"Wie Gold, das duftet"

Pfarrer Mathew ist von der Pfarrei St. Anton tief beeindruckt

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Pater Mathew Jacob Mattathil ist als Urlaubsvertretung in St. Anton und in der Pfarreiengemeinschaft Betzigau im Einsatz.

Kempten – „Zum ersten Mal seit meiner Priesterweihe habe ich so viele gute Beichten gehört“, ist der 54-jährige indische Pater Mathew Jacob Mattathil CMI (Carmelites of Mary Immaculate) beeindruckt. Seit dem 1. August hat er für einen Monat die Urlaubsvertretung für Dekan Bernhard Hesse in der Pfarrei St. Anton und für Pater Jacek Filipiuk in der Pfarreiengemeinschaft Betzigau übernommen.

Der Karmeliterpater habe das Sakrament der Beichte noch nie so intensiv erlebt wie in der Pfarrei St. Anton, schildert er.

Vor 25 Jahren wurde Pater Mathew in seiner Heimat in der Provinz Kerala zum Priester geweiht. Zuvor hatte er in Karnataka das Priesterseminar besucht und in Bangalore studiert. Seine Eltern zogen insgesamt sieben Söhne auf, neben Pater Mathew wurden zwei seiner Brüder ebenfalls Priester, erzählt der sympathische Seelsorger in fließendem Deutsch. Nach seiner Priesterweihe habe er ein Jahr in Kerala als Priester gearbeitet. „Das war eine sehr schöne Zeit“, erinnert er sich. In seiner Heimat würden am Sonntag spezielle Messen für die 600 bis 700 Kinder der Pfarrei gehalten, anschließend gingen die Mädchen und Jungen in den Katechismus-Unterricht. Die Arbeit mit den jungen Menschen habe ihm viel Freude bereitet, so Pater Mathew. Zwei Jahre war der Geistliche danach als Sekretär des Provinzials für den Priesternachwuchs aktiv, bevor dieser ihn nach Deutschland entsandte.

Studium in Rom

Insgesamt 20 Jahre lang war er zunächst im Bistum Köln und anschließend für das Bistum Rottenburg/Stuttgart in Bad Waldsee tätig, wo er viel Erfahrung in der Gemeindearbeit sammelte. Auf Wunsch des Ordensoberen nahm er das Studium der spirituellen Theologie in Rom auf, wo er an der päpstlichen Universität Angelicum in den nächsten Jahren seine Doktorarbeit abschließen wird. In den Sommermonaten übernimmt der Pater gern Urlaubsvertretungen. Für ihn war es in diesem von der Corona-Pandemie gekennzeichneten Jahr kein Problem, aus Italien einzureisen. Doch zahlreiche Geistliche aus nichteuropäischen Ländern, die als Aushilfe für Pfarrer des Bistums Augsburg einspringen sollten, konnten nicht für eine Vertretung nach Deutschland einreisen. So mussten viele Pfarreien im Dekanat die Urlaubszeit anderweitig überbrücken.

Indische Gesänge zur Kommunion

Das Allgäu kennt der Hobbykoch, der gern meditative, melancholische, indische Lieder singt, und diese nach der Kommunion vorträgt, bereits von einem Einsatz in Waal aus dem vergangenen Jahr. Deutschland sei zu seiner zweiten Heimat geworden. Doch eine solche Pfarrei wie die in St. Anton habe er noch nicht in Deutschland gesehen, beschreibt Pater Mathew seinen Eindruck.

„Was ist das schönste für einen Priester?“, fragt er und antwortet zugleich: „Wenn jemand mit schwerem Herzen zur Beichte kommt und in Gnade und Erleichterung wieder gehen kann!“ Die Gläubigen in St. Anton hätten sich in den Beichtgesprächen weit geöffnet und hätten den heilenden Segen von Jesus empfangen. Diese Erfahrung sei so intensiv, wie Gold das duftet, bemerkt der Pater mit eindrucksvollen Worten. St. Anton sei auch wegen der 24-Stunden-Anbetung in der Kapelle der „Göttlichen Barmherzigkeit“ für ihn eine spirituelle Quelle innerhalb des Bistums Augsburg, schwärmt der Priester: „Ich bin sehr dankbar für den Einsatz hier.“

Sabine Verspohl-Nitsche

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