Verbandsversammlung

Kemptener Berufsschulen und die FOS/BOS werden zur Großbaustelle

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Dr. Björn Nohe vom Beratungsunternehmen Drees & Sommer zeigte bei der Verbandsversammlung die Vor- und Nachteile hinsichtlich einer Generalsanierung oder eines Neubaus der Berufsschulen auf.

Kempten/Oberallgäu – Vergangene Woche fand die erste Verbandsversammlung des Zweckverbandes Berufliches Schulzentrum Kempten im Jahre 2020 statt.

Auf der Tagesordnung standen die Sanierungsmaßnahmen der verschiedenen Berufsschulen, die Sicherstellung der Finanzierung des Erweiterungsbaus sowie des Umbaus der FOS/BOS genauso wie die durch die Baumaßnahmen angespannte Parksituation.

Um zu ermitteln, ob Sanierungsmaßnahmen oder ein Neubau der Berufsschulen wirtschaftlicher ist, wurde das Bau- und Immobilienberatungsunternehmen Drees & Sommer beauftragt. Projektpartner Dr. Björn Nohe informierte die Versammlungsteilnehmenden über den aktuellen Stand. 

Sanierung der Berufsschulen

Die Kostenschätzungen für die Sanierung beliefen sich auf rund 106 Millionen Euro. Da ein Neubau nicht nur circa 27 Millionen Euro teurer wäre, sondern auch die schwierige Frage nach einer geeigneten Neubaufläche mit sich brächte, entschied sich die Versammlung einstimmig für die umfassende Generalsanierung der Berufsschulen I bis III und kommt damit den Empfehlungen des Beratungsunternehmens nach. Dazu zählen unter anderem eine neue Raumstruktur, ein überarbeiteter Brandschutz, die Modernisierung der technischen Anlagen, eine Fassadensanierung inklusive energetischer Anpassungen sowie die Sanierung der Tiefgaragen. 

Nach Fertigstellung aller Maßnahmen entsprechen die Gebäude hinsichtlich der Energieeffizienz einem Neubau. 40 Prozent der Kosten und damit rund 42 Millionen Euro bezuschusst der Freistaat Bayern, sodass auf die Stadt Kempten sowie den Landkreis Oberallgäu Kosten von je 31,8 Millionen Euro zukommen. Als Baubeginn ist Mai 2022 vorgesehen, das frühestmögliche Bauende ist für 2028 einkalkuliert worden. Die Sanierung soll in sechs Bauabschnitten erfolgen, wobei zuerst die Berufsschule I, darauf folgend die Berufsschule III und abschließend die Berufsschule II angegangen werden sollen.

Erweiterungsbau und Umbau FOS/BOS

Auch für die Baumaßnahmen an der FOS/BOS Kempten, deren Kosten auf knapp 34 Millionen Euro geschätzt werden, ist ein Zuschuss seitens des Freistaats von 40 Prozent eingeplant. Damit dieser gewährleistet werde, müsse die restliche Finanzierung sichergestellt sein, erklärte Eberhard Mangold, Geschäftsleiter des Zweckverbandes. Demnach würden sich die Kosten für Stadt und Landkreis auf je 10,1 Millionen Euro belaufen. Als Baustart ist Mai dieses Jahres vorgesehen, die Fertigstellung ist für Sommer 2022 eingeplant, womit mit Beginn des Schuljahres 2022/23 der Neubau bezogen werden könnte. 

Damit der Unterricht während der Bauarbeiten an der FOS/BOS sowie anschließend an den Berufsschulen weiterhin durchgeführt werden kann, wurden im ehemaligen Telekomgebäude (Hirschstraße/Alpenstraße) Räumlichkeiten für 16 Klassen bis 2030 angemietet. Außerdem werden nach Beendigung der Baumaßnahmen an der FOS/BOS bis zu 17 weitere Klassenzimmer in den Berufsschulen frei, da die bis dahin dort untergebrachten Schülerinnen und Schüler in den Neubau umziehen können.

Parksituation während der Baumaßnahmen

Als letzter Tagesordnungspunkt im öffentlichen Teil der Versammlung wurde die komplizierte Parksituation auf dem Schulgelände der FOS/BOS sowie der Berufsschule I thematisiert. Der Sanierungsbeginn der Tiefgarage ist für Juni 2020 vorgesehen, wobei die Bauarbeiten voraussichtlich bis Ende 2021 andauern werden. Da die Tiefgarage mit circa 100 Stellplätzen aus Sicherheitsgründen bereits jetzt nicht mehr zur Verfügung steht, sind die Parkmöglichkeiten eingeschränkt. „Ab der kommenden Woche bis Juni 2021 werden deshalb auf dem Grundstück der Küchen-

arena 100 Stellplätze angemietet“, erklärte Oberbürgermeister Thomas Kiechle, der von einer Sofortmaßnahme zu guten Konditionen sprach, um die Parksituation zu entschärfen. Jedoch würden durch den Neubau der FOS/BOS bis zu 130 weitere Stellplätze wegfallen. „Es ist eine unbefriedigende Situation, die eine Gesamtlösung braucht“, so der Oberbürgermeister weiter. Er sieht das ab der nächsten Versammlung neu zusammengesetzte Gremium hierfür in der Verantwortung.

Dominik Baum

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