Heiß auf Eis

Warum die Kemptener Eismeister so wichtig für den ESC sind

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Die Eismeister (v. li.) Andreas Janku, Stefan Glas und Mario Kostack.

Kempten – Ohne sie geht gar nichts in der ABW Arena an der Memminger Straße. Die Eismeister, von der Herstellung der Eisfläche im Spätsommer über die Eispflege während der Saison bis hin zum reibungslosen Betrieb des Eisstadions, sie werden immer und überall gebraucht. Aktuell ist man bereits unermüdlich dabei den Sharks den Grund zu präparieren auf dem sie hoffentlich mit all ihren Teams erfolgreiche Spiele absolvieren werden. Es ist eine besonders arbeitsintensive Zeit in der Mario Kostack und seine Mitarbeiter Stefan Glas und Andreas Janku zur Zeit stecken, trotzdem haben sie sich die Zeit genommen uns ein paar Fragen zu beantworten.

ESC: Die Eisfläche ist schon fast fertig, wie lange dauert denn die Aufbereitung insgesamt?

Eismeister: „Dieses Jahr circa zehn bis 14 Tage, je nach Witterung draußen. Es ist natürlich wichtig, dass die gesamte Eisschicht komplett durchhärtet, das kann schon drei bis vier Wochen dauern.“

ESC: Welche Temperatur hat die Eisschicht im Stadion denn eigentlich? Eismeister: „Zur Zeit fahren wir da mit -7°C bis -8°C. Im Winter dann reichen -5°C aus. Die Spieler haben ja unterschiedliche Vorlieben bezüglich der Härte des Eises, aber wenn es zu kalt ist, wird es zu hart. Wenn dann sehr enge Radien gefahren werden, die sogenannten Kanadier, dann kann das zu Rissen im Eis führen und die Eisfläche kann aufbrechen. Wir bekommen von unseren Gastmannschaften oft zu hören, dass wir in Kempten ein gutes Eis haben.“

ESC: Und wie sieht der Aufbau der Eisschichten im Einzelnen aus?

Eismeister: „Zuerst kommt eine Grundschicht von ca. zwei Zentimetern, die jetzt schon durchgehärtet ist. Dann wird die ganze Eisfläche, seit letztem Jahr, mit einem biologisch abbaubaren Kreidekalk weiß eingefärbt. Darauf kommen die Linien und die Werbung in Form von Gewebe bzw. Folieneinlagen. Darüber dann nochmal gut zwei Zentimeter Eis, so dass wir auf eine Gesamthöhe von vier bis fünf Zentimeter kommen. Da wir inzwischen entkalktes Wasser einsetzen, bleibt die Sichtbarkeit auch über die ganze Saison gut erhalten.“

ESC: Wie schafft Ihr es, den gefürchteten Eisnebel zu verhindern, gerade jetzt, wenn es draußen noch warm ist?

Eismeister: „Das ist durchaus ein Thema, aktuell haben wir ungefähr auf Augenhöhe über der Eisfläche plus 15°C. Wir haben hier im Stadion eine Entfeuchtungsanlage, welche die Luftfeuchtigkeit konstant zwischen 69 und 75 Prozent hält und somit die Bildung von Nebel verhindert. Durch die leistungsstarke Absaugung werden nicht nur die Feuchtigkeit, sondern auch die Aerosole aus der Halle geführt, was gerade in der aktuellen Corona-Situation ein sehr wichtiger Faktor ist.“

ESC: Mario, wie lange bist Du denn schon dabei hier in Kempten?

Mario Kostack: „(Lacht) Als Fan bereits seit 1988 und seit 1994 in verschiedenen Funktionen, als Betreuer zuerst bei den Junioren, dann bei der ersten Mannschaft und auch als Pressesprecher bis 2000. Seit 2003 bin ich auch Betriebsleiter bei der Stadion KG. Nachdem der TSV Kottern die Sparte Eishockey damals sehr spontan auflöste, standen wir 2003 plötzlich ohne Verein da und mussten schnell reagieren, um das Eishockey hier am Leben zu erhalten. Zusammen mit Andreas Janku, Jürgen Kugler und Jochen Kreß wurde dann der ESC aus der Taufe gehoben. In der damaligen Zeit war es eher ungewöhnlich, einen Verein so schnell zu gründen, aber der Zeitdruck vor der Saison war groß. Viele von uns haben sich damals täglich fast 24 Stunden reingehängt. Zum Glück sind da die meisten Spieler aus EAK und TSV Kottern an Bord geblieben und auch gleich in der ersten Saison Meister geworden und in die Landesliga aufgestiegen.“

ESC: Wie siehst Du nach so vielen Jahren Eishockey Deine Zukunft bei uns?

Mario Kostack: „Solange ich gesund bin und bleibe, kann ich das hier schon noch ein paar Jahre machen. In den 17 Jahren habe ich mir dabei auch viel Routine erarbeitet.“

ESC: Was erwartest Du denn von der kommenden Saison?

Mario Kostack: „Als allererstes natürlich, dass Zuschauer zu den Spielen ins Stadion dürfen. Mit dem Verein und der Stadion KG wurde ja ein Konzept erarbeitet, wie dies auch realisiert werden kann. Dann natürlich spannende und hochklassige Spiele, vor allem erfolgreich für die Sharks. Es wäre toll wenn die Bayernliga frühzeitig gehalten werden kann.“

ESC: Herzlichen Dank für Eure Zeit, wir wünschen Euch und uns weiterhin eine so tolle Zusammenarbeit und immer ein klasse Eis im Stadion.

kb

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