Endlich unter einem Dach

Die Vision ist nun Wirklichkeit

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Der Kabarettist Johannes Warth (Mitte) testet, ob Vertreter von Stadt und Land wirklich an einem Strang ziehen: Prof. Dr. Robert F. Schmidt (Präsident der Kemptener Hochschule, v.l.), Prof. Dr. Peter Büchler (Klinikum), Hochschul-Professor Dr. Johannes Zacher, OB Dr. Ulrich Netzer, Landrat Gebhard Kaiser, Stadtpfarrer Dr. Bernhard Ehler, Prof. Dr. Peter Brieger (Ärztlicher Direktor Bezirkskrankenhaus Kempten) und Michael Osberghaus (Geschäftsführer Klinikverbund).

Kempten – Es war ein großes Fest auf dem Michael Osberghaus, Geschäftsführer Klinikverbund Kempten-Oberallgäu, vergangenen Montag über 300 Gäste anlässlich der Einweihung des so genannten E-Baus und der damit möglich gewordenen Zusammenführung der beiden Kemptener Klinikstandorte begrüßen durfte. Ein großes Fest für eine Vision, über die 100 Jahre lang immer wieder nachgedacht worden sei, wie Amtskollege Andreas Ruland in seiner Begrüßungsrede anmerkte.

Mit dem Umzug der Patienten und Mitarbeiter aus der Memminger Straße am 23. November 2012, werde die Einhäusigkeit nun realisiert und „die Klinik Memminger Straße mit ihrer 170-jährigen Tradition als Krankenhaus ist dann Geschichte“, nannte er das Ende von jahrelangem Gerangel. Durch die nun Einhäusigkeit seien, so Ruland, „über 14 medizinische Fachbereiche an einem Standort und unter einem Dach vereint“. Von den unter anderem kurzen Wegen würden nicht nur Patienten, sondern auch Ärzte profitieren.

Alles unter einem Dach

Im neuen Funktionsbau für die Innere Medizin befinden sich Kliniken für Kardiologie und Pneumologie (Herz- und Gefäßzentrum Oberallgäu-Kempten) mit Schlaflabor, für Gastroenterologie, für Hämatologie, Onkologie und Palliativmedizin sowie eine onko- logische Praxis mit Tagesklinik.

In den Jahren 2011 bis 2016 sollen laut Ruland „insgesamt 50 Millionen Euro in bauliche Maßnahmen zur Weiterentwicklung unseres Klinikstandortes in Kempten“ investiert werden, zusätzliche 16 Millionen Euro in die Modernisierung der Medizintechnik. Für 2013 kündigte er eine neue Hauptabteilung Neurologie, die Inbetriebnahme der neuen Zentralen Notaufnahme und der Radiologie, den Neuaufbau einer Schmerztagesklinik und für 2014 dann den Einzug der Bezirkskliniken am Klinikstandort – quasi als „Schulterschluss“ zwischen psychosomatischer und somatischer Medizin, mit dem gleichen Eingang für beide, wie Thomas Düll, Vorstandsvorsitzender der Bezirkskliniken, im Rahmen einer kleinen Gesprächsrunde betonte.

Besonders das Wohl des Pflegepersonals wie der Patienten war den kirchlichen Vertretern – dem katholischen Stadtpfarrer Dr. Bernhard Ehler, Dekan Jörg Dittmar (evangelisch), der evangelischen Krankenhauspfarrerin Heike Steiger sowie dem Seelsorger Andreas Beutmüller (katholisch) – ein Anliegen.

„Mit Freude“ war Staatsminister Thomas Kreuzer (CSU) gekommen. Denn „mit dem Umzug der Inneren Abteilung vom ehemaligen Kreiskrankenhaus in den Neubau an der Robert-Weixler-Straße geht für das Klinikum Kempten ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung“, was „seit heute medizinische Versorgung auf Spitzenniveau unter einem Dach“ bedeute. Über 160 Millionen Euro seien dafür in den vergangenen 30 Jahren an Zuschüssen vom Bayerischen Staat geflossen.

OB Dr. Ulrich Netzer, zweiter Aufsichtsratsvorsitzender, nannte vier Eckpfeiler auf dem Weg zur Einhäusigkeit: Die notwendigen baulichen Veränderungen, die Zusammenführung der medizinischen Disziplinen, die Entwicklung eines „tragfähigen Krankenhauskonzeptes für den Landkreis Oberallgäu und die Stadt Kempten“ und schließlich, „ebenfalls kein Leichtgewicht“, der vierte Eckpfeiler: Das Meistern der vielen Veränderungen und Aufgaben, die jeder Schritt zur Einhäusigkeit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter abverlangt habe.

"Großer Meilenstein"

„Wir haben einen großen Meilenstein erreicht, sind aber sicherlich nicht am Ende des Weges“, spann nicht nur der Oberallgäuer Landrat und erster Aufsichtsratsvorsitzender Gebhard Kaiser die Visionen für den Klinikverbund mit 490 Betten in Kempten und 270 im südlichen Landkreis bereits weiter. Denn „nur wenn wir nicht beim Alten kleben bleiben, halten wir unsere Krankenhäuser stabil und erfolgreich“. Und noch eine, vor Jahren in Zusammenhang mit den Kliniken eher selten gebrauchte Begrifflichkeit war bei den Rednern immer wieder zu hören: Gemeinsamkeit. Sichtbar ließ der Kabarettist Johannes Warth einige der „Strippenzieher“ auf der Bühne vorführen, dass sie es auch tatsächlich beherrschen – das Ziehen an einem Strang.

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