1. kreisbote-de
  2. Lokales
  3. Kempten

Lenzfried: Pläne für Wohnbebauung »Gerhardingerweg« werden nachgebessert

Erstellt:

Von: Helmut Hitscherich

Kommentare

Planungsskizze Gerhardingerweg Lenzfried
Geplante Wohnbebauung auf dem ehemaligen Gelände der Maria-Ward-Schule im Gerhardingerweg im Stadtteil Lenzfried. © Planskizze: Stadtplanungsamt Kempten

Kempten – Das Wohnbauprojekt Gerhardingerweg wurde in der Vergangenheit schon mehrfach im Gestaltungsbeirat behandelt. Jetzt werden die Pläne erneut ausgelegt.

Die Pläne für den „Gerhardingerweg“ auf dem Gelände der ehemaligen Maria-Ward-Schule waren in der Vergangenheit schon mehrfach im Gestaltungsbeirat Thema. Aufgrund der Stellungnahmen der Öffentlichkeit und des bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege mussten die Giebelenden entlang der Westgrenze der Häuser E und G um ein Geschoss reduziert werden. Außerdem wurde der südliche der beiden Gebäudehochpunkte (Haus G) von fünf auf vier Vollgeschosse reduziert.

Kritik gab es seitens der Öffentlichkeit daran, nicht frühzeitig – und damit nicht vorschriftsmäßig – in den Prozess einbezogen worden zu sein. Weitere Bedenken betreffen die Machbarkeitsstudie „Townhouses“ – diese wurde allerdings vom Vorhabenträger durchgeführt, weshalb es sich hierbei um keine verbindliche Festsetzung handelt –, Denkmalschutz und Ortsbild. Kritik hagelte es, weil die Planunterlagen keinerlei Aussagen bezüglich der verkehrstechnisch notwendigen Erfordernisse ­beinhalten. Das Amt für Tiefbau und Verkehr beurteilt das Vorhaben insgesamt als „verkehrlich unbedenklich“.

In der Nachbarschaft des künftigen Quartiers, in der Herz-, Henkel- und Althausstraße, machen sich Hauseigentümer und Bewohner Sorgen wie die Verkehrsführung im Ortskern funktionieren soll.

Ensemble historischer Bauten

Weitere Bedenken richteten sich unter anderem gegen den Eingriff im Ortskern von Lenzfried, ein sensibles Umfeld, das von einem Ensemble historischer Bauten der Barockzeit geprägt ist sowie das Landhotel Hirsch als Immissionsquelle für Gewerbelärm. Demnach entspräche das aktuelle Schallschutzgutachten nicht mehr den tatsächlichen Gegebenheiten.

Von den Behörden und sonstigen Trägern der Öffentlichkeit liegen sechs nicht abwägungsrelevante und drei abwägungsrelevante Stellungnahmen vor. So fordert die Untere Naturschutzbehörde, die Anzahl der zu fällenden Bäume in der Planzeichnung des Bebauungsplans (vBP) zu korrigieren und bestimmte Maßnahmen zum Schutz der zu erhaltenden Bäume und zum Artenschutz mit in den Bebauungsplan und Durchführungsvertrag aufzunehmen.

Planauslegung für Wohnbebauung »Gerhardingerweg«

Das Bayerische Landesamt für Denkmalschutz weist in drei Stellungnahmen darauf hin, dass die historischen Sichtachsen durch die neuen Baukörper nicht betroffen sein dürfen. Die geplante Höhenentwicklung, insbesondere der westlichen Giebelseiten und der beiden Hochpunkte seien so zu wählen, dass das bebaute Umfeld und hierbei insbesondere die Einzeldenkmäler nicht in den Hintergrund gedrängt werden. Die Gestaltung der Wohnanlage müsse sich in die bebaute Umgebung einfügen und mit den umgebenden Einzeldenkmälern harmonieren.

Hierbei sei insbesondere im Westen und Süden des Baukomplexes eine gestalterische Rücksichtnahme auf die historischen Gebäude erforderlich. Die neue Kubatur soll sich höhenmäßig an den beiden Klosteranlagen orientieren, so dass ein gleichberechtigtes Miteinander von alt und neu gewährt ist. Bis Dienstag, 10. Mai, sollen die nach einstimmigem Beschluss angepassten Pläne erneut ausgelegt werden.

Auch interessant

Kommentare