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Kempten plant eine Ringbus-Linie

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Von: Helmut Hitscherich

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Beim Mobilitätstag 2019zeigten sich die Besucher interessiert an Bussen. Ob die neuen Fahrzeuge für die geplante Ringbuslinie rechtzeitig zu beschaffen sind, fragte Stadtrat Helmut Berchtold (CSU). © Archivfoto: Lisa Viertel

Kempten – Eine Ringbuslinie in Kempten. Was das genau bedeutet, das wurde kürzlich dem Verkehrsausschuss berichtet.

Acht Busse sollen im 15-Minuten-Takt ihre Runden drehen und sind optimal an den Schienenverkehr angebunden. Los geht’s am Hauptbahnhof in zwei Richtungen:

Einmal geht es über die Bahnhofstraße, zu Mozart-, und Bodmanstraße, dann über den Adenauerring zur Memminger Str., zur Nordspange, und zur Heisinger Str. (Haltestelle Rastplatz Leubastal). Von dort führt die Linie wieder zum Hauptbahnhof über die Kaufbeurer Straße, den Berliner Platz, den Schumacherring, und die Bahnhofstraße. Die gegenläufige Linie verkehrt in umgekehrter Richtung.

Vorteile der Ringbuslinie

An allen an der Strecke liegenden Haltestellen können Fahrgäste zusteigen. Damit können Synergien erzielt werden. Zusätzlich werden neue Haltestellen (sog. dezentrale Verknüpfungspunkte) an der Thomas-Dachser-Str, der Nordspange/Riederau, der Ulmer Str. und dem Schumacherring/Lenzfrieder Str. geschaffen und entlasten die ZUM. Somit sparen sich die Menschen, die beispielsweise aus Wiggensbach kommen und nach Ursulasried wollen, den Umweg über die ZUM. Die Fahrzeit vom Hauptbahnhof zum Wendepunkt Leubastal beträgt 27 Minuten und von dort zum Hauptbahnhof 25 Minuten.

Finanziert wird das Projekt mithilfe einer Förderung. Die Stadt hat sich 2021 für das Programm Innovative ÖPNV-Projekte und nachhaltige Angebote (FIONA) beworben und den Zuschlag erhalten. Die Kosten des Programms belaufen sich auf elf Millionen Euro, davon muss die Stadt 5,5 Millionen Euro aufbringen. Diese Gelder sind bereits im Haushalt eingestellt. Somit kann unter anderem auch die Ringbuslinie eingerichtet werden.

Das könnte noch ein Problem werden

Die Krux an der Ringbuslinie ist, dass die Fahrzeuge bis Ende 2024 angeschafft sein müssen und die Linie betriebsbereit sein muss, ansonsten verfallen Fördergelder. Ferner muss das ÖPNV-Konzept, das 2018 fertiggestellt worden ist, aufgrund der Veränderungen bei den Linien 1, 11 und 12 aktualisiert werden. Die Linie 10 muss komplett überarbeitet werden und die Neubaugebiete Halde Nord und Parkstadt Engelhalde müssen ins Liniennetz integriert werden.

Für Thomas Hartmann (Grüne) ist die Ringbuslinie ein großer und neuer Schritt. „Wir dürfen nicht nur ein gutes ­ÖPNV-Angebot schaffen, sondern die Nutzung muss verbessert werden. Die Menschen müssen ihre Gewohnheiten verändern. Wir brauchen den Umstieg vom Auto zum ­ÖPNV. Das erhöhte Angebot darf zu keinem höheren Defizit führen.“

Helmut Berchtold (CSU) hinterfragte, warum man eine Fremdfirma mit der Untersuchung beauftragt habe, nachdem Thomas Kappler, KVB, die Masse der Vorarbeit geleistet habe und diese Firma das übernommen hat. „Man hätte mehrere tausend Euro sparen können“, so Berchtold.

Der Verkehrsbeauftragte des Stadtrats äußerte auch Bedenken hinsichtlich des Zeitplans: Denn jetzt sind neue Busse zu beschaffen und neue Fahrer müssen eingestellt und die Umsteigestellen geschaffen werden. „Ich habe Sorge, dass wir das bis Ende 2024 nicht schaffen und dann Fördergelder verlieren“, so Berchtold. Für Josef Mair (CSU) kommt es darauf an, bis in die Betriebe hinein zu wirken, damit die Arbeitnehmer die Busse auch nutzen. „Wir müssen auch beschließen, welches Busmaterial wir beschaffen“, so Mair. Auf Nachfrage von Klaus Knoll (FW), ob diese Ringbuslinie mit E-Bussen bedient werden könne, erklärte Thomas Kappler (KVB), dass dies zu 90 Prozent möglich sei.

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