"Mit Herz für Kempten"

Katharina Schrader einstimmig zur SPD-OB-Kandidatin gekürt

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Die 38-jährige Katahrina Schrader wurde einstimmig zur OB-Kandidatin der SPD-Kempten gewählt. Die Kreis- und Fraktionsvorsitzende möchte sich speziell für die Themen Bildung, Mobilität und Zusammenhalt einsetzen.

Kempten – Nachdem der Leiter des Haus International Lajos Fischer seinen Hut in die Manege geworfen hat und für Bündnis 90/Die Grünen bei der kommenden Kommunalwahl als OB-Kandidat ins Rennen geht, wurde nun auch die Kreis- und Fraktionsvorsitzende der SPD Katharina Schrader zur OB-Kandidatin ihrer Partei gekürt.

Die Wahl zur Oberbürgermeisterkandidatin gewann sie vergangene Woche mit 100 Prozent Zustimmung ihrer Genossen.

Bislang haben die Bürger Kemptens damit die Wahl zwischen drei Kandidaten für das höchste Amt der Stadt – Thomas Kiechle (CSU/FW), Lajos Foscher (Bündnis90/Die Grünen) und Katharina Schrader (SPD).

Gestaltungswille

Schrader ist 38 Jahre alt und stolze Mutter von zwei „großartigen Söhnen“, wie sie selbst sagt. Die gebürtige Westfälin und studierte Politologin zog es gemeinsam mit ihrem Mann vor 13 Jahren nach Kempten ins Allgäu. Von Beginn an engagierte sich Schrader bei der SPD, nachdem sie sich bereits während ihres Studiums in Eichstätt für die dortige Sozialdemokratie eingesetzt hatte. Derzeit arbeitet Schrader als wissenschaftliche Mitarbeiterin für den Bundestags-

abgeordnten Karl-Heinz Brunner in Neu-Ulm. Zudem führt sie die SPD-Fraktion im Rathaus an, wurde 2011 als SPD-Kreisvorsitzende wiedergewählt und engagiert sich ehrenamtlich in Elternbeiräten, der Arbeiterwohlfahrt und bei verschiedenen Vereinen.

Katharina Schrader spricht in ihrer Rede darüber, dass sie sich die Entscheidung, als OB-Kandidatin für ihre Partei an den Start zu gehen, nicht leicht gemacht habe. Natürlich habe sie Rücksprache mit ihrer Familie gehalten und mit den Partei-

freunden auch andere Optionen diskutiert. Allerdings empfindet die Sozialdemokratin die Aufgabe, sich konkret und höchstpersönlich für die Gestaltung des Miteinanders in ihrer Stadt einzusetzen, als so reizvoll, dass sie alle Bedenken beiseite schiebt und sagt: „Ja, ich kann und will mitreden, ich will gestalten und die Geschicke dieser Stadt für die nächsten sechs Jahre lenken.“

Insbesondere drei Themen möchte die Fraktionsvorsitzende der Stadtrats-SPD in den Fokus ihres Wahlkampfes stellen:

Wahlkampfthemen

Bildung, Mobilität und Zusammenhalt. So möchte sich Schrader für wohnortnahe Angebote sowohl bei den Schulen als auch bei der Betreuung in Krippen, in Kindertagesstätten und bei Tageseltern einsetzen. Für die OB-Kandidatin ist eine zehnte Grundschule ebenso selbstverständlich wie die Sanierung und Erweiterung weiterer Grundschulen im Stadtgebiet. Das Betreuungsangebot in den Ferien möchte Schrader erweitert sehen und sie setzt sich für die Schaffung eines Jugendzentrums im Kemptener Westen ein.

In puncto neue Stadtbücherei favorisiert Schrader den Neubau der Bibliothek in Verbund mit der Volkshochschule auf dem Gelände der Schwaigwiesschule. Diese Lösung ist aus ihrer Sicht „sehr gut machbar und bezahlbar“. Bei der Mobilität pocht Katharina Schrader darauf, dass die gemeinsam festgelegten Ziele des Mobilitätskonzeptes 2030 in die Praxis umgesetzt werden, das heißt weniger Autos in der Stadt und fahrradfreundlicher werden. Im Einzelnen stellt Schrader die folgenden Forderungen:

Autofreier Rathausplatz, bessere Busverbindungen (Bahnhof - Klinikum) mit engerer Taktung, Ausbau sicherer Fahrradwege, überdachte Abstellmöglichkeiten für Zweiräder, sichere Schulwege und innerhalb des Rings eine einheitliche Tempo-30-Regelung. Angesichts der Tatsache, dass Kempten die Einwohnerzahl von 70.000 deutlich überschritten hat und ein Viertel der Bevölkerung ausländische Wurzeln hat, ist es für Schrader unerlässlich, „diese Gemeinschaft zu stärken und für die Zukunft zu sichern. Dazu braucht es bezahlbaren Wohnraum für alle Generationen, Quartiersarbeit und Freizeitangebote für alle Altersgruppen“, wie sie sagt. Symbolisch für den Schutz des Klimas und für eine offene Gesellschaft schlägt sie vor, für jedes neugeborene Baby in Kempten einen Baum zu pflanzen. Dieser Wunsch zeigt eine typische Eigenschaft Schraders – Herzenswärme, wie sie es selbst sagt. Und so ist es nicht verwunderlich, dass sie mit dem Slogan „Mit Herz für Kempten, eine Stadt für uns alle“ in den Wahlkampf zieht. 

Jörg Spielberg

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