Skaten, Biken, Chillen

Start der Baumaßnahmen für einen Bike-Park im Engelhalde-Park

Luftbild des Engelhaldeparks in Kempten mit dem Plan für den künftigen Bike-Park, rechts untern das Foto eines Kindes auf dem Fahrrad mit Fahrradhelm.
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Im Engelhaldepark soll ein 5000 Quadratmeter großer Bike-Park entstehen.

Kempten – Das Stadtteilbüro Kempten-Ost versteht sich als „Anlaufstelle für Partizipation“ und so luden die beiden Quartiersmanager Max Erhardt und Jan Damlos alle Interessierten zu einem Onlineworkshop ein. Thema war die Vorstellung und Diskussion von Planungsideen zum Bau eines Bike-Parks im Engelhaldepark, für den in diesem Jahr rund 310.000 Euro im Haushalt bereitgestellt werden.

Teilnehmer des Videochats waren unter anderen Philipp Feldschmid, der für die Gestaltung des Bike-Parks zuständig ist, sowie Stephan Keppeler, Vorsitzender Stadtjugendring, Thomas Landerer, Sportbeauftragter der Stadt Kempten, und Tiefbauamtsleiter Markus Wiedemann.

Treffpunkt der Jugend

Die Stadt Kempten möchte mit dem Bike-Park ein attraktives und ausgewogenes Fahrrad-Angebot etablieren. Als ein Baustein der Fahrradinfrastruktur soll es Ziel der Anlage sein, ein abwechslungsreiches Angebot für Radler und Biker jeden Alters zu bieten. Dabei stehen Bewegung und Sport im Vordergrund. Ebenso soll ein weiterer Treffpunkt für soziale Kontakte geschaffen werden. Im Videochat wollten die Verantwortlichen von den 23 Teilnehmern, darunter einige Jugendliche, erfahren, welche Wünsche an Ausgestaltung des Parks und Anforderungen an die Parcours gestellt werden. Dabei wurden bei einer Online-Befragung in Echtzeit mehrheitlich die Begriffe Spaß, Pumptrack, Jumpline, Sprünge, Aufwertung und Partizipation genannt. Nach Vorstellung des Projekts durch Philipp Feldschmid äußerten die teilnehmenden jungen Biker ihre konkreten Wünsche an die Anlage.

Großzügige, abwechslungsreiche Anlage

Geplant sind auf einem bis zu 5000 Quadratmeter großen Areal im östlichen Engelhaldepark zwischen Kiosk und Kletterzentrum ein Pumptrack, LaufradTrack und -Platz, Kids-Flowtrail, Trail und Leisure-Fläche, Scooter-Park, Übungs-Parcours und eine Jump-Line. Was sich genau hinter den Begriffen verbirgt und welche Art von Parcours gemeint ist, wird unten ausführlich beschrieben.

Im ersten Bauabschnitt BA 1 werden heuer Pumptrack, der Laufrad-Trackplatz und der Kids-Flowtrail realisiert. Im Laufe des Abends aber wurde gerade von jugendlichen Bikern der Wunsch geäußert, den Kids-Flowtrail vorerst zurückzustellen und stattdessen an selber Stelle eine Jumpline zu bauen. Diese würde von den meisten jugendlichen Bikern nachgefragt und es könnten auf dieser auch überregionale Wettbewerbe stattfinden. Die Stadt Kempten wird nun bis zum 15. März über diesen Änderungswunsch entscheiden. Nach Inbetriebnahme dieser Anlagen wird über den zweiten Bauabschnitt BA 2 im Engelhaldepark gesprochen und entschieden. Derzeit ist nicht klar, ob der Kletterturm des DAV in den nächsten Jahren aus baulichen Gründen geschlossen wird und somit neue Flächen zur Nutzung durch den Bike-Park entstehen könnten. Wichtig war es allen Akteuren zu betonen, dass das Budget von 310.000 Euro nicht überschritten werden kann. 

  • Pumptrack
    Pumptracks sind multifunktionale und generationenübergreifende Spiel- und Sportanlagen. Hier werden motorische Fertigkeiten auf Rollsportgeräten ausgebildet. Auf dem Pumptrack, einem geschlossenen Rundkurs mit Wellen, Kurven und Sprüngen, können sich die NutzerInnen allmähliche an Bewegungsabläufe herantasten. Dies sorgt für einen risikobewussten, spielerischen Einstieg, während der Fahrspaß zum regelmäßigen, eigenverantwortlichen Training motiviert.
    Auch für versierte Fahrer bleiben Pumptracks langfristig interessant. Hier stellen sie ihr Können unter Beweis und präsentieren immer ausgefeiltere Tricks. Durch die Diskussionen unter den FahrerInnen entsteht ein ungezwungener, alters- und nutzergruppenübergreifender Dialog, der positive Effekte auf das Sozialverhalten fördert.
    Größe: 1085 Quadratmeter, davon 350 Quadratmeter Track, 25 Prozent des Projektgebietes Baukosten: ca. 120.000 Euro
  • Laufrad-Track und -Platz
    Der Laufrad-Track richtet sich an die kleinsten FahrradfahrerInnen. Für Kinder ab ca. zwei Jahren ist der Laufrad-Track der ideale, spielerische Einstieg in den Radsport. Ein Rundkurs mit niedrigen Wellen ist der perfekte und sichere Platz für Kleinkinder, um auf Laufrädern oder dem ersten Fahrrad ihre Koordination zu testen und weiterzuentwickeln. Somit verbessern die Kinder nicht nur ihr Körpergefühl, sondern entwickeln auch ein frühes Verständnis für das Verhalten in Gruppen. Als Ort, der sich insbesondere an Familien mit Kleinkindern richtet, ist eine Picknickstelle zum gemeinsamen Ausruhen und Verweilen ein idealer Treff- und Adresspunkt.
    Größe: 310 Quadratmeter, davon 40 Quadratmeter Track, 8 Prozent des Projektgebietes Baukosten: ca. 45.000 Euro
  • Kids-Flowtrail
    Auf den beiden Kids-Flowtrails können Kinder und Einsteiger ihr bereits erworbenes Können ausprobieren und erweitern, bevor es in die ‚freie Wildbahn‘ geht. Die Flowtrails haben einen welligen Verlauf, der mit spielerischen Elementen angereichert ist und somit ein Art Achterbahn-Feeling entstehen lässt. Mit dem durchschnittlichen Gefälle von 5 Prozent ist das Risiko einer zu hohen und damit gefahrvollen Beschleunigung sehr gering und ermöglicht der Nutzergruppe ein kontrolliertes und freudvolles Fahren. Abrollbare Sprünge, Wellen, S-Kurven und kleine Anlieger sorgen für glückliche Momente auf dem Rad. Hier kann das flüssige Fahren auf relativ kurzer und damit wiederholbarer Strecke geübt werden.
    Größe: 1790 Quadratmeter, 130 Meter Track, 45 Prozent des Projektgebietes Baukosten: ca. 25.000 Euro
  • Jumpline
    Die Jumpline richtet sich an die Wagemutigen unter den FahrradfahrerInnen. Hier wird durch eine abgestimmte Aneinanderreihung von Absprüngen und Landungen „Airtime“ ermöglicht. Die Fahrer können hier verschiedene Tricks absolvieren. Die Hügel werden in der Regel in Erdbauweise erstellt. Optional können auch noch weitere Elemente (Wallrides, Drops und Boxen) zum Beispiel aus Holz mit in den Parcours eingebaut werden. Auch bei diesen Elementen versucht der Fahrer, Tricks in den verschiedenen Schwierigkeitsgraden zu zeigen. Da die Akzeptanz einer solchen Anlage sehr von den Vorlieben oder Fähigkeiten der lokalen Szene abhängt, sollte hier in jedem Fall ein Beteiligungsverfahren gewählt werden.
    Größe: 100 Quadratmeter, vier bis fünf Sprünge, Baukosten: ca. 16.000 Euro

Jörg Spielberg

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