Abschluss der dreijährigen Hochmoorrenaturierung

Abschluss der Hochmoorrenaturierung

+
v.l.) Edith Rayner (Schorenmoosallianz) mit Hund Lenny, Matthias Klaubert (Projektlehrer Hildegardis-Gymnasium), Markus Wenninger (Schulleiter Hildegardis-Gymnasium), Dr. Hermann S. Walter (Leiter Forstbetrieb Ottobeuren, Bayerische Staatsforsten), Dr. Ulrich Sauter (Bereichsleiter Forsten, AELF Kempten) und Peter Mösle (3. Bürgermeister Dietmannsried

Unter kundiger Anleitung durch Fachkräfte der Bayerischen Staatsforsten haben rund 60 Schülerinnen und Schüler des Hildegardis-Gymnasium Kempten im Schorenmoos bei Käsers 1200 Moorkiefern oder Spirken (Pinus mugo ssp. rotundata) gepflanzt.

Die Spirkenpflanzung war der Abschluss der dreijährigen Hochmoorrenaturierung im Kernbereich des Schorenmooses. An der Pflanzung nahmen Vertreter der Schorenmoosallianz, des Marktes Dietmannsried, des AELF Kempten und der Landesanstalt für Land- und Forstwirtschaft (LWF) teil.

Der Forstbetrieb Ottobeuren, Bayerische Staatsforsten, hat im Jahr 2014 eine Renaturierungsmaßnahme im Schorenmoos durchgeführt. Zuvor hatten Erhebungen der LWF einige sehr seltene hochmoortypische Arten in dem weitgehend bewaldeten Moor nachweisen können, darunter einige Eiszeitrelikt-Arten wie die Spirke.

Ziel war es, den typischen Moorkiefernwald zu erhalten und das Wachstum der Torfmoose in einem ökologisch besonders stark gefährdeten Kernbereich aktiv zu unterstützen. Nachdem im ersten Schritt stark wasserziehende Fichten gezielt entnommen wurden, erfolgte die notwendige Wiedervernässung der Fläche durch vier Grabenschlüsse. Mit der Pflanzung der im Pflanzgartenstützpunkt Laufen (Bayerische Staatsforsten) nachgezogenen autochthonen Spirken konnten nun die Renaturierung der Hochmoorbereiche im Schorenmoos vorerst abgeschlossen werden. Rund 60 Schüler (8. bis 11. Klasse) der Projektgruppe „Klima“ des Hildegardis-Gymnasium Kempten, unter Führung von Schulleiter Markus Wenninger und dem zuständigen Projektlehrer Matthias Klaubert leisteten im Schorenmoos einen aktiven Beitrag zum Klima- und Umweltschutz. Forstbetriebsleiter Dr. Hermann S. Walter zeigte sich beeindruckt von dem großen Engagement der Schülerinnen und Schüler und freute sich über den Abschluss der Moorrenaturierung: „Die Bayerischen Staatsforsten sehen sich in der besonderen Verantwortung, Hochmoorbereiche zu erhalten. Die Renaturierung des Schorenmooses sichert vielen seltenen Tier- und Pflanzenarten einen wertvollen Lebensraum.“ Moorspezialist Dr. Stefan Müller-Kroehling von der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) wies speziell auf die besondere Bedeutung der seltenen Spirkenfilze hin: „Die Moorspirke kommt weltweit nur in Mitteleuropa und dort besonders auch im Allgäu vor. Der Forstbetrieb Ottobeuren wird mit der Spirkenpflanzung seiner Verantwortung für den Erhalt weltweit äußerst seltenen Baumart und des von ihr gebildeten Moorwald-Typs und der daran gebundenen Tier- und Pflanzenarten gerecht.“ Der Erfolg der Moorrenaturierung wird weiterhin wissenschaftlich durch die LWF begleitet. kb

Auch interessant

Meistgelesen

Video
Parkettböden - Wohngefühl und Lebensqualität
Parkettböden - Wohngefühl und Lebensqualität
Allgäuerin macht sich stark für die Benachteiligten von Nicaragua bis Sri Lanka
Allgäuerin macht sich stark für die Benachteiligten von Nicaragua bis Sri Lanka
Verwirrung um 30er-Beschilderung
Verwirrung um 30er-Beschilderung
Manuel Schäffler testet Lithium-Ionen-Batterie in einem E-Auto
Manuel Schäffler testet Lithium-Ionen-Batterie in einem E-Auto

Kommentare