Gemeinsame Bewerbung von Kempten un Oberallgäu

Das Allgäu als Öko-Modellregion

Das Oberallgäu mit Kempten soll staatlich anerkannte Öko-Modellregion werden, so der Wunsch des Bio-Ring-Allgäu e.V.. Was es damit auf sich hat, erklärte die Geschäftsführerin des Vereins, Dipl.-Ing. agr. Christine Rädler, im letzten Umweltausschuss.

Das Oberallgäu mit Kempten soll staatlich anerkannte Öko-Modellregion werden, so der Wunsch des Bio-Ring-Allgäu e.V.. Was es damit auf sich hat, erklärte die Geschäftsführerin des Vereins, Dipl.-Ing. agr. Christine Rädler, im letzten Umweltausschuss. 

Als zentraler Bestandteil der Initiative BioRegio 2020 der Bayerischen Staatsregierung soll der bereits im vergangenen Jahr gestartete Wettbewerb „Staatlich anerkannte Öko-Modellregion“ die Produktion heimischer Bio-Lebensmittel und das Bewusstsein für regionale Identität voranbringen. Teilnehmen können Gemeindeverbünde, die im ökologischen Bereich Vorbild für andere Regionen sein wollen. Sie haben die Chance, zukunftsfähige Ideen zur Entwicklung des ökologischen Landbaus umzusetzen in den Bereichen: Landwirtschaftliche Erzeugung einschließlich Gartenbau, Imkerei, Teichwirtschaft; Verarbeitung; Vermarktung, Gastronomie, Hotellerie, Gemeinschaftsverpflegung; Information und Bewusstseinsbildung. 

Bis zu 75 Prozent 

Möglich ist die mindestens zweijährige Förderung, wofür ein Ziel- und Maßnahmenkonzept erstellt und eingereicht werden muss. Die Förderhöhe beträgt bis zu 75 Prozent. Die verbleibenden 25 Prozent müssen vom Gemeindeverbund getragen werden. 75.000 Euro Finanzierungsbedarf sieht die Kalkulation Rädlers pro Jahr vor, wovon jährlich jeweils 18.750 Euro auf Landkreis und Stadt Kempten entfallen würden. Zumal die Kosten laut OB Thomas Kiechle „ja überschaubar sind“, sprach sich der Ausschuss bei erfolgreicher Bewerbung und Beteiligung des Landkreises in gleichem Umfang geschlossen für die Übernahme genannter Kosten aus. 

"Gute Chancen" 

„Wir haben gute Chancen“ hier im Allgäu, bewarb Rädler das Vorhaben, unter anderem da „wir in Schwaben die einzigen sind, die sich bewerben“. Seit Gründung des Bio-Rings 1987 sei zudem eine gute Basis geschaffen für den nun angestrebten Ausbau zur Öko-Modellregion. So gebe es zum Beispiel bereits einen Bio-Einkaufsführer, der künftig nicht mehr gedruckt, sondern nur noch als App erhältlich sein werde, die Bio-Brotzeitaktion, eine Internetplattform für Bioeinkauf und –ferien, die Firma Feneberg mit ihren „von hier“ Produkten, Bio-Catering, den Demeter-Schulbauernhof Schwärzler und vieles mehr. 

Ausbaubedarf sah sie beispielsweise im Bereich Landwirtschaftliche Erzeugung, wo aktuell „fast nur Grünland“ zu finden sei und deshalb Gemüse- und Obstanbau sowie Ölsaaten gefördert werden sollen. Potential bekundete Rädler auch im Bereich Premium-Produkte wie Heu-, Weide- und Hörnermilch. Ebenso vorgesehen ist die Förderung von umstellwilligen Landwirten, die von der konventionellen Landwirtschaft zur biologischen wechseln wollen. Auch eine Förderung von Direktvermarktung ist vorgesehen, wofür ein regionales Logistik-Netzwerk aufgebaut werden soll. Im Rahmen der Bewusstseinsbildung sollen Natur-Themenführungen oder auch Umweltbildung an Kindergärten und Schulen durchgeführt werden. „Es ist eine echte Chance“ für Landwirte, Verbraucher und Tourismus, meinte sie, und ein wichtiges Ziel dabei sei die Entwicklung „von unten“. 

Befürchtungen von CSU-Stadtrat Richard Hiepp und Kiechle, es könne hier eine ideologische Auseinandersetzung zwischen konventionell und Bio stattfinden, entkräftete Rädler, da keine Trennung, sondern Zusammenarbeit angestrebt werde. Christine Tröger

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