Nachwuchsarbeit für die Feuerwehren

Die Jugendfeuerwehr Oberallgäu kommt mit ihrem neuen Fachbereich Kinderfeuerwehr gut an

Ein Mitarbeiter der Freiwilligen Feuerwehr Oberallgäu zeigt Kindern an einem Puppenhaus, einem sogenannten Rauchhaus, wie sich bei einem Brand der Rauch im Haus ausbreitet.
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Kinder lernen bei einem Experiment in einem Rauchhaus, wie sich gefährlicher Brandrauch über mehrere Räume ausbreitet.

Oberallgäu – „Die Nachwuchsgewinnung für die Freiwilligen Feuerwehren gehört zu den wichtigsten Aufgaben der Jugendfeuerwehr Oberallgäu“, sagt Kreis-Jugendfeuerwehrwart Florian Speigl. Schließlich müssen die Einsatzkräfte innerhalb von zehn Minuten Hilfsfrist am Einsatzort eintreffen.

Da braucht es viele verschiedene Talente, um den in Not geratenen Menschen zu helfen, so der Kreis-Jugendfeuerwehrwart weiter. Damit dies auch in Zukunft gelingt, hat die Jugendfeuerwehr Oberallgäu jetzt einen eigenen Fachbereich Kinderfeuerwehr gegründet. „In den Kinderfeuerwehren möchten wir Kinder ab sechs Jahren schon früh für die Feuerwehr begeistern“, freut sich die neue Fachbereichsleiterin Laura Previderio auf ihre neue Tätigkeit. „Aktuell sind wir mit den Kinderfeuerwehren Blaichach, Hegge, Kleinweiler und Lauben-Heising insgesamt vier Gruppen im Landkreis und freuen uns auf viele neue Kinderfeuerwehren in den nächsten Jahren“, so der Wunsch der Fachbereichsleiterin. 

Experimente: »Warum ein Feuer brennt?«

Dabei war sie selbst die antreibende Kraft für die Gründung der Kinderfeuerwehr in Lauben-Heising vor eineinhalb Jahren. „Mit leuchtenden Augen verließen die Kinderfeuerwehr-Mitglieder im letzten Jahr den Feuerwehrhof, nachdem sie selbst mit Löschern ein Feuer gelöscht haben“, erzählt sie von einem Gruppennachmittag.

In den Kinderfeuerwehrgruppen sollen die Kinder für die Feuerwehr begeistert werden. Sie lernen spielerisch den Umgang mit Gefahrensituationen und wie man sich richtig verhält. Gerne wird auch rund um das Thema Feuerwehr gebastelt oder gemeinsam Experimente, z.B. „Warum brennt ein Feuer?“ durchgeführt. Nur wenn Sauerstoff, ein Brennstoff und ausreichend Wärmeenergie vorhanden sind, kann es ein Feuer geben. „Eifrig dabei sind die Kids auch bei Übungen zu Erster Hilfe“, berichtet Markus Tamler von der Kinderfeuerwehr Hegge. „Von den Profis zu lernen begeistert die Kinder immer wieder“, so seine Erfahrung. 

Kinderfeuerwehr sorgt für Nachwuchs

Infolge der Corona-Bestimmungen haben in den letzten Monaten keine Gruppenstunden stattfinden können, bedauern die GruppenleiterInnen die aktuelle Lage. „Wir haben monatlich Aufgaben über eine WhatsApp-Gruppe verschickt“, sagt Sarah Müller, Leiterin der Kinderfeuerwehr in Blaichach, „damit wir weiterhin in Kontakt mit unseren Kindern bleiben.“ Kreativität und gute Ausbildung ist in der Feuerwehr immer schon ein Schlüssel zum Einsatzerfolg gewesen.

Wie bedeutend die Kinderfeuerwehren für die Feuerwehren sind, ist bereits jetzt aus der Mitgliederstatistik zum Jahr 2020 zu entnehmen: Von den 102 Neuaufnahmen in die Jugendfeuerwehr kommen bereits zehn Zugänge aus den vier Kinderfeuerwehren. Deshalb haben der Landesfeuerwehrverband Bayern und die Jugendfeuerwehr Bayern durch die Gründung eines gemeinsamen Fachbereiches Kinderfeuerwehr auf Landes-, Bezirks- und Landkreisebene die organisatorische Voraussetzung geschaffen, um die Verknüpfungspunkte zwischen Kinder- und Jugendfeuerwehr zu erhöhen. Kreisbrandrat Michael Seger freut sich über die Gründung und kompetente Besetzung des Fachbereichs Kinderfeuerwehr innerhalb der Jugendfeuerwehren im Oberallgäu und wünscht sich noch viele weitere leuchtende Kinderaugen in den Feuerwehren. 

kb

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