»Wie Fechten mit den Armen« 

Kemptener Box-Promoter holt WBF-Titelkampf ins Eisstadion 

Mertay Kahveci (links) und Mevlüt Kaffar stecken mitten im Training für den Wettkampf im Juli.
+
Mertay Kahveci (links) und Mevlüt Kaffar stecken mitten im Training für den Wettkampf im Juli.

Kempten – „Die Zukunft für den Boxsport in Kempten schaut gut aus“, sagt der Kemptener Box-Promoter Mevlüt Kaffar. Er plant und organisiert einen Titelkampf des Box-Weltverbands WBF (World Boxing Federation), der mit eigenen Wettkampfrichtern anrücken wird. Am 24. Juli ist es soweit: Im Kemptener Eisstadion wird geboxt. Was da passiere, sei „Champions League“, findet Kaffar. 

Er selbst ist lizensierter Trainer und habe „schon immer eine Leidenschaft“ für den Boxsport. Zusammen mit Adolf „Adi“ Hölzli, Präsident der Allgäu Comets, und Matthias Witterstein, dem Enkel von Kaffars ehemaligem Trainer Horst Witterstein, ist er die „Riesenaufgabe“ angegangen, einen WBF-Wettkampf in Kempten zu veranstalten. Ursprünglich hatte er sich den Wettkampf im Freien vorgestellt, das Illerstadion hätte ihm dafür gefallen. Das sei aber organisatorisch schwierig, da die Boxwettkämpfe auf trockenes Wetter angewiesen seien. Sobald es regnet, sei die Verletzungsgefahr für die Sportler zu groß

Der Höhepunkt des Wettkampfs im Juli wird von Mertay Kahveci bestritten, den Kaffar selbst trainiert. Sein Gegner steht noch nicht fest. Dieser Kampf wird Kahvecis „nächster Schritt, der fünfte Profikampf“ sein, wie Kaffar sagt, und ist Teil der Eurasia-Meisterschaft des WBF. Kompliziert geworden ist das Ansinnen durch die Pandemie. Die sportliche Vorbereitung habe viel Geduld und Flexibilität erfordert, da lange Zeit nur Einzeltraining möglich gewesen ist und das Training immer wieder an neue Vorgaben angepasst werden musste. Kaffar sieht Kahveci dennoch sehr gut gerüstet für den Kampf, auch die anderen Boxer seines Teams seien sehr gut vorbereitet. „Ich habe ein tolles Team zusammengestellt“, sagt er.

Einen großen Kampf ins Allgäu zu holen, sieht Kaffar als Möglichkeit, den Boxsport in Kempten wieder populärer zu machen – so wie es zu den aktiven Zeiten des 2018 verstorbenen Kemptener Trainers Horst Witterstein gewesen sei, erklärt Kaffar.

Bei einer Veranstaltung soll es nicht bleiben. Ziel sei, dieses Mal „ein gesellschaftliches Zusammenkommen“ zu ermöglichen. Kaffar ist optimistisch, dass die Pandemielage die Veranstaltung nicht verhindert und der Wettkampf vor Zuschauern möglich ist. Es gebe ein umfangreiches Hygienekonzept, die Veranstaltung sei genehmigt. Ihm sei es auch wichtig, sagt er, die Eintritte möglichst niedrig zu halten, damit jeder kommen kann, der sich für den Boxsport interessiert.

Kaffar hofft, dass sich große Wettkämpfe in Zukunft fest in den Allgäuer Sportkalender einfügen könnten. Da der Profi-Boxsport in seiner Größe „überschaubar“ sei, sollen auch internationale Gegner kommen. Kaffar wünscht sich, langfristig Sportgrößen in Kempten begrüßen zu können – und den regional ansässigen Nachwuchssportlern eine sportliche Plattform zu bieten, die den Wettkampf nah an die Heimat holt.

„Bier, Blut und Schweiß wird fließen“, sagt Kaffar und lacht. Er schränkt sich aber sofort ein. Um Brutalität gehe es nicht, erklärt er. Boxen sei keine Straßenschlägerei, sondern ein professionell ausgeführter Sport, in dem Kopfschutz getragen und Regeln streng eingehalten werden. „Boxen ist wie Fechten mit den Armen und Profiboxen ist wie ein Schwertkampf ohne Schwerter. Das ist eine Kunst.“ Um das den Zuschauern immer wieder ins Gedächtnis zu rufen, heißt sein Team „Faustkunst“. Wer sich dafür interessiert, findet mehr Infos dazu auf www.faustkunst.com und auf Facebook

ma

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

FDP-Spitzenmann Christian Lindner zu Besuch im Allgäu
Kempten
FDP-Spitzenmann Christian Lindner zu Besuch im Allgäu
FDP-Spitzenmann Christian Lindner zu Besuch im Allgäu
»Schockanrufer« testen neue Betrugsmasche
Kempten
»Schockanrufer« testen neue Betrugsmasche
»Schockanrufer« testen neue Betrugsmasche
Richtungsweisende Entscheidungen in Dietmannsried
Kempten
Richtungsweisende Entscheidungen in Dietmannsried
Richtungsweisende Entscheidungen in Dietmannsried
Rechtsaufsichtsbehörde prüft Beschuldigungen gegen die Gemeinde Haldenwang
Kempten
Rechtsaufsichtsbehörde prüft Beschuldigungen gegen die Gemeinde Haldenwang
Rechtsaufsichtsbehörde prüft Beschuldigungen gegen die Gemeinde Haldenwang

Kommentare