Neues Angebot

"Wir wollen alle einladen"

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Stellten das neue Projekt für Demenzkranke im Pfarrzentrum „Christi Himmelfahrt“ vor: Dr. Armin Ruf von der Caritasstelle Kempten (v.l.), Friederike Ballak-Konz und Pastoralreferentin Ursula Liebmann-Brack.

Kempten – „Worte zählen bei uns weniger. Unsere Gottesdienste konzentrieren sich vor allem auf das, was man sehen, riechen, hören und begreifen kann.“

Friederike Ballek-Konz, Mitarbeiterin beim neuen Projekt „Ökumenische Gottesdienste für Demenzkranke und ihre Angehörige“, erklärt, wie auch verwirrte Menschen spirituell angesprochen werden können. Träger des Projektes ist die Caritasstelle Kempten in Zusammenarbeit mit dem katholischen und evangelischen Dekanat Kempten.

Im DemenzZentrumAllgäu, im Pfarrzentrum „Christi Himmelfahrt“, das am 2. Februar seine Pforten geöffnet hat, startete gestern Nachmittag der erste ökumenische Gottesdienst für Demenzkranke und ihre Angehörigen in der Kapelle. Thema war Ostern. Wer anschließend noch bleiben wollte, war eingeladen ins „Café Konfetti”, das ebenfalls im Pfarrzentrum „Christi Himmelfahrt“ angesiedelt ist.

Pastoralreferent Dr. Armin Ruf von der Caritasstelle in Kempten, erläuterte das Projekt. „Wir wollen alle einladen, die bisher auf kein derartiges Angebot zurückgreifen können.“ Damit dies möglich wird, gibt es einen speziellen Fahrdienst, der unter der Telefonnummer 0831/96 08 80 23 angefordert werden kann.

Angeregt durch Modelleinrichtungen in Wien und Berlin, stellte Ruf in Kempten ein Mitarbeiterteam für Demenzgottesdienste zusammen. Die Pastoralreferenten Ursula Liebmann-Brack, Josef Eberle und Elisabeth Sailer, sowie Pfarrer Klaus Dotzer, Religionspädagogin Karin Habdank und Hospizmitarbeiterin Annemarie Marschall sind mit dabei.

„Gute Pflege umfasst immer den ganzen Menschen, auch seine spirituelle Dimension“, ist sich Liebmann-Brack sicher. Als ursprünglich gelernte Altenpflegerin weiß sie, wie schwer es ist den Pflegeauftrag „Sinn mit dem Patienten finden“ zu erfüllen.

Den Angehörigen der Erkrankten kann der angebotene Gottesdienst helfen, wahr zu nehmen, dass der Demenzkranke sich wohl fühlt. Außerdem fühlt sich hier niemand gestört, wenn jemand aufsteht, umher geht, oder an der falschen Stelle etwas sagt. „Das ist unheimlich entlastend“, weiß Ballek-Konz, die bereits seit drei Jahren im Marienheim an Demenz erkrankte Menschen in Wortgottesdienste einlädt. „Demenzpatienten lieben Musik. Die alten Kirchenlieder haben sie meist nicht vergessen und auch Gebete, die früher gelernt wurden, sind noch abrufbar“, erzählt Liebmann-Brack. „Demente Menschen nehmen alles auf einer tiefen Gefühlsebene wahr.“

Seit gestern findet jeden ersten Freitag im Monat, jeweils um 15 Uhr, ein ökumenischer Gottesdienst, mit anschließendem gemütlichen Beisammensein im „Cafè Konfetti” im DemenzZentrumAllgäu im Freudental 10 statt. Parkplätze und ein barrierefreier Zugang stehen zur Verfügung.

Eva Dörr-Schratt

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