Neue Formate und alte Formate neu

Kemptener Kulturprogramm für 2017

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Nach 2012 soll es in diesem Jahr wieder eine Ausstellung zu Wesen und Wirken der Freimaurerei geben.

Kempten– Das leuchtende Mittelalter, Freimaurerei, Picassos „Guernica“, eine ganze Aktionswoche in Kooperation mit dem Logistiker Dachser SE sowie dem Theater In Kempten (TIK) unter dem Titel „So geht Heimat“ oder die Kulturgeschichte des evangelischen Pfarrhauses sollen unter anderem in diesem Jahr Kemptens Kulturleben bereichern.

Es ist eine nicht nur stattliche Zahl an Aktivitäten, die das Kemptener Kulturamt neben festen Größen wie Kunstnacht, Festwochen-Kunstausstellung, APC-Sommer (diesmal mit Aktionswochende „30 Jahre APC“), dem Internationalen Museumstag oder den drei Kunsthallenstipendien 2017 „wuppen“ will. Das insgesamt 17 Veranstaltungen umfassende Programm, inklusive einiger neuer Formate, verspricht auch qualitativ wie inhaltlich erfreuliche Akzente zu setzen. Von einem „sehr hohen Niveau“ sprach Kulturamtsleiter Martin Fink unter anderem bei den heuer „30 Bewerbungen für das Kunsthallenstipendium“, für das sich weit weniger Allgäuer beworben hätten als im vergangenen Jahr, dafür Künstler „weit über Süddeutschland hinaus sowie aus Österreich und der Schweiz“. Zudem sei das Kunsthallenstipendium in Kempten sogar Thema an Kunsthochschulen. „Wir haben damit ein ‚Produkt‘ geschaffen, das weit über Kempten hinausstrahlt“, freut sich Fink.

Gespannt dürften vor allem Traditionalisten die Verlegung der Festwochen-Kunstausstellung vom Hofgartensaal in den großen Ausstellungsraum im Marstall bzw. Alpin-Museum erwarten, wo sich das dann neue Licht- und Stellwandsystem bewähren soll. Das sei, so Kulturamtsleiter Martin Fink, der Idee geschuldet, „dass die Kunstausstellung im am besten ausgestatteten Saal in Kempten sein sollte und das wird bis dahin der Marstall sein“. Ob die Trennung von Vernissage weiterhin im Innenhof der Residenz bzw. Hofgartensaal und Ausstellung im Marstall „funktioniert, wird sich zeigen“. Geplant sei jedenfalls im Hofgarten Teaser für einen Besuch in der Ausstellung zu installieren. „Wir werden uns auch etwas überlegen, um den Weg zwischen Festwoche und Marstall zu gestalten, so dass es Lust macht hin zu gehen“, warb Fink.

Fortgesetzt wird die Kooperation zwischen Kulturamt und TIK, die unter TIM MIT für „Theater im Museum – Museum im Theater“ firmiert. Am 6. April bringt das Landestheater Schwaben das Komödiensolo „Nipple Jesus“ des britischen Popliteraten Nick Hornby in die Kunsthalle und am 15. Oktober wird dort eine Tanzperformance zu sehen sein.

Der Sache, die heutzutage kaum noch jemand zu haben scheint, nehmen sich Flora Fassnacht und Wiebke Gross in ihrer Mitmachausstellung „Alle Zeit der Welt“ in der Kunsthalle vom 20. Februar bis 23. April an. Sie wollen darin Menschen dazu ermuntern, sich Zeit zu nehmen, um das Phänomen Zeit besser zu verstehen. Ihr Angebot: Zeit verschenken, mit anderen teilen, Zeit für Kreativität..... oder auch zum Philosophieren über – eben Zeit.

Nachdem die Auflösung der Alpenländischen Galerie bekanntlich vollzogen ist, werden nun zwischen März und November im Alpin-Museum ausgewählte Kunstwerke des Spätmittelalters daraus zu sehen sein. Sie werden mit mehreren Aktiv-Stationen für „Leuchtendes Mittelalter – von Heiligen, Handwerkern und Altären“ neu arrangiert.

Mit der Eröffnung der „Mang-Box“ in der Südhalle der St. Mang-Kirche am 19. März wird dort nicht nur eine Ticketverkaufsstelle für die Erasmuskapelle an den Start gehen, sondern auch ