Bald auf Augenhöhe mit München

Weitnau vergibt Breitbandausbau an regionalen Anbieter

Breitbandkabel ragen aus einem Loch in der Straße
+
Wenn alle Termine eingehalten werden können, beginnen im Spätherbst dieses Jahres die Arbeiten am Weitnauer Breitbandausbau.

Weitnau – Für Bürgermeister Florian Schmid ist es der wichtigste Auftrag seiner Amtszeit: der Ausbau des Internets in seiner Gemeinde.

Sein Versprechen, die bislang völlig unzureichende Infrastruktur schnellstmöglich zu verbessern, hatte entscheidend zu seinem Sieg bei der Wahl 2020 beigetragen. Nun hat Weitnau den ersten Schritt getan: Der Gemeinderat vergab den Ausbau-Auftrag einstimmig an das „Allgäuer Überlandwerk“(AÜW).

Wenn alle Termine eingehalten werden können, beginnen im Spätherbst dieses Jahres die Arbeiten. Und dann ist unsere Gemeinde in etwa zweieinhalb Jahren auf Augenhöhe mit der Infrastruktur in München“, freut sich Schmid.

Das Internet ist seit Jahren ein Ärgernis für die Bürger und vor allem für das ansässige Gewerbe. Daten hochladen und verschicken dauert oft eine kleine Ewigkeit, das schreckt potentielle Gewerbetreibende ab und schwächt die Attraktivität des Standortes.

Nun soll ein engmaschiges Netz von Glasfaserkabeln die Situation in Weitnau, Kleinweiler und Wengen entscheidend verbessern. Exakt 532 Adressen werden angeschlossen, dafür müssen 90 Kilometer Trasse in den Boden gegraben werden. Der zentrale Verteilknoten des künftigen Glasfasernetzes liegt im Umspannwerk Seltmans. Die Ausbauzeit wird auf 27 Monate veranschlagt.

Wunsch: Tiefbauarbeiten sollen vor dem Winter starten

Der Beginn des Ausbaus hängt davon ab, ob die Verträge mit dem Anbieter AÜW wie geplant im April unterzeichnet werden können: „Wir haben das vor, um den Sommer über das Ganze vorbereiten zu können“, so Thomas Klöpf, der Kämmerer der Marktgemeinde. „Und wir haben das sportlich ambitionierte Ziel, noch vor dem nächsten Winter mit den Tiefbauarbeiten zu starten!“ Klöpf verweist allerdings auf die bürokratischen Hürden, die bei der Genehmigung des staatlichen Förderprogramms zu überwinden sind. „Da kann man den Begriff ,schnelles Internet‘ nicht anwenden“, bemerkt Schmid.

Der Schritt in die Zukunft wird insgesamt 9,2 Millionen Euro kosten, dank der Unterstützung des Bundes in Höhe von 4,6 Millionen Euro und weiteren 3,6 Millionen Euro aus Mitteln des bayerischen Finanzministeriums muss die Gemeinde etwa 980.000 Euro selbst aufbringen.

Das Geld ist gut angelegt, meint Florian Schmid: „Weitnau erhält durch das Glasfasernetz völlig neue Möglichkeiten.“ So verbessere sich die Lebens- und Arbeitsqualität und durch die Perspektive auf die bessere Infrastruktur könnten auch die Menschen im Ort gehalten werden und nicht mehr abwandern. Gemeinderat Herbert Socher schloss sich dieser Sicht an und sprach von einer „Riesenerleichterung“, weil die Kosten für die Marktgemeinde durch staatliche Zuschüsse weitaus geringer ausfallen als befürchtet.

Lutz Bäucker

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Trotz Demonstrationsverbot - Die Polizei spricht von bis zu 1000 „Querdenkern“
Trotz Demonstrationsverbot - Die Polizei spricht von bis zu 1000 „Querdenkern“
Wiggensbach diskutiert über Öffnung des Freibades
Wiggensbach diskutiert über Öffnung des Freibades
ARD-Filme komplett im Allgäu gedreht
ARD-Filme komplett im Allgäu gedreht
Für heute geplante „Querdenker“-Demo und -Kundgebung: Jetzt beides untersagt
Für heute geplante „Querdenker“-Demo und -Kundgebung: Jetzt beides untersagt

Kommentare