Böller zweckentfremdet

Tatverdächtiger sprengt sechs Zigarettenautomaten

Ein Zigarettenautomat in Einzelteilen
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Insgesamt sechs Zigarettenautomaten gehen auf das Konto des Tatverdächtigen, den Staatsanwaltschaft und Kripo ermittelt haben

Kempten/Oberallgäu - Insgesamt sechs Zigarettenautomaten gehen auf sein Konto. Der Täter sprengte die Automaten und öffnete sie gewaltsam. Der Staatsanwaltschaft Kempten und der Kripo gelang es nun, einen Tatverdächtigen zu identifizieren. Aufspüren muss sie ihn aber nicht mehr.

Erstmals wurde den Beamten laut Polizeimeldungim Januar 2020 ein zerstörter Automat gemeldet. Dieser war im Waltenhofener Ortsteil Lanzen gesprengt worden. Als etwas ungewöhnliches Aufbruchswerkzeug hatten die Ermittler Silvesterböller identifiziert, die es im deutschen Handel nicht zu erwerben gibt und am Zigarettenautomaten einen Totalschaden anrichteten. Nicht wenige Anwohner waren damals am 8. Januar kurz vor Mitternacht durch den lauten Knall geweckt worden. Im Laufe des Jahres 2020 wurden weitere Zigarettenautomaten auf die gleiche Art und Weise mutwillig geöffnet.

  • 14. Januar kurz nach 4 Uhr im Aybühlweg in Kempten,
  • 5. Juni kurz nach Mitternacht in der Memminger Straße in Kempten,
  • 26. August kurz nach 4 Uhr in Sulzberg-Graben,
  • 29. August gegen 4 Uhr in der Hindelanger Straße in Sonthofen, und am
  • 4. September gegen 5 Uhr in der Kaufbeurer Straße in Kempten.

Nach derzeitigem Kenntnisstand wollte der Täter nicht an die Zigaretten, sondern an den Kasseninhalt der Automaten.

Der Täter sprengte drei Automaten in Kempten, einen in Sulzberg und einen in Sonthofen.

„Insbesondere die akribische Spurensicherung führte uns zu dem Tatverdächtigen. Darüber bin ich vor allem deswegen erleichtert, weil durch den illegalen Einsatz dieser gefährlichen Pyrotechnik eine erhebliche Verletzungsgefahr für Unbeteiligte entsteht“, stellt Josef Ischwang als Leiter der Kripo Kempten fest. „Zudem setzen die Täter ebenso ihr eigenes Leben aufs Spiel, da solche Böller unkontrolliert umsetzen können.“ Insgesamt verursachte der Tatverdächtige einen Sachschaden von über 13.000 Euro. Da die Kasse der Geräte regelmäßig geleert wird, erlangte der Täter insgesamt nur knapp 2000 Euro Bargeld. Zukünftig dürften solche Taten überhaupt keinen Erfolg mehr versprechen, da diese Art der Sprengung nur bei einem bestimmten Alt-Modell möglich war und die Automatenaufsteller diese bereits nahezu komplett ausgetauscht haben, schreibt die Polizei in ihrer Pressemeldung. Der Tatverdächtige befindet sich auf Antrag der Staatsanwaltschaft Kempten seit Ende September 2020 in Untersuchungshaft, nachdem die Kripo Kempten ihm auch den bewaffneten Raubüberfall auf eine Tankstelle im September 2020 in Weitnau zur Last legen konnte. Geprüft wird nun, ob der Tatverdächtige aus dem Oberallgäu Mittäter hatte. Ebenso wird nun beleuchtet, woher er die nicht zugelassenen Böller herhatte.

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