Tödliches Licht

Kempten leuchtet künftig insektenfreundlich

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Kempten – Einem Antrag von Theo Dodel-Hefele (Grüne) gab der Planungs- und Bauausschuss in seiner Sitzung am Montag statt. Dodel-Hefele hatte darauf hingewiesen, dass durch helle Beleuchtungen unzählige Insekten zu Tode kommen.

„Nachtfalter werden aus fünf bis zehn Kilometer von hellen Lichtquellen angelockt“, sagte Theo Dodel-Hefele. Er forderte, künftig die Außenbeleuchtungsanlagen „auf ein gestalterisch und funktional notwendiges Maß“ zu begrenzen, insektenfreundliche Leuchtmittel vorzuschreiben und für Werbeanlagen zwischen 22 und 6 Uhr eine Abschaltpflicht einzuführen. Generell wurde der Antrag vom Gremium wohlwollend aufgenommen, solle aber nicht unter Zeitdruck umgesetzt werden. 

„Wir müssen alle Seiten abwägen“, sagte Oberbürgermeister Thomas Kiechle. Auch sein Parteikollege Erwin Hagenmaier (CSU) warnte vor einem „Schnellschuss“. Es müsse genau abgewogen werden, wem was erlaubt werde und fügte im Hinblick auf die Abschaltzeit etwas spöttisch hinzu: „Da kann ich Leuchtreklame ja gleich verbieten. Denn ihr Zweck ist es ja, in der Nacht zu leuchten.“ Dodel-Hefele nannte aus seiner Sicht „vernünftige“ Beispiele in Kempten. Bei einer insektenfreundlichen Beleuchtung spielt das Lichtspektrum genauso eine Rolle wie der nach unten gerichtete Abstrahlwinkel von Lampen, der Kontrast zur Umgebung und eine Regelung der Helligkeit nach Uhr- und Jahreszeit. 

Susanne Lüderitz

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