Todesfall im Klinikum Kempten

Patientin verstarb nach Impfung  – Etwaiger Zusammenhang wird untersucht

Landratsamt Oberallgäu
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Landratsamt Oberallgäu

Kempten/Oberallgäu - Im Klinikum Kempten verstarb eine Patientin, nachdem sie eine Corona-Schutzimpfung erhalten hatte.

Das Gesundheitsamt Oberallgäu wurde am gestrigen Sonntag über einen Todesfall im Klinikverbund Allgäu informiert.
Die verstorbene Patientin war zuvor mit dem Vakzin von AstraZeneca geimpft worden. Es ist nicht auszuschließen, dass ihr Tod mit der Impfung in Zusammenhang steht.

Das Gesundheitsamt informierte unmittelbar nach Bekanntwerden der Umstände das Bayerische Gesundheitsministerium. Das Paul-Ehrlich-Institut, das letztlich dafür zuständig ist, Impfkomplikationen nachzugehen, hatte bereits der Klinikverbund informiert.

Landrätin Indra-Baier-Müller zeigt sich zutiefst betroffen und spricht der Familie der Verstorbenen ihr aufrichtiges Mitgefühl aus.

Nach Auskunft des Paul-Ehrlich-Instituts wurde bislang bei sehr wenigen Geimpften nach der Impfung mit dem AstraZeneca-Impfstoff eine sehr seltene Form einer Thrombose in Verbindung mit einem Mangel an Blutplättchen beobachtet. Die betroffenen Patienten waren überwiegend jünger als 55 Jahre und hatten mehrheitlich eine Hirnvenenthrombose erlitten. Alle Fälle waren mit einer anhaltenden Symptomatik etwa vier bis 16 Tage nach der Impfung.
Gemeldet wurde dem Paul-Ehrlich-Institut bisher etwa ein Fall pro 100.000 Impfungen mit dem COVID-19-Impfstoff AstraZeneca. Diese sehr seltene Gerinnungsstörung trat unter den Geimpften häufiger auf, als es zahlenmäßig aufgrund der Seltenheit dieser Störung ohne Impfung zu erwarten wäre. Es gibt derzeit keinen Nachweis, dass das Auftreten dieser Gerinnungsstörungen durch den Impfstoff verursacht wurde.

Seitdem die Impfung mit AstraZeneca in Deutschland am Montag, 15. März, vorübergehend ausgesetzt worden war, werden Geimpfte aufgefordert, im Zeitraum von etwa 14 Tagen nach der Impfung auf bestimmte andauernde oder sich verstärkende Symptome zu achten, so das Paul-Ehrlich-Institut. Es wird ihnen dringend empfohlen, sofort eine Ärztin oder einen Arzt aufzusuchen, wenn sie Kurzatmigkeit, Brustschmerzen, Arm- oder Beinschwellungen entwickeln, länger als vier Tage nach der Impfung unter schweren schwere oder anhaltenden Kopfschmerzen leiden oder sich an der Impfstelle nach ein paar Tagen Blutergüsse zeigen.

Das Gesundheitsamt hat bereits eine Anfrage an das Paul-Ehrlich-Institut und die Ständige Impfkommission gestellt, ob den Impfstoff von AstraZeneca vorwiegend nur noch Personen über 60 Jahre bekommen sollen.

kb

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