Das Allgäu im Schnee

Schneefall und Glätte: Winterliche Verhältnisse erschweren Müllabfuhr

LKW stehen auf der B12 bei Wildpoldsried im Stau. Die Schneemassen haben zu Verkehrsbehinderungen geführt.
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Langezeit ging am Donnerstag auf der B12 gar nichts mehr. Am kommenden Montag könnte es erneut zu Verkehrsbehinderungen im Oberallgäu kommen.

Schneebruch, querstehende Fahrzeuge, rutschige Straßen: Der heftige Wintereinbruch hat einige Unfälle und Unannehmlichkeiten mit sich gebracht.

+++ Montag 18. Januar +++

Aufgrund der winterlichen Verhältnisse gibt es aktuell Probleme bei der Abfuhr der Müllgefäße. Daher teilt das ZAK mit: „Sollten Restmüll- oder Biomülltonnen nicht geleert worden sein, dann stellen Sie bitte bei der nächsten Leerung einfach einen Sack (bei Restmüll) oder einen Karton (bei Biomüll) neben Ihre Mülltonnen. Wurde die Papiertonne nicht geleert, dann entsorgen Sie Ihre Papierabfälle, wenn möglich über die Wertstoffinseln oder den Wertstoffhof. Wir bitten um Ihr Verständnis.“

+++ Samstag, 16. Januar +++

Von Sonntag, 17. Januar, 3 Uhr bis Montag, 18. Januar, 8 Uhr, sagt der Deutsche Wetterdienst (DWD) wieder starke Schneefälle voraus. Im Oberallgäu, südlich von Kempten und dem angrenzenden Teil des Landkreis Lindau fallen Schneemengen zwischen 20 und 30 Zentimetern, so der DWD. In Staulagen werden Mengen bis zu 50 Zentimeter erreicht. Verbreitet werde es glatt.

Laut DWD können Straßen stellenweise unpassierbar sein. Unter anderem können Bäume unter der Schneelast zusammenbrechen. Bewohner der Region sollen auf alle Autofahrten verzichten. Fahrten seien nur mit Winterausrüstung möglich.

Katastrophale Straßenverhältnisse am Donnerstag, 14. Januar

Insgesamt registrierte die Polizei letzten Donnerstag zwischen Mitternacht und 15:30 Uhr bisher 76 Verkehrsunfälle, davon fünf mit verletzten Personen. Es war glücklicherweise zu keinen schwereren Verletzungen gekommen, zumeist waren Blechschäden die Folge, so die Polizei. Betroffen waren insbesondere die südlichen Landkreise Lindau, Oberallgäu und Ostallgäu mit den Städten Kempten und Kaufbeuren. Die Verkehrsunfälle verteilen sich wie folgt auf die Landkreise und kreisfreien Städte:

  • Landkreis Neu-Ulm: 6 Verkehrsunfälle mit Sachschaden, zwei Verkehrsunfälle mit Verletzten
  • Landkreis Günzburg: 1 Verkehrsunfall mit Sachschaden
  • Landkreis Unterallgäu und Stadt Memmingen: 8 Verkehrsunfälle mit Sachschaden, ein Verkehrsunfall mit Verletzten
  • Landkreis Ostallgäu und Stadt Kaufbeuren: 20 Verkehrsunfälle mit Sachschaden, ein Verkehrsunfall mit Verletzten
  • Landkreis Oberallgäu und Stadt Kempten: 26 Verkehrsunfälle mit Sachschaden, ein Verkehrsunfall mit Verletzten
  • Landkreis Lindau: 10 Verkehrsunfälle mit Sachschaden An einem normalen Tag nimmt die Polizei durchschnittlich 83 Verkehrsunfälle auf.

Zudem wurden bei der Polizei zwischen Mitternacht und 15:30 Uhr nahezu einhundert Verkehrsbehinderungen gemeldet, die meisten davon durch liegen- oder steckengebliebene Fahrzeuge, vereinzelt auch wegen umgestürzter Bäume. Zeitweise waren damit lange Wartezeiten für die Verkehrsteilnehmer verbunden.

Die angespannte Verkehrslage blieb auch mittags bestehen. Vor allem auf der BAB 96 zwischen der Landesgrenze und auf der B 12 zwischen Kempten und Geisenried waren viele Verkehrsteilnehmer betroffen.

