»Gestatten, FRIDA!«

Allgäuer Innovationsgeist contra Covid & Co.

Das neuartige Belüftungsgerät namens FRIDA aus Dietmannsried, das auch Corona-Infektionen vorbeugen kann.
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FRIDA sorgt für FRIsche, Desinfizierte Atemluft – womöglich bald schon vielerorts in Deutschland.

Dietmannsried – Ein Team aus Allgäuer Erfindern, Ingenieuren und Unternehmern hat sich im Laufe der Corona-Pandemie intensiv mit der Frage beschäftigt: „Was könnte helfen, damit wir alle, von ganz jung bis sehr alt, unser soziales Leben in Corona-Zeiten wieder weitgehend normal weiterleben können?“ Das Ergebnis dieser Überlegungen ist ein im Allgäu entwickeltes und produziertes Gerät mit dem charmanten Namen FRIDA – ein etwas holpriges Akronym für FRIsche, Desinfizierte Atemluft für Deutschland. Einer der Ideengeber und Mitentwickler ist Tobias Schwarz-Gewallig aus Dietmannsried. Er erklärt, was es mit FRIDA auf sich hat.

„In den letzten Monaten, die ja für uns alle von Corona, Lockdown, sozialer Isolation und beruflichen und gesundheitlichen Sorgen und Ängsten geprägt waren, haben wir – der am Bodensee wohnende Erfinder Lars Mönch und einige weitere befreundete Unternehmer – beschlossen, nicht einfach die Hände in den Schoß zu legen und zu lamentieren, sondern selbst aktiv zu werden“, sagt Tobias Schwarz-Gewallig. „Wir haben uns gefragt: ‚Was braucht‘s jetzt in der Pandemie?‘“

(Mit-)Erfinder Tobias Schwarz-Gewallig mit „seiner“ FRIDA.

Die Antwort der Gruppe lautet: FRIDA – ein 65 Zentimeter hohes, rund 30 Kilogramm schweres Hightech-Gerät Made im Allgäu, das es in sich hat. „Wir wollten etwas, das Viren und andere Krankheitserreger in der gesamten Raumluft und auf allen Oberflächen ganz nebenbei aktiv und umfassend bekämpfen kann“, beschreibt Schwarz-Gewallig die vorausgegangenen Überlegungen. Ein HEPA-Filter filtert nun Bakterien, Viren, Pollen und Feinstaub aus der Luft, zwei UV-C-Lampen sorgen für die Deaktivierung von Viren.

„Ein großes Thema bei Corona ist ja die Ansteckungsgefahr über Aerosole. Unser System wirkt genau hiergegen. Mithilfe einer auf Chlordioxid basierenden Lösung namens DiOMiX, die mittels feinster Düsen im Raum verteilt wird, zerstört es Krankheitskeime in der Luft und – das ist das Besondere – desinfiziert zugleich selbst schwer zugängliche Oberflächen und Gegenstände.“ So sei es überhaupt kein Problem, neben Mobiliar beispielsweise auch Legoberge in Kindergärten ohne den Einsatz schädlicher Substanzen in kürzester Zeit zu desinfizieren.

„Der Wirkstoff ist geruchlos und für Menschen und Tiere unschädlich, für krankheitserregende Keime aber tödlich“, erklärt der 44-Jährige, dem man die Begeisterung für und die Überzeugung von „seiner“ FRIDA in jedem Moment anmerkt. Eine Kohlendioxid-Ampel in dem stylischen, mattgrauen Metallkasten misst zudem kontinuierlich den Kohlenstoffdioxidgehalt in der Luft. Das Tüpfelchen auf dem „I“ ist die Raumbeduftung mit natürlichen Aromen.

Das Team und die beauftragten Ingenieurund Herstellerfirmen hätten während des Entwicklungsprozesses mehr als 20 internationale wissenschaftliche Studien durchgearbeitet, betont er. „Wir sind genau an dem Tag in Serienproduktion gegangen, an dem Frau Merkel ankündigte, dass mobile Luftreinigungsgeräte mit Filterfunktion staatlich gefördert werden können.“ Die Förderung, die zwischen 50 und 90 Prozent liegen kann, mache die Anschaffung der Geräte, von denen jedes einen Raum von bis zu 100 Quadratmetern reinigen könne, noch reizvoller. Als Einsatzbereiche komme praktisch jeder geschlossene Raum infrage: seien es Arztpraxen, Altenheime, Krankenhäuser, Seminarräume, Schulen und Kindergärten, Einzelhandel, Gastronomie, Fitness- oder Tattoostudios... die Liste könnte beliebig fortgesetzt werden.

Der deutschlandweite Vertrieb ist mittlerweile angelaufen, wobei sich Tobias Schwarz-Gewallig als bestens vernetzter gebürtiger Allgäuer für seine Heimatregion entschieden hat. Das Interesse sei allseits groß, freut er sich. Auch das City Management Kempten gehöre schon zu den Unterstützern. „Momentan hetze ich von Termin zu Termin“, lacht er und packt seine FRIDA in den Kofferraum. „Wir glauben, dass wir hier etwas wirklich Tolles geschaffen haben, das sehr vielen Menschen helfen kann.“ 

Sabine Stodal

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