Kempten soll Besuchermagnet werden

Kempten ist sehenswert. Davon ist der Kempten Tourismus- und Veranstaltungsservice überzeugt. Aus diesem Grund lud Geschäftsführer Heinz Buhmann rund 70 Experten aus der Branche in die Illerstadt. Die Besucher lernten die Attraktionen Kemptens genauer kennen. Zum fast sechsstündigen Programm gehörte eine Stadtführung.

Buhmann hieß seine Gäste im Stadttheater willkommen. Sie waren Mitarbeiter von Allgäuer Touristinformationen, Hotelrezeptionen und großen Firmen, die für den Bereich Touristenbetreuung zuständig sind. „Viele kennen Kempten gut vom Forum Allgäu bis zur Galeria Kaufhof. Aber das war es dann auch“, sagte Buhmann. Der Veranstaltungsservice wolle Themen wie den Wintertourismus, Gesundheitstourismus aber vor allem den Städte- und Kulturtourismus ausbauen. In Kempten stünden 26 Themen- und Erlebnisführungen zur Auswahl. Die Stadt zähle pro Jahr fünf bis sechs Millionen touristische Tagesgäste. „Seit sieben Jahren bieten wir die Schmankerlführungen an. Dabei geht es darum, wie Fürstäbte und einfache Menschen gegessen haben.“ Buhmann wies auf die Krimiführungen mit den Originalschauplätzen der Kluftinger-Romane hin. Durch Bilder und einen Beamer vermittelte Ralf Lienert Impressionen der Stadt. „Die Region ist seit Jahrhunderten ein Ort, an dem die Menschen gerne wohnen“, meinte der Autor eines Reiseführers. Überall stießen Touristen auf die römische Vergangenheit Kemptens. Im Sommer pulsiere der Rathausplatz. Wegen des Illerradweges sei die Stadt auch für Radtouristen interessant. „Statt Stadtführungen gibt es die Möglichkeit des Audioguides.“ Der Hofgarten lade zum Verweilen ein. Der Kemptener Wochenmarkt habe eine Jahrhunderte alte Tradition. Neben der Open-Air-Kinobühne in der Burghalde mit 1500 Sitzplätzen gehörten die Allgäuer Festwoche und der Weihnachtsmarkt zum festen Bestandteil des Veranstaltungskalenders. Nun mussten die Gäste beweisen, dass sie gut zu Fuß sind. Unterteilt in fünf Gruppen machten sie sich auf den Weg durch die Stadt. „Die Kumuluswolke soll symbolisch darstellen, wie sich die Kultur über die Bevölkerung ergießt“, erklärte Stadtführerin Karin Cascio vor dem Stadttheater stehend. Ihre Gruppe lief weiter zum Rathausplatz, der „guten Stube Kemptens“. Nur die Wappen namhafter Kemptener Adelsfamilien seien am Rathaus aufgemalt. „Das ist die schönste Rokokofassade der Stadt“, erläuterte Cascio vor dem Londoner Hof. Das Haus in einzelnen Parzellen wohlhabenden Kemptener Bürgern. Die St.-Mang-Kirche sei das älteste Gotteshaus im Innenstadtbereich. Die Stadtführerin verwies auf das geschlossene Häuserensemble um den St.-Mang-Platz mit dem dominierenden Roten Haus. Auch über den Brunnen auf dem Platz informierte Karin Cascio: „Er ist 1905 entstanden. In der Mitte ist der jugendliche Magnus dargestellt. Die Knaben auf den Reittieren symbolisieren die vier Elemente.“ Dann ging es abwärts für die Gruppe. In der Erasmuskapelle sahen sie die 12-minütige Multimediapräsentation. Wieder an der Erdoberfläche führte Cascio ihre Gruppe vorbei an der Touristinformation zur Gerberstraße. „Das war früher ein anrüchiges Viertel“, betonte sie. Sie deutete auf die Nachbildung des ehemaligen Schlangenbachs, der durch das Mühlbachquartier führt. Im Hofgarten blieb die Gruppe vor dem Wasserbecken stehen. „Mit Mosaiksteinchen sind auf der einen Seite Bauwerke der Stiftsstadt, auf der anderen Seite Gebäude der Reichsstadt dargestellt“, so die Kemptenkennerin. Am Tor des Stadtparks sahen die Gäste eine Szene aus der Führung „Ritter – Fürstabt – Hexe“. Sie drehte sich um die letzte Hexe Maria Anna Schwegelin und ihren ehemaligen Geliebten Martin. „Das 1653 erbaute Gebäude gehört dem Freistaat Bayern“, verdeutlichte Cascio in den Prunkräumen der Residenz. Die Besucher staunten im Thronsaal, Audienzimmer sowie im Tages- und Arbeitszimmer des Fürstabts über die üppigen Verzierungen an den Wänden, Decken und Fußböden. Blick hinter die Kulissen Letzte Station war die bigBOX. Kaum vereint teilten sich die Besucher wieder in drei Gruppen. Marketingassistentin Jana Kapner begleitete eine davon durch das Gebäude. Die Gäste durften auf der Galerie Platz nehmen, die durch einen Vorhang abgegrenzt werden kann. Danach ging es zu den 15 Logen, von denen 14 an Allgäuer Firmen vermietet sind. Sechs bis acht Leute hätten in einer Loge Platz, so Kapner. Dann war Schwindelfreiheit gefragt. Denn in der Rigging-Area, dem höchsten Bereich, konn-ten die Besucher durch das Gitterrost bis nach unten schauen. „Die Rigger befestigen die Lampen in der Halle, wozu sie sich abseilen“, erklärte die junge Frau und führte die Gruppe in die skyBOX, den höchsten Raum, der vermietet wird. Anschließend steig die Gruppe hinunter ins Lager, das laut Kapner eigentlich zu klein sei. Dort lagern unter anderem Teppiche, Stühle und Bühnenteile. Die kultBOX biete Platz für bis zu 730 Personen, erläuterte Kapner. Über den Backstagegang führte der Weg in die Künstlergarderobe für die Stars. Mit Spiegeln und einem Flügel ist der Raum ziemlich karg eingerichtet. „Die Künstler bringen meist selbst ihre Dekoration mit“, erzählte sie. An einem Fenster war ein herunterhängendes Kabel zu sehen. Jana Kapner hatte auch dafür eine Erklärung: „Eros Ramazotti wollte unbedingt italienisches Fernsehen schauen, als er hier war. Deshalb mussten wir ein Kabel mit einer Satellitenschüssel verbinden.“ Nach dem Kaffeetrinken richtete Christof Feneberg, Geschäftsführer der bigBOX, ein paar Worte an die Gäste. „Seit der Eröffnung fanden 492 Konzerte mit insgesamt etwa 821 000 Besuchern statt.“ Man habe den „Sold Out Award“ mit einer Kuhschelle als Preis eingeführt. Zum Abschluss folgte eine kleine Hörprobe aus dem neuen Ludwig-Musical. Suzan Zeichner, die Ludwigs Kindermädchen darstellen wird, sang ein paar Takte ihrer Rolle. „Etliche Lieder wurden umarrangiert, die Texte sind jetzt aussagekräftiger“, berichtete sie. Momentan sei das Produktionsteam noch auf der Suche nach männlichen Statisten.

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