Auf der BAB 96 zwischen der Landesgrenze und der AS Sigmarszell kam es zwischen 08:30 Uhr und etwa 11:30 Uhr in nördlicher Fahrtrichtung zu großen Verkehrsbehinderungen durch festgefahrene Lkw. Zeitweise standen hier bis zu 500 Verkehrsteilnehmer im Stau. Der Winterdienst kam teilweise nicht durch, was für erhebliche Verzögerungen sorgte. Ähnlich sah es auf der B12 zwischen Kempten und Geisenried aus. Auch hier steckten zeitweise 30-40 Lkw fest, die wieder freigeschleppt werden mussten. Dazu wurde die B12 in beide Fahrtrichtungen gesperrt. Auch die Ausweichstrecken waren teilweise durch liegengebliebene Fahrzeuge gesperrt.

+++ 14. Januar +++

Dringende Empfehlung der Polizei:

Die Polizei empfiehlt weiterhin dringend, alle nicht unbedingt erforderlichen Fahrten zu vermeiden. Lkw-Fahrer werden dringend gebeten, den nächstgelegenen Parkplatz aufzusuchen und die Fahrt dort zu unterbrechen, bis sich die Straßenverhältnisse wesentlich bessern. Für Fahrer von Gefahrguttransporten ist dies vorgeschrieben. Zudem bittet die Polizei um das Anlegen von Schneeketten für die Fahrzeuge, sofern diese vorhanden sind.

An der Auffahrt auf die A7 in Kempten Leubas standen am Donnerstag die LKW. Auch andernorts war langezeit kein Durchkommen.

Seit Mitternacht bis 9 Uhr heute Morgen registrierte das Polizeipräsidium Schwaben Süd/West bereist insgesamt 41 Unfälle, davon wurden bei drei Unfällen Personen verletzt. Die Zahlen verteilen sich wie folgt auf die Landkreise:

  • Landkreis Unterallgäu und Stadt Memmingen: 7 Verkehrsunfälle mit Sachschaden
  • Landkreis Ostallgäu und Stadt Kaufbeuren: 11 Verkehrsunfälle mit Sachschaden,
  • Landkreis Oberallgäu und Stadt Kempten: 11 Verkehrsunfälle mit Sachschaden, ein Verkehrsunfall mit Verletzten
  • Landkreis Lindau: 4 Verkehrsunfälle mit Sachschaden

Zudem gingen seit Mitternacht insgesamt 45 Meldungen über Verkehrsbehinderungen bei der Polizei ein, die Mehrzahl davon wegen hängengebliebener Fahrzeuge oder quergestellter Lkw. Die große Anzahl der Verkehrsunfälle waren laut Polizeimeldung lediglich Blechschäden, bei den Unfällen mit Verletzten lagen überwiegend nur leichte Verletzungen vor.

Unwetterwarnung des Deutschen Wetterdienstes für Donnerstag, 14. Januar

Nicht nur vor glatten Straßen warnt der Deutsche Wetterdienst (DWD) aktuell. Vor allem der angekündigte massive Schneefall im Südwesten Bayerns könnte zu Problemen führen. Dafür ruft der Deutsche Wetterdienst für die Regionen Allgäu und Garmisch-Partenkirchen die zweithöchste Warnstufe aus. Und auch das Warnsystem Katwarn schlägt Alarm. Oberhalb von 800 Metern kann in den betroffenen Gebieten bis zu 60 Zentimeter Neuschnee fallen.

Doch nicht nur vor starkem Schneefall müssen sich die Menschen im Süden Bayerns vorsehen. Dazu warnt der DWD noch vor Glätte, Frost und Sturm. Bis in den späten Vormittag bleibt es glatt und kalt. Dazu kann es immer wieder zu Sturmböen im Alpenraum kommen. Auf den Alpengipfeln werden Windgeschwindigkeiten bis zu 115 Stundenkilometern erreicht.

Am Freitag soll sich die Wetterlage wieder entspannen. Bei Werten zwischen minus fünf und plus zwei Grad bleibt es aber frisch. Auch der Wind bläst konstant aus Nordost, aber nicht mehr so stark, wie noch am Donnerstag. Erst zum Wochenende wird von Franken her neuer Schneefall prognostiziert.

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