspolitischen Sprecher (MdL) und Stadtrat Dr. Dominik Spitzer sprach, als der Politiker. Es ging um die Corona-Impfung.

Unlängst lud Dr. Dominik Spitzer Interessierte zu einer gesundheitspolitischen Bürgersprechstunde ein, organisiert als Online-Videochat. Das Interesse war rege und viele Fragen wurden an den Gesundheits- und Coronaexperten der FDP gestellt.

Spitzer, der selbst PCR-Tests in seiner Hausarztpraxis vornimmt, sprach zuerst allgemein über verschiedene Impfstoffe. Unterschieden wird in Aktive Impfstoffe (Totimpfstoffe gegen Influenza, Keuchhusten und Kinderlähmung;

Lebendimpfstoffe gegen Masern, Mumps etc.), passive Impfstoffe (u.a. gegen Tollwutinfektion), Vektorimpfstoffe und mRNA-Impfstoffe (messenger Ribonucleic Acid), wie sie zur Bekämpfung des Corona-Virus eingesetzt werden. Verkürzt dargestellt werden bei letzterem Verfahren die Körperzellen dazu angeregt das sogenannte Spike-Protein (Stachel auf der Oberfläche des Virus) selbst zu produzieren, um eine Immunreaktion hervorzurufen.

Laut Spitzer sollen bis März zwölf Millionen Impfdosen zur Verfügung stehen, damit könnten rund sechs Millionen Menschen geimpft werden. Der Impfstoff wird intramuskulär mittels Spritze verabreicht, beim Wirkstoff Comirnaty® von BionTech/Pfizer sind zwei Impfungen im Zeitraum von drei Wochen nötig, die Impfstoffe von BionTech/Pfizer, Moderna und AstraZeneca können bei Impflingen nicht kombiniert werden und vorerst ist es nicht möglich, sich einen Impfstoff selbst auszusuchen. Es kann zu Nebenwirkungen wie Rötung, Schwellung, Unwohlsein, Kopf- und Gliederschmerzen kommen.

Zweifel an der Impfstrategie

Spitzer bezweifelt, dass zum gegenwärtigen Zeitpunkt Geimpften Freiheitsrechte wiedergegeben werden können, und sagt stattdessen: „Alles sollte daraufhin zielen, eine Herdenimmunität zu erreichen. Dafür brauchen wir ein Impfangebot bis Ende Juni für alle Bürger.“

Spitzer kritisiert die zu wenig bestellten Dosen von Comirnaty® durch die Bundesregierung: „Der Impfstoff ist der Flaschenhals“ – sowie Pannen beim Transport des Impfstoffs und in der Kommunikation mit Impfwilligen – Stichwort Hotline und Terminvergabe – alles in Verantwortung der Bayerischen Staatsregierung. Ganz vehement kritisiert Dominik Spitzer die fehlende Einbeziehung der niedergelassenen Ärzte in die Impfstrategie.

Auf die rund 60 Fragen der Chatteilnehmer hier einige weitere Antworten: Laut Spitzer sind Kinder keine Infektionstreiber, deshalb ist eine möglichst zeitnahe Rückkehr zum Präsenzunterricht anzustreben. FFP-2-Masken ja, aber die Kosten sollten vom Freistaat übernommen werden und es sind mehr Informationen zum korrekten Gebrauch der Masken erforderlich. Die Ausganssperre hält Spitzer für überflüssig: „Mir sträuben sich die Haare, eine Sinnhaftigkeit erklärt sich nicht“, sagt er.

Jörg Spielberg

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesene Artikel

Roland Lowinger zum neuen Präsidenten des TV Kempten gewählt
Roland Lowinger zum neuen Präsidenten des TV Kempten gewählt
Neue Partei DieBasis stellt sich zur Landtags- und Bundestagswahl
Neue Partei DieBasis stellt sich zur Landtags- und Bundestagswahl

Kommentare