Ideen für Saurer Allma, Haslacher Hof und Bavaria-Haus

Aus dem Gestaltungsbeirat

Das Bavaria-Haus in Kempten an der Einmündung der Bodmanstraße in den Adenauerring 2015 im Sonnenschein.
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Das „Bavaria-Haus“ 2015. Inzwischen hat sich der Zustand des Gebäudes deutlich verschlechtert. Der Gestaltungsbeirat diskutiert über seine Zukunft.

Kempten – Es war „der kürzeste Vortrag, den wir je hatten“, attestierte die Vorsitzende des Gestaltungsbeirats Bü Prechter in der November-Sitzung des Gremiums Josef Mitter von MSB-Architekten aus München. Ausführlich war die anstehende Bebauung des Saurer Allma Geländes bereits in der vorangegangenen Sitzung (der Kreisbote berichtete) durch die Sozialbau vorgestellt worden, so dass es diesmal lediglich um die „Schärfung des Wettbewerbstextes“, vor allem bezüglich Mobilität oder der sozialen Einrichtungen wie Kindergarten ging.

Dieser habe „jetzt ein sehr hohes Niveau erreicht“, so Prechter. „Das wird eine wunderbare Sache“, sagte sie, was ruhig noch mehr hervorgehoben werden solle. Einzig fehle bei dem Projekt noch ein bisschen die „identitätsstiftende Quartiersmitte“, die alt und neu verbinde. Einen besonderen Stellenwert maß sie einmal mehr dem Wertstoffhof bei, der ihres Erachtens auch verlegt werden könnte. Auch ein „autofreies“ Quartier sei vorstellbar.

Studentenappartements statt »Haslacher Hof«

38 Appartements für Studenten und zwei Penthouse-Wohnungen on top will die Brefa an Stelle des jetzigen „Haslacher Hofs“ bauen. Anders als jetzt, soll das neue Gebäude an der hochgelegenen Stelle an der Immenstädter Straße „klare Kante“ zeigen, so der Architekt. Geplant sind eine ebenerdig befahrbare Tiefgarage mit 17 Stellplätzen, Gemeinschaftsräume und eine große Terrasse auf der Seite Immenstädter Straße und Balkone nach Westen. Hans-Peter Hebensperger-Hüther hätte lieber eine Lösung, „die nicht den Eindruck macht, dass die Tiefgarage der wichtigste Teil des Hauses ist“. Helmut Kuess erachtete es als wichtig, an diesem „stark in die soziale Geschichte Kemptens eingebrannten“ Ort „ein ganz starkes architektonisches Statement zu setzen“. Das sehe man hier allerdings „noch nicht erfüllt“.

 »Bavaria-Haus« gefällt noch nicht

Auch in der zweiten Runde haderte der Gestaltungsbeirat mit den Plänen für das „Bavaria-Haus“ an der Ecke Bodmanstraße/Adenauerring. Aber auch positive Entwicklungen fielen dem Gremium ins Auge. So wurde das Dachgeschoss überarbeitet und in etwa an das Erscheinungsbild des ehemaligen Bestandsgebäudes angepasst. Statt des Zeltdachs im dritten Obergeschoss soll nun ein in Richtung Adenauerring und Bodmanstraße umlaufendes Mansardendach die geschlossene Bauweise entlang des Adenauerrings aufgreifen und zum rückwärtigen Innenhof eine offene Terrasse erhalten. Wie schon bei der Projektvorstellung im September waren der alte Baumbestand im Innenhof und die dort vorgesehenen Parkplätze Diskussionspunkte. So sollen nach Wunsch des Gremiums drei Parkplätze zugunsten von zwei der Bäume wegfallen. Lieber noch möchte das Fachgremium auch die verbleibenden, wegen der Enge sehr schlecht anfahrbaren, Parkplätze streichen. Wie Hans-Peter Müller von msw architekten betonte, steht und fällt das Projekt mit den Stellplätzen und zwar nicht Ablöse, sondern physisch vorhandene. Weitere Parkmöglichkeiten soll eine Tiefgarage mit Autoaufzug bieten, mit Anfahrt von der Bodmanstraße her. Ein weiteres Problem sahen die Beiräte beim Treppenhaus, für das Beirat Thomas Glogger empfahl, sowohl bezüglich seiner Lage als auch seiner Geometrie nachzudenken. „Es hat so wenig mit dem Gebäude zu tun“, monierte er u.a. die enge Eingangssituation im Erdgeschoss. Eine Verlegung des Treppenhauses könnte aus Sicht des Gremiums weitere Räume mit Blick auf die Calgeer-Anlagen ermöglichen. Eine weitere Empfehlung zielte in Richtung ganz „klassisches Sockelgeschoss“. Dass der Erhalt der alten Fassade laut Architekt nicht möglich ist, „nehmen wir mit Wehmut zur Kenntnis“, meinte Glogger, der die Begründung „plausibel erklärt“ sah. Die überarbeiteten Pläne sollen dem Gremium nochmals vorgelegt werden.

Christine Tröger

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