Gebetsfahnen am Buchenberger Rathaus

Eltern und Kinder setzen »Stilles Zeichen«, um in der Pandemie gehört zu werden

Ein Mädchen sitzt unter Gebetsfahnen
+
Kinder und Jugendliche leiden unter den harten Corona-Maßnahmen. Es fehlen Freunde und Großeltern, Straßenmärkte und Feste, Fußballspiele und Trainingsmöglichkeiten, Kindergeburtstage, Kindergottesdienste und unbeschwertes Aufeinanderzugehen. Mit einer stillen Aktion möchte eine Buchenberger Initiative auf die Nöte aufmerksam machen.

Buchenberg – Eine Initiative aus Buchenberg möchte auf die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen aufmerksam machen, die unter den Maßnahmen in der Corona-Pandemie ganz besonders leiden.

Noch bis 14. April können Eltern mit ihren Kindern zu Hause Gebetsfahnen, Plakate oder ähnliches basteln mit ihren Wünschen, Hoffnungen und Gefühlen und vor dem Buchenberger Rathaus aufhängen. Mitte April soll es eine Abschlussveranstaltung geben.

Die seelischen und psychischen Auffälligkeiten von Kindern haben stark zugenommen, schreiben die Initiatoren der Aktion in ihrer Pressemitteilung. Die COPSY-Studie bestätige: „Die COVID-19-Pandemie führt zu einer psychischen Gesundheitsgefährdung der Kinder und Jugendlichen, auf die präventiv mit niedrigschwelligen und zielgruppenspezifischen Angeboten in der Schule, in der ärztlichen Praxis und in der Gesellschaft im Sinne des Kinderschutzes reagiert werden sollte.“

Gerade für kleine Kinder und Kinder im Grundschulalter aber auch Jugendliche sind Motivation und eine positive Beziehung zu LehrerInnen, die nur über einen direkten Kontakt gewährleistet werden können, ausschlaggebende Faktoren für einen erfolgreichen Lernerfolg. Das bestätige auch die Hattie-Studie (2009/ 2013).

Auch den Eltern gehe nun langsam die Puste aus. Deshalb fordert die Initiative „einen differenzierten, ganzheitlichen und kreativen, am Kindeswohl orientierten Umgang mit Schul- und KiTa-Schließungen sowie die Berücksichtigung der Perspektive junger Menschen bei Maßnahmenbeschlüssen.“

Konkret fordert die Initiative:

  • Differenziert:
  • Nutzen-Risiko Abwägung von Maßnahmen, die wissenschaftlich belegbar sind.
  • Lernstoff individuell anpassen.
  • Bei Kindergärten differenzieren (Außen-, Wald- und Spielgruppen).
  • Mehr Partizipation und Austausch mit allen Beteiligten bei Entscheidungen.
  • Aufenthalte und Tätigkeiten im Freien möglich machen mit wirklichen Atempausen für die Kinder.
  • Ganzheitlich:
  • Daten zu Infektionen bei und durch Kinder und Jugendlichen auswerten und diese Ergebnisse SOWIE pädagogische und entwicklungspsychologische miteinbeziehen.
  • Mehr Sozialarbeiter*innen/ mehr Kindersozialarbeit an Schulen und KiTas.
  • Niedrigschwellige Angebote für Körper, Geist und Seele schaffen: Sorgentelefon, Kinder-Yoga im Freien etc...
  • Kreativ:
  • Für Kinder im KiTa- und Grundschulalter sogenannte Pool-Tests (Spuck- und Gurgeltests) und/ oder Testmöglichkeiten nach Hause verlegen, um Stigmatisierung zu vermeiden.
  • Leerstehende Veranstaltungsgebäude für schulische Zwecke nutzen.
  • Mehr Autonomie an Schulen und Kindergärten: Eigene Inzidenzwerte an Schulen und Kindergärten erstellen, tatsächliche Gefahrenlage an Schulen und Kindergärten eruieren.
  • Kreative Umsetzung von Sport- und Freizeitangeboten.

Die Initiative grenzt sich entschieden von antisemitischen, rechts-und linksradikalen, verschwörungstheoretischen sowie radikalen politischen Strömungen ab und befürwortet die AHA-Regeln. Kontaktpersonen sind Jana Autor und Anne Lüder: jana.autor@gmx.de und aehnnschen@yahoo.de

kb

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

ARD-Filme komplett im Allgäu gedreht
ARD-Filme komplett im Allgäu gedreht
Trotz Demonstrationsverbot - Die Polizei spricht von bis zu 1000 „Querdenkern“
Trotz Demonstrationsverbot - Die Polizei spricht von bis zu 1000 „Querdenkern“
Wiggensbach diskutiert über Öffnung des Freibades
Wiggensbach diskutiert über Öffnung des Freibades
Für heute geplante „Querdenker“-Demo und -Kundgebung: Jetzt beides untersagt
Für heute geplante „Querdenker“-Demo und -Kundgebung: Jetzt beides untersagt

Kommentare