»Es ist ein tägliches Zittern«

Sitzung des Schulverbands in Dietmannsried

Lehrer im Klassenzimmer während der Corona-Pandemie mit Gesichtsvisier, Wandtafel, Laptop und Active Panel.
+
Schulleiter Martin Mederer (mit Gesichtsvisier) erläuterte den Weg der Grund- und Mittelschule Dietmannsried, bei dem Moderne (links ein Acitve Panel) und Tradition (in Form der Tafel rechts) Hand in Hand gehen.

Dietmannsried – Bei der jüngsten Sitzung des Schulverbandes Dietmannsried gewährte Schulleiter Martin Mederer nicht nur einen Einblick in das frisch sanierte Schulgebäude, sondern auch in den Schulalltag in Corona-Zeiten.

Der Haushaltsplan 2021 sieht weitere Ausgaben für die digitale Ausstattung der Grund- und Mittelschule vor. Grund- und Mittelschule Dietmannsried hätten dieses Jahr mit 496 Schülerinnen und Schülern ein seit langem nicht mehr dagewesenes Niveau erreicht, sagte Schulleiter Martin Mederer. 248 Kinder besuchen derzeit die elf Klassen der Grundschule, in den zwölf Klassen der Mittelschule sind es 284 Kinder und Jugendliche. „Wir sind jetzt schon proppenvoll, auch in der Mittagsbetreuung.“ Dabei sei mit Ablauf der coronabedingten Probezeit an den weiterführenden Schulen – diese endet am 15. Dezember – noch mit weiteren Zugängen zu rechnen. Zum laufenden Schuljahr habe man elf neue Lehrer eingestellt sowie jeweils zwei Mitarbeitende in Mittagsbetreuung/Offen Ganztagsschule und Schulsozialarbeit.

„Der Standort wird sehr gut angenommen, auch dank M-Zug und `Praxis bildet´“. Aktuell ist die Einrichtung „Profilschule gegen Rassismus und für Toleranz“. Bereits zum vierten Mal bewirbt sich Dietmannsried mit seinem mittlerweile barrierefreien Gebäude um das Schulprofil „Inklusionsschule“. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Schulen fasste der Schulleiter so zusammen: „Es ist ein tägliches Zittern. Es gibt keine Verlässlichkeit, da ist die Planung schwierig.“

Eine Notbetreuung sei angesichts des für den Notfall angedachten geteilten Unterrichts – die Schüler einer Klasse werden dabei in zwei Gruppen eingeteilt und im täglichen Wechsel beschult, wodurch die Lehrkräfte jeden Tag in den Unterricht eingebunden sind – nicht leistbar. „Wir gehen aber davon aus, dass die Schule so weiterlaufen wird, wie bisher“, so Mederer. Aktuell bestehe der Schulalltag aus „viel Frontalunterricht und wenig Aktivität. Die Kinder sitzen teilweise von 8 bis 16.45 Uhr mit Maske hier“, bedauerte er.

Für den Fall eines erneuten Lockdowns mit Distanzunterricht (Homeschooling) wurden bereits 48 Chromebooks als Leihgeräte für die Schüler angeschafft. Systembetreuer Elmar Hör führte diese schlanken, schnellen Geräte im Rahmen einer Führung durch das Gebäude vor, ebenso wie eines der modernen Active Panels, die im Lauf des Jahres für die drei Laptopklassen angeschafft wurden und die sukzessive die überkommenen White Boards ersetzen sollen. Bei alledem schrieben die Schüler, auch die in den Laptopklassen, immer noch „alles von Hand“, betonte Hör und auch die analoge Tafel sei nach wie vor rege im Einsatz. Die zeitgemäße digitale Ausstattung der Schule werde auch weiterhin ein großer Posten sein, stellte Dietmannsrieds 1. Bürgermeister Werner Endres bei der Vorstellung des Haushalts 2021 in Aussicht.

Aktuell warte man händeringend auf den Glasfaseranschluss. Weitere Haushaltsposten sind u.a. die Umstellung auf LED-Beleuchtung in der Dreifachturnhalle, Voruntersuchung zur Heizungssanierung (Endres: „Hier möchten wir uns zukunftsfähig aufstellen“) sowie Restzahlungen der Schulsanierungsmaßnahmen 2018/19. Der Haushaltsplan 2021 hat ein Gesamtvolumen von 1.806.900 Euro (Verwaltungshaushalt: 1.300.900 Euro, Vermögenshaushalt: 506.000 Euro).

Die Finanzierung des Schulverbandes der Gemeinden Dietmannsried, Haldenwang und Lauben erfolgt durch die Verwaltungsumlage der Mitgliedsgemeinden. Im Jahr 2021 wird eine Verwaltungsumlage in Höhe von 827.400 Euro notwendig (+70.800 Euro im Vergleich zum Vorjahr). Gründe für den Anstieg sind die gestiegenen Personalkosten, die gestiegen Schülerzahlen sowie Mehraufwendungen für die Umsetzung von Schutz- und Hygienekonzepten der Corona-Pandemie – allein Letztere schlagen mit 40.000 Euro zu Buche.

Sabine Stodal

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Das Team der Fachberatungsstelle Frauennotruf Kempten sensibilisiert und stärkt
Das Team der Fachberatungsstelle Frauennotruf Kempten sensibilisiert und stärkt
Gestaltungsbeirat diskutiert über eine mögliche Umnutzung für „Kleine Basilika“ Eberhardstraße 4 
Gestaltungsbeirat diskutiert über eine mögliche Umnutzung für „Kleine Basilika“ Eberhardstraße 4 
Haupt- und Finanzausschuss - Schulen und KiTas bleiben im Mittelpunkt
Haupt- und Finanzausschuss - Schulen und KiTas bleiben im Mittelpunkt

Kommentare