Ein Segen für Altusried

Hochmodern präsentiert sich die neue Kindertagesstätte Sankt Blasius

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Freuen sich über die neue Kindertagesstätte, (v. l.)Silvia Aicher (stellvertretende Kindergartenleiterin) und Einrichtungsleiterin Karin Ahne folgen interessiert den Ausführungen von Architekt Dieter Hartenstein. Für Joachim Konrad, erster Bürgermeister, ist die neue Kindertagesstätte ein ‚Paradies‘.

Altusried – „Ja, nun ist es so weit: Eltern, Betreuer und Kinder dürfen sich auf eine hochmoderne Kindertagesstätte freuen“, so Rathauschef Joachim Konrad vor Vertretern des Marktgemeinderates und Kindergarten-Mitarbeiterinnen anlässlich der Segnung der Tagesstätte Sankt Blasius vergangenen Donnerstag. Überlegungen, wie man mit der ehemaligen Einrichtung in der Schulstraße verfahren soll, reichen bis ins Jahr 2014 zurück. Sanieren oder neu bauen? Seinerzeit war klar, dass dieses Gebäude stark renovierungsbedürftig ist, außerdem rechnete man mit einem kontinuierlichen Bedarf an Betreuungsplätzen für Kleinkinder. Letztlich führte eine Voruntersuchung zu dem Ergebnis, ein Neubau ist die bessere Alternative.

Die Errichtung des neuen Kindergartens sei das größte Infrastrukturprojekt der Marktgemeinde der vergangenen 20 Jahre, informierte Joachim Konrad. „Es ist nicht nur gut geworden, sondern sogar sehr gut“, lautete dazu sein Resümee. Für dieses Bauvorhaben war es notwendig und für Altusried das erste Mal, ein europaweites Vergabeverfahren für Planungsleistungen in Gang zu bringen. Der Zuschlag für Planung und Bauleitung ging schließlich an die Arbeitsgemeinschaft (ARGE) Hartenstein/Leekes und architektur + raum GbR. Die Finanzierung des 5,9-Millionen-Projektes gestaltete sich aufwändig und erforderte seitens der Gemeindevertreter mehrere Fahrten nach Augsburg. Insgesamt flossen vom Freistaat Bayern in das Mammutprojekt Fördermittel von knapp drei Millionen Euro. Die reine Bauzeit, trotz zeitweise widriger Witterungsverhältnisse, betrug eineinhalb Jahre. Da die Organisation und Finanzierung in kommunaler Verantwortung lag, steht der neue Kindergarten mit vier Kindergarten- und vier Krippengruppen nun unter der Trägerschaft der Marktgemeinde. Diesbezügliche Verhandlungen mit dem bisherigen Betreiber, der Pfarrgemeinde, verliefen allesamt einvernehmlich. Ebenfalls integriert in dem Gebäude sind Räumlichkeiten für die Gesundheitsabteilung des TSV Altusried.

Es sei keine Selbstverständlichkeit, dass während der Bauphase nichts passiert ist, betonte die Leiterin der Kindertagesstätte, Karin Ahne. Beeindruckt war sie von dem reibungslosen Zusammenwirken sämtlicher Gewerke während der Bauzeit. Hellauf begeistert seien sie und ihr Team von der modernen und zweckmäßigen Gestaltung. Sie hob hervor, wie wohl sich Erzieher und Kinder von Anfang an in dem Gebäude fühlten. Desweiteren wies Ahne auf die vorausschauende Planung hin; für einen zu erwartenden Anstieg der Kinderzahlen ist ein Puffer hinterlegt. „Das Geld ist gut investiert.“, unterstrich sie gegenüber dem Gemeindeoberhaupt.

Stimmiges Konzept

„Wir haben hier ein schönes Objekt geschaffen“, ist sich Architekt Dieter Hartenstein sicher. Es galt die Herausforderung, nicht nur ein Gebäude zu schaffen, welches die Grundanforderungen der Funktionalität sowie der technischen Ausführung erfüllt, sondern in erster Linie durch die Gestaltung eines Lebensraums und einer Atmosphäre überzeugt. Das gelang, indem man helle, lichtdurchflutete Räume schuf und ein stimmiges Gesamtkonzept für Gebäude und Außenanlagen erreichte. Auch die lebendige Farbgestaltung der Fenster sei ein Hingucker. Das Bauwerk wurde harmonisch in das Gelände integriert. Mit der Dachbegrünung und der Ableitung des Regenwassers in die Teichanlagen wurde ein sinnvolles System geschaffen. Der Außenbereich ist großzügig gestaltet worden, so dass sich die Sprösslinge nicht nur gern dort aufhalten, sondern auch viel über Pflanzen lernen und die Natur erleben. Es gibt beispielsweise eine Obstwiese und es wurde ein Nadelholzbereich gepflanzt, ja, sogar Esskastanien wird man in Bälde ernten können. Die Wasserflächen wurden mit Zäunen gesichert, stellte Hartenstein vorsorglich klar. Während der untere Gebäudebereich in Betonbauweise errichtet wurde, entschied sich die ARGE beim Obergeschoss für eine Holzkonstruktion.

Der Segen sei nicht ein magisches Zeichen, damit anschließend nichts mehr passieren kann, diese Vorstellung sei grundfalsch, erläuterte Pfarrer Markus Mattes. Kinder würden sich weiter wehtun und auch Missstimmungen ließen sich nicht ganz vermeiden. Beim Segen gehe es darum, dass Gott sagt: „Du, ich gehe mit dir, Du bist gut, Du bist gewollt“, so der Kirchenmann. In diesem Sinne segnete der Geistliche der katholischen Kirche die Räume der Kindertagesstätte Sankt Blasius.

Hildegard Ulsperger

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