113 Millionen Euro für »Campus«

Zweckverband BSZ 2021 beschließt Sanierungsplan für die Berufsschulen I bis III

Vor dem Rohbau des neuen zusätzlichen Gebäudes für die Fach- und Berufsoberschule (FOS/BOS) an der Kotterner Straße in Kempten hält Oberbürgermeister Thomas Kiechle am Rednerpult eine Rede zum Richtfest; um ihn herum die Zuhörer und ein Kran.
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Rund 100 Gäste feierten mit Oberbürgermeister Thomas Kiechle Richtfest am Erweiterungsbau der FOS/BOS.
  • VonJörg Spielberg
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Kempten/Oberallgäu – Seit Jahren herrscht Platzmangel im Beruflichen Schulzentrum. Die Schüler wandeln zwischen den Gebäuden hin und her, es fehlt an Aufenthaltsmöglichkeiten. Auch die Verwaltung und die Lehrerschaft agieren auf beengtem Raum. Die Verantwortlichen hoffen, dass mit einem Neubau der FOS/BOS entlang der Kotterner Straße diese Probleme der Vergangenheit angehören.

In einem ersten Schritt entsteht derzeit eine Erweiterung der FOS/ BOS, damit der Flächenbedarf zukünftiger Anforderungen bedient werden kann. Mit dem Neubau werden die bisherigen Raumfunktionen der benachbarten Berufsschulen neu geordnet und teils anderen Gebäuden zugeordnet. Mit der Sanierung und dem Neubau soll ein „Campus“ entstehen, der schulübergreifend die Arealgestaltung bestimmt. In einem zweiten Schritt soll bis 2028 die Generalsanierung der Berufsschulen im BSZ vollzogen werden.

Am Montag traf sich die Verbandsversammlung des Zweckverbandes Berufliches Schulzentrum Kempten im Rathaus, um u.a. über diesen Sanierungsplan der Berufsschulen I bis III, die Kostenabrechnung und den zeitlichen Verlauf betreffend, abzustimmen. Ohne Gegenstimme wurde die Sanierung mit der Kostenrechnung über 113,65 Millionen Euro beschlossen. Die Finanzierung erfolgt zu ca. 40 Prozent mit Fördermitteln des Freistaats Bayern und zu je ca. 30 Prozent durch Investitionsumlagen und Kredite.

„Das ist nicht irgendeine Investition. Mit einer dreistelligen Investitionssumme ist die Sanierung und Erweiterung des Beruflichen Schulzentrums eine Herkulesaufgabe“, so Oberbürgermeister Thomas Kiechle nach der Annahme der Beschlussvorlage durch die rund 25 anwesenden Mitglieder des Zweckverbandes BSZ Kempten. Auch Landrätin Indra Baier-Müller und der Referent für Jugend, Schule und Soziales Thomas Baier-Regnery waren über die einstimmige Abstimmung glücklich. Zuvor hatte der Architekt und Diplom-Ingenieur Andreas Franz vom Architekturbüro f64, das mit der Gesamtplanung der baulichen Maßnahmen betraut ist, einen Überblick über den aktuellen Stand gegeben. Dabei sprach Franz u.a. über Brandschutz, Elektroplanung, die Belichtung der Räume, den Anteil von Verkehrs- zu Nutzflächen, Treppenhäuser und Fluchtwege.

Zukünftig soll auch eine Kantine für die rund 1.300 Schüler des BSZ entstehen. Thomas Baier-Regnery berichtete, eine Erhebung habe ergeben, dass rund 300 Schüler dieses Angebot einer Ganztagesküche in Anspruch nehmen würden. Neben der Versorgung mit warmen Essen soll den Schülern zudem ein Raum mit hoher Aufenthaltsqualität geboten werden, in dem sie sich entspannen und auf den Unterricht vorbereiten können. Auf Nachfrage von Stadträtin Erna-Kathrein Groll, ob 300 Plätze ausreichend seien, zeigte sich Kiechle zuversichtlich. Hans Peter Rauch, Präsident der Handwerkskammer für Schwaben, gab zu bedenken: „Mit einer Kantine bekommen wir definitiv eine Konkurrenzsituation zur südlichen Innenstadt und dem Forum Allgäu. Wir sollten uns überlegen, ob wir uns dieser Herausforderung stellen wollen.“ Im Umfeld des BSZ sind viele Imbisse ansässig geworden, in denen die Schüler des BSZ ihren mittäglichen Hunger stillen.

Wo parken?

Ein weiterer Punkt der Verbandssitzung war die Parkplatzsituation rund um das BSZ, die sich eher verschärfen als entspannen wird. „Zum BSZ kommen viele von außerhalb, da ist eine Anfahrt schlechterdings nur mit dem Auto möglich“, stellte Kiechle fest. Eine Erhebung hatte ergeben, dass 70 Prozent mit dem eigenen Fahrzeug kommen und nur 10 Prozent den ÖPNV nutzen. Die Haupteinfahrschneisen sind dabei Dietmannsried, Durach und Obergünzburg. Parkplatzbedarf bestehe für rund 160 Lehrer und Mitarbeiter und 400 Schüler pro Schultag. Derzeit gibt es 468 Parkplätze, davon sind rund 180 gebührenpflichtig. Auf dem Areal der Küchen-Arena und der Telekom werden 210 Parkplätze angemietet. Ein Arbeitskreis wird sich ab September eingehend mit der Problematik beschäftigen und Vorschläge zur Lösung unterbreiten, wie u.a. wohl den Bau eines Parkhauses.

Am Nachmittag wurde dann in der Kotterner Straße Richtfest gefeiert. Der Rohbau der Erweiterung der Fach- und Berufsoberschule (FOS/BOS) ist fertiggestellt. Geht es nach Plan, soll der Rohbau bis Oktober dicht sein und der Innenausbau bis Pfingsten 2022 fertig sein. Dann sind 35 neue Klassenräume und zehn Fachräume bezugsfertig.

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