Aus dem Stadtrat

Baupläne für Halde Nord, Memminger Straße und Gerhardingerweg

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Der Stadtrat hat den Weg für gleich drei Bauprojekte frei gemacht.

Kempten – Nach einem bald ein Jahrzehnt andauerndem Ringen um die Planung für das Baugebiet Halde Nord hat der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung nun per Satzungsbeschluss mehrheitlich den Weg frei gemacht (drei Grünen Gegenstimmen: Dr. Stefan Thiemann, Erna Kathrein Groll und Thomas Hartmann).

Relevant ist der Plan des Stadtplanungsamtes vom 23. Juli 2020 mit den textlichen Festsetzungen und der Begründung mit Umweltbericht und Anlagen (einsehbar unter www.kempten.de/5643.html).

Einstimmig wurde im Anschluss auch der Weg für das Nahversorgungszentrum in der Memminger Straße (bislang C+C Großmarkt) frei gemacht – ein wichtiger Baustein für die geplanten ca. 420 Wohneinheiten mit umfangreichen Grünflächen, zwei Kindergärten und drei öffentliche Spielplätze. Der Baubeginn des ersten Bauabschnittes soll nach der Fertigstellung der ersten für das kommende Jahr geplanten Erschließungsmaßnahmen im Frühjahr 2022 erfolgen. Entstehen soll auf einer Grundfläche von rund 2260 Quadratmetern ein Vollsortimenter bestehend aus Lebensmitteleinzelhandel (circa 1200 Quadratmeter) mit angeschlossenem Getränkemarkt (circa 400 Quadratmeter) und einem Back-Shop (circa 50 Quadratmeter) mit zugeordneter Café-Nutzung. Lager- und Technikräume kommen insgesamt auf weitere 540 Quadratmeter Grundfläche. Auf der Website der Stadt Kempten (www.kempten.de/5643.html) führt ein Link zu einer Visualisierung der geplanten Bebauung Halde Nord.

"Baustelle" Gerhardingerweg

Einmal mehr stand die Bebauung des Areals der ehemaligen Maria-Ward-Schule in Lenzfried zur Diskussion im Stadtrat. Waren die Räte in der Junisitzung knapp vor einer einvernehmlichen Lösung wegen der mit sieben Stockwerken geplanten zwei Punkthäuser nochmals zurückgerudert, reichte es jetzt mit den drei Gegenstimmen der AfD zum mehrheitlichen Aufstellungsbeschluss. Wie mehrfach berichtet soll in der rein für Wohnnutzung geplanten Areal ein Großteil der Wohngebäude abwechselnd zwei bis drei Geschosse erhalten, der Quartiersplatz im Norden und Süden soll durch genannte Punkthäuser begrenzt werden. Im Konsens wurden diese nun auf fünf Geschosse und eine Dachterrasse begrenzt.

Aus Sicht von Thomas Senftleben (AfD) passt die Bebauung so nicht ins Stadtbild und es „bleibt eine Trabantenstadt“, die für Lenzfried sicher keine Bereicherung sei. Dagegen hat sich für Alexander Hold (Freie Wähler) „die Ehrenrunde gelohnt“. Josef Mayr (CSU) sah die Baudichte und Höhe eher „im Grenzbereich“. Für ihn wäre „etwas ländlicher und weniger modern“ gut gewesen. „Grenzwertig“ ist das Vorhaben auch für seinen Parteikollegen Thomas Kreuzer, zumal daneben alles unter Denkmalschutz stehe oder Wohnbebauung mit maximal zwei Etagen sei. Sein Vorschlag: Man solle anfangen, „aber wenn die Leute es nicht akzeptieren“ auch abbrechen. Noch offen blieb eine in das Projekt eingebundene mögliche Zusatznutzung des benachbarten Edeka-Marktes durch Wohnraum über der Ladenfläche.

Christine Tröger

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