Christen bilden Menschenkette in Kempten

"Das Wort geht aus der Stadt"

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Einen Kilometer lang war die Menschenkette durch Kempten, die Christen aus neun Gemeinden am Freitagabend in Kempten bildeten.

Kempten – Zur 6. Ökumenischen „Nacht der Kirchen“ ließen sich die christlichen Gemeinden Kemptens etwas ganz Besonderes einfallen.

Im 500. Reformationsjahr bildeten alle christlichen Kirchen Kemptens, die in der Arbeitsgemeinschft christlicher Kirchen (AcK) zusammengefasst sind, am vergangenen Freitag Abend unter tatkräftiger Unterstützung ihrer Gläubigen eine Menschenkette.

500 Jahre nach Öffentlichmachung der 95 Thesen von Martin Luther am Portal der Schlosskirche zu Wittenberg setzten alle Gemeinden ein starkes ökumenisches Zeichen.

„Dem Glauben Beine zu geben“, das war der Wunsch von Pfarrer Bernhard Ehler während des kurzen Auftaktes zur ökumenischen Nacht der Kirchen in der Basilika St. Lorenz. Er appellierte an die Gläubigen: „Lasst uns zeigen, dass Einigkeit auch in verschiedenen Kirchen möglich ist!“

Ein starkes Zeichen

Nach 20 Uhr wurde jeweils von der Basilika St. Lorenz und der St.-Mang-Kirche aus eine Menschenkette gebildet, die oberhalb der Freitreppe durch Dekan Jörg Dittmar (St.-Mang-Kirche) und Stadtpfarrer Dr. Bernhard Ehler (St. Lorenz) geschlossen wurde. An dieser Stelle wurden durch beide Priester eine neue Lutherbibel und eine neue Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift dem jeweils anderen überreicht, nachdem zuvor beide Bücher durch die Hände aller Beteiligten weitergereicht worden waren.

"Eins im Geist durch das Band des Friedens"

„Das lebendige Wort wird gewechselt“, so AcK-Mitglied Gerhard Kehl von der Jordan-Stiftung, der maßgeblich an der Organisation und Choreographie der Menschenkette beteiligt war. Aufgrund der regen Beteiligung der Gläubigen waren die im Vorfeld ausgegebenen roten Schals als etwaige Verlängerung der Menschenkette nicht notwendig.

Anschließend spendeten die beiden Dekane und zahlreiche Geistliche allen Anwesenden den Segen. Für die stimmungsvolle musikalische Gestaltung sorgte der Posaunenchor der St.-Mang-Kirche, der zu „Großer Gott wir loben Dich“ spielte und eine Projektband um Gitarrist David Vötterle begleitete die gemeinsam gesungenen Lieder wie „Jesus Dein Licht“. Freudig und friedlich beteiligten sich konfessionsübergreifend junge und alte Christen und versammelten sich hernach zu einem gemeinsamen Gottesdienst auf den Stufen der Klostersteige.

Neben den geistlichen Vorstehern aller neun christlichen Gemeinden sprach auch OB Thomas Kiechle zu den Menschen und zeigte sich froh und dankbar, dass solches Tun heute selbstverständlich ist und sich damit das Gemeinsame vor das Trennende stellt. Dem werden wohl auch sein Amtsvorgänger Dr. Ulrich Netzer und Josef Mayr, 3. Bürgermeister von Kempten, zugestimmt haben, die ebenfalls unter den vielen hundert Gläubigen weilten.

Hernach war es allen Akteuren und Zuschauern möglich, in der 6. Ökumenischen „Nacht der Kirchen“ mit Shuttle-Bussen, die an der ZUM bereitstanden, zu insgesamt neun christlichen Kirchen zu pendeln. Als kleine „himmlische Anerkennung“ kann der Umstand gewertet werden, dass pünktlich zu Beginn der Aktion, Petrus ein Einsehen mit den Akteuren zeigte und die Himmelspforten bis tief in die Nacht geschlossen

hielt. 

Jörg Spielberg/kb

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