Ein Zeichen für die Zukunft

Feierliche Altarweihe in Hochgreut mit Weihbischof Dr. Dr. Anton Losinger

Pater Jacek Filipiuk (li.) mit Weihbischof Dr. Dr. Anton Losinger vor dem Festgottesdienst in Hochgreut. Altarweihe 2021
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Pater Jacek Filipiuk (li.) mit Weihbischof Dr. Dr. Anton Losinger vor dem Festgottesdienst in Hochgreut.

Betzigau/Hochgreut – „Eine Gemeinde, die in ihrer Kirche einen Altar baut, setzt ein Zeichen dafür, dass sie eine Zukunft hat“, wandte sich Weihbischof Dr. Dr. Anton Losinger am Sonntag an die zahlreichen Gläubigen in der Hochgreuter Kuratie Maria Heimsuchung.

Anlass war die Altarweihe, die der Weihbischof im Rahmen eines Festgottesdienstes vollzog. Gleichzeitig segnete er im Beisein zahlreicher Vertreter aus dem kirchlichen, gesellschaftlichen und politischen Leben den neuen Ambo sowie die neuen Osterleuchter. Zuvor ließ Losinger die Reliquien der heiligen Maria Goretti und der heiligen Crescentia Höß OSF ins Altarfundament ein.

Die Altarweihe, die eine der feierlichsten liturgischen Handlungen der katholischen Kirche darstellt, wurde per Livestream nach außen sowie über YouTube übertragen. Eine umfangreiche und aufwändig gestaltete Festschrift, herausgegeben vom Leiter der Pfarreiengemeinschaft Betzigau-Hochgreut-Wildpoldsried Pater Jacek Filipiuk SSCC, schildert den genauen Ablauf der Altarweihe samt Bedeutung der einzelnen Teile. Die musikalische Gestaltung des feierlichen Gottesdienstes übernahmen unter der Leitung von Richard Hartmann Eva Brunner

(Sopran), Sigrid Müller (Orgel) und Georg Hiemer (Trompete). Die Musikkapelle Hochgreut spielte vor und nach dem Gottesdienst zu Ehren der Festgesellschaft und des Weihbischofs. Der vom Kunstbeauftragten des Bistums Augsburg Felix Johann Landgraf entworfene Altar sowie der Ambo waren von den Meisterwerkstätten Steinmetz Regauer und Ulrich Dochtermann aus Altmühltaler Jura-Marmor gefertigt worden. Die Finanzierung der Gesamtkosten einschließlich der Leuchter in Höhe von rund 24.500 Euro muss die Kirchengemeinde selbst tragen – zahlreiche Spenden seien bereits eingegangen, so Kirchenpfleger Karl-Heinz Piller.

Der Altar als Sinnbild dafür, dass Christus in unserer Mitte ist und der Ambo als Zeichen für das lebendig gewordene Wort Gottes seien die zentralen gottesdienstlichen Orte, betonte der Weihbischof zu Beginn. Losinger erinnerte in seiner Predigt an die Prozesse der Christenverfolgung aus dem Jahr 180, die in Karthago stattfanden. Der Prokonsul Saturnius hatte die Verfolgten immer wieder befragt und wissen wollen, warum sie den Tod nicht fürchteten. „Weil wir ohne dieses Brot (den Leib Christi) nicht leben können“, sei ihre Antwort gewesen.

Der Altar stelle das Zentrum unseres Glaubens dar, fuhr Losinger fort. Und die Gläubigen hätten die Versammlung um den Altar und die Feier der Eucharistie gesucht. Im Weihegebet werde die Bedeutung des Altares betont, führte der Weihbischof weiter aus. Er sei „Quelle der Einheit der Kirche“ und stelle im Gottesdienst die Mitte des Lobens und Dankens dar. Hier in Hochgreut, das er noch gut aus seiner Kaplanszeit in St. Lorenz in Kempten kenne, und wo er zahlreiche Brautpaare getraut habe, sei er beeindruckt von der Pfarrgemeinde, die sich in heutiger Zeit für die Errichtung eines Altares eingesetzt habe. Sie alle sorgten dafür, dass auch in Zukunft der Altar als Stätte des Friedens Bestand habe, schloss Losinger. Die Hochgreuter hätten für die künftigen Generationen und in die Zukunft investiert – dies sei in der Fachsprache ein Long-Term-Investment, bemerkte er anerkennend.

Nach seiner Predigt erfolgte die Einsetzung der Reliquien und der feierliche Akt der Altarweihe. Dazu besprengte der Weihbischof diesen zunächst mit gesegnetem Weihwasser. Anschließend salbte er die Mensafläche mit Chrisamöl und entzündete Weihrauch als Zeichen dafür, dass die Gebete erhört werden: „Mein Beten steige vor dir auf wie Weihrauch vor ein Angesicht.“ (Ps 141,2). Die Weihe, so stellte Losinger abschließend fest, habe bei allen einen starken und bewegenden Eindruck hinterlassen.

Im Anschluss an die Altarweihe dankte Pater Filipiuk allen Beteiligten für die Mithilfe an diesem besonderen Ereignis und lud sie zu einem geselligen Beisammensein ins Bürgerzentrum nach Betzigau ein.

pdke

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