Grundsatzbeschluss vertagt

Noch keine Einigung beim Ausbau der Grotz- und Rauholzstraße

Die Dorfkirche von Waltenhofen im Allgäu mit umliegenden Häusern und den Alpen im Hintergrund unter einem blauen Himmel und tief hängenden Wolken.
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Über Bauprojekte, Naturschutz und digitale Bildung beriet der Gemeinderat Waltenhofen in seiner jüngsten Sitzung.

Waltenhofen – Bei der öffentlichen Sitzung des Waltenhofener Gemeinderats in der Mehrzweckhalle in Oberdorf standen der Bebauungsplan des Gewerbegebiets Herzmanns-Süd, der Ausbau der Grotz- sowie Rauholzstraße und der aktuelle Stand des gemeindlichen Ökokontos auf der Tagesordnung. Die Beschlussfassung zur Unterstützung und Standortfrage des Dorfladens Niedersonthofen musste kurzfristig verschoben werden, da dem Gemeinderat noch nicht alle notwendigen Unterlagen für eine Entscheidungsfindung zur Verfügung gestellt werden konnten, wie 1. Bürgermeister Eckhard Harscher eingangs erklärte.

Als der planende Architekt die Änderungen des Bebauungsplans inklusive Grünordnungsplan für das Gewerbegebiet Herzmanns-Süd vorstellte, äußerte Gemeinderat Alfons Stöberl (CSU) Bedenken bezüglich der Auswirkungen auf das Landschaftsbild. Der Architekt erklärte, dass die Höhe der geplanten Salzlagerhalle mit 13 Metern rund 3,5 Meter niedriger als das derzeitige Verwaltungsgebäude ausfallen werde. Außerdem seien hinsichtlich des Naturschutzes keine weiteren Ausgleichsflächen von Nöten. Stöberl äußerte zudem den Wunsch, die Planung der Dachbegrünung, die derzeit nur auf dem Hauptgebäude vorgesehen sei, zu überdenken. „Bei bestehenden Gebäuden wird überall geschaut, ob etwas insektenfreundlich gemacht werden kann. Hier haben wir einen Neubau, bei dem das nicht berücksichtigt wird“, meinte das Gemeinderatsmitglied.

Auch zur sich verändernden Schmutzwassersituation gab es Rückfragen seitens des Gemeinderats. Da es sich beim Neubau ausschließlich um Bürogebäude handle, sei jedoch bezüglich des Schmutzwassers keine Mehrbelastung des gemeindlichen Kanals zu erwarten. Ein späterer Nachweis soll diese Hypothese bestätigen. Nachfolgend wurden zwei Stellungnahmen von Anwohnern vorgelesen, die Lärmschutzbedenken geäußert hatten. Beide Stellungnahmen seien durch das beauftragte Ingenieurbüro geprüft worden, das keine schädlichen Umwelteinwirkungen feststellen und somit keine Veranlassung zur Änderung der Planungen sehen konnte. 

Zum geplanten Ausbau der Grotzstraße sowie Rauholzstraße erklärte der Bürgermeister, dass diese Maßnahme bereits seit 2013 auf der Agenda stehe, damals jedoch aufgrund der unklaren Situation über den Verbleib eines dort ansässigen Unternehmens verschoben werden musste. Das beauftragte Ingenieurbüro erklärte, dass sowohl die Straßen als auch die darunterliegende Kanalisation saniert werden müsste, da teilweise Einsturzgefahr bestehe. Es bestünde infolgedessen die Möglichkeit, vom derzeitigen Mischwasserkanal auf einen Regenwasserkanal umzusteigen, um das Regenwasser vom Abwasser zu trennen. Als Kostenrahmen der beiden Bauabschnitte wurden 3,5 Millionen Euro durch das Ingenieurbüro ausgewiesen. Bei zügigem Beschluss sei ein Baubeginn im April beziehungsweise Mai nächsten Jahres möglich. Gemeinderat Christian Kühnel (Wir für Waltenhofen) führte an, dass normalerweise zwischen der Planung und der Ausführung einer so großen Investition ein Jahr Zeit liege, wodurch bei der Umsetzung im Folgejahr belastbarere Zahlen vorlägen. Auch Gemeinderätin Ulrike Hitzler (Die Grünen) wollte zumindest noch die kommenden Haushaltsberatungen in eineinhalb Wochen abwarten, bevor ein Grundsatzbeschluss gefasst werde. Diesem Wunsch kam der Bürgermeister nach und verschob die Beschlussfassung auf Dezember.

Gemeinderat Peter Harsch stellte einen Antrag auf Auskunft über den aktuellen Stand des gemeindlichen Ökokontos, der daraufhin in der Sitzung vorgestellt wurde. Mit dem Schwarzgrabenbach, dem Waltenhofener Bach Ost, dem Waltenhofener Bach West und der Iller bei Martinszell gebe es derzeit vier Ausgleichsflächen mit einem Gesamtökoguthaben von rund 63.000 Quadratmetern, was ein guter durchschnittlicher Wert sei. Beim Waltenhofener Bach West bestehe außerdem die Möglichkeit, bei Bedarf eine Erweiterungsfläche von circa 5700 Quadratmetern mit aufzunehmen.

Abschließend informierte der Bürgermeister darüber, dass über den Digitalpakt an den drei Grundschulen und der Mittelschule der Gemeinde 150.000 Euro investiert worden seien, um die IT-Infrastruktur aufzurüsten. 90 Prozent der Kosten würden über den Digitalpakt der Bundesregierung gefördert, so Harscher.

Dominik Baum

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