PI Kempten präsentiert Verkehrs- und Kriminalstatistik 2016

Wohnungseinbrüche: Jeder Hinweis kann helfen

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Der Blick auf die Statistik und die Arbeit der PI Kempten im Jahr 2016 machten deutlichn wo sich einer der Schwerpunkte bei Prävention, Fahndung und Aufklärung befindet: bei Wohnungseinbrüchen und Diebstählen.

Kempten – Die Diskussion um Terror, Gewalt und Kriminalität ist ein Faktor, der unser tägliches Leben beeinflusst. Die Sorgen und die Ängste, die sich damit verbinden, wirken sich auf unseren Alltag und die Art und Weise wie wir leben, uns bewegen und wie wir uns verhalten aus. Als stabilisierender Gegenpol fungiert die Polizei mit all ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Wie sich die Sicherheitslage im Allgäu und die Arbeit der Polizeiinspektion (PI) Kempten im vergangenen Jahr entwickelt hat, war Thema bei der Präsentation der jährlichen Verkehrs- und Kriminalstatistik.

Vor wenigen Wochen veröffentlichte das Polizeipräsidium Schwaben Süd/West die Kriminalitätsentwicklung in Schwaben im vergangenen Jahr (der Kreisbote berichtete). Unter dem Titel „Das Allgäu ist kein sorgenfreies Paradies“ wurde die Polizeiliche Kriminalitätsstatistik (PKS) 2016 für die Region zwischen Oberstdorf, Günzburg, Lindau und Füssen vorgestellt.

Ein „sorgenfreies Paradies“ ist das Allgäu nicht, aber die Zahlen aus dem zurückliegenden Jahr machen auch deutlich, dass sich die Situation im Zuständigkeitsbereich der PI Kempten besser darstellt als die in Schwaben oder Bayern. Ein Merkmal für diese Situation ist die Kriminalhäufigkeitszahl. Dieser Wert gibt an, wie viel Straftaten pro 100.000 Einwohner verzeichnet worden sind. Während dieser Wert für den Freistaat im Jahr 2016 6871 betrug, ist der Vergleichswert für den Bereich des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West 4498. Im Zuständigkeitsbereich der PI Kempten liegt die Kriminalhäufigkeitszahl mit 4272 noch niedriger.

Polizeidirektor Günter Hackenberg machte mehrere Faktoren für diese erfreulichen Zahlen aus: den hohen Fahndungsdruck, die überdurchschnittliche Aufklärungsquote und die positiven Nebenwirkungen des ländlichen Raums auf das Zusammenleben der Menschen. So durfte sich Hackenberg und die gesamte PI Kempten darüber freuen, dass das Berichtsjahr das dreizehnte Jahr in Folge war, in dem die Aufklärungsquote bei über 70 Prozent lag: „Von den polizeilich bekannten und registrierten 5858 Straftaten konnten 4179 geklärt werden. Das entspricht einer Aufklärungsquote von 71 Prozent.“

Erfreulich präsentierten sich die Zahlen zur Gewaltkriminalität. Bei den Delikten aus dem Bereich der gefährlichen und schweren Körperverletzung wurden mit 188 Straftaten 18 Fälle weniger als im Vorjahr registriert (-8,7 Prozent). Mit einer Aufklärungsquote von 93 Prozent werden in diesem Deliktsfeld die Täter besonders häufig ermittelt. Besorgt zeigte sich Hackenberg aber über die negative Entwicklung im Bereich der Wohnungseinbrüche. Diese Straftaten haben von 34 Fällen im Jahr 2015 auf 64 Fälle im Folgejahr zugenommen. Als Konsequenz daraus wurde die vorbeugende Beratung der Bürger intensiviert und die Fahndung ausgeweitet. Hackenberg verwies in diesem Zusammenhang auf die seit Januar verstärkt stattfindenden Verkehrskontrollen auf den Ausfallstraßen der Stadt Kempten. Mit Unterstützung durch die Bereitschaftspolizei sollen Täter beim Abtransport des Diebesgutes ausfindig gemacht werden. Der Direktor der Kemptener Polizeiinspektion betonte die gute Zusammenarbeit und das gute Miteinander mit den Bürgerinnen und Bürgern in der Region: „Hier hat die soziale Kontrolle noch eine Bedeutung, hier achtet man darauf, was in der Nachbarschaft geschieht“, freute sich Hackenberg.

Wie hilfreich ein kleiner Hinweis aus der Bevölkerung sein kann, zeigte die Festnahme eines Einbrecherduos in Ehingen (Alb-Donau-Kreis) Ende Januar. Bei einem Einbruch in Bösingen bei Rottweil im Jahr 2015 war einem Zeugen ein verdächtiges Auto aufgefallen. Die Polizei ermittelte einen 43-jährigen Osteuropäer, bildete eine Ermittlungsgruppe aus Spezialisten der Kripo Ulm und Kempten und kam schnell zum Schluss, dass hier eine ganze Einbruchsserie auf dessen Konto gehen könnte. Schließlich wurden die beiden Täter auf frischer Tat ertappt und verhaftet. Mit dieser Festnahme wurden bis dahin ungeklärte Einbrüche in Altusried, Durach, Nesselwang und Bad Grönenbach aufgeklärt. Die beiden Einbrecher stehen im Verdacht mindestens 55 Wohnungseinbrüche verübt zu haben. Der Beuteschaden wurde auf 160.000 Euro geschätzt, der entstandene Sachschaden auf mehrere zehntausend Euro. „Mit einem kleinen Hinweis kann manchmal eine ganze Verbrechensserie aufgeklärt werden“, bilanzierte der Kemptener Polizeichef und appellierte gleichzeitig an die Bevölkerung im Allgäu, die Polizei als wichtigen Faktor in Sachen Sicherheit auch weiterhin zu unterstützen.

Michael Schropp

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