Kempten wird Modellregion

Die Arbeitslosenzahlen von Jugendlichen in Bayern sehen gut aus. Da waren sich alle Redner zur landesweiten Auftaktveranstaltung „Fit für die Zukunft – Chancen für alle jungen Menschen in Bayern“ vergangene Woche im Kemptener Rathaus einig. Während in anderen europäischen Ländern über eine Jugendarbeitslosigkeit von bis zu 50 Prozent gesprochen werde, seien im Juni bayernweit „nur 2,4 Prozent der Jugendlichen zwischen 15 und 25 Jahren ohne Arbeit gewesen“, erklärte Staatssekretär Thomas Kreuzer, Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus.

„Aber auch 2,4 Prozent sind uns noch zu viel“, fügte er an. Es gehe dabei sowohl um die Zukunftsperspektive der Jugendlichen als auch um Fachkräfte für die Unternehmen. Die gemeinsame Erklärung der Bayerischen Staatsregierung und der Regionaldirektion Bayern der Bundesagentur für Arbeit soll nun dazu beitragen, dass die Zahl „auf praktisch Null zurückgeführt wird“, so der Wunsch von Markus Sackmann, Staatssekretär für Arbeit, Sozialordnung, Familie und Frauen. Um den Jugendlichen sowohl beim Sprung von der Schule in die Berufsausbildung, als auch von der Ausbildung in ein dauerhaftes Berufsleben gezielt unter die Arme greifen zu können, sollen unter anderem Ausbildungsakquisiteure vor allem auch auf die Familien von Jugendlichen mit Migrationshintergrund zugehen. Finanzielle Anreize für Unternehmen könnten ebenfalls dafür sorgen, dass Unternehmen problematischen Jugendlichen, die eine intensivere Betreuung und Begleitung brauchen, eine Chance geben. Dass die zahlreichen wie vielfältigen Angebote von der vertieften Berufsorientierung, einem Patenmodell für Jugendliche der 8. und 9. Klassen, bis zum Schüler-Netz-Cafe, einer Art „Lehrstellenbörse“ im Kleinformat, letztendlich nur durch den in Kempten bereits erfolgreich praktizierten „Schulterschluss“ zwischen Schulen, Verbänden, Arbeitsagentur und Wirtschaft erfolgreich sein können, wurde mehrfach betont. Kempten, als eine der drei Modellregionen der Initiative, sei auch deshalb eine gute Wahl, weil es sich „nicht in guten Absichten ergeht“, sondern neben einer Strategie auch „ganz konkrete Maßnahmen“ durchführe, hob Ralf Holzwarth von der Bundesagentur für Arbeit hervor. So konnte Peter Litzka, Leiter der Arbeitsagentur, verkünden, dass sich seit Beginn der Kemptener Initiative „Zukunft bringt’s“ , die „Zahl der jugendlichen Arbeitslosen halbiert hat“. Auf nahezu 3,3 Millionen Euro bezifferte Jugend-, Schul- und Sozialreferent Benedikt Mayer den Gesamtaufwand seit Beginn der Initiative. Das gebe es nicht oft, dass eine Stadt da in solchem Umfang – jährlich etwa 780 000 Euro davon 380 000 städtische Mittel – in Eigenleistung geht“, meinte er gegenüber dem KREISBOTEN. Für Peter Müller, Geschäftsführer Jobcenter Kempten, war es besonders erwähnenswert, dass 70 Prozent der erwerbsfähigen zwischen 15 und 25-Jährigen maximal bis zu drei Monaten arbeitslos sei. Dass Jugendliche dort betreut werden, war für Schulleiter und Verbundkoordinator der Kemptener Mittelschulen, Herbert Rotter, wichtig, denn viele von ihnen „sind weit vom Arbeitsmarkt entfernt“. OB Dr. Ulrich Netzer freute sich über die Wahl Kemptens als Modellregion und dadurch mögliche „Blaupause“ für andere Regionen sein zu können.

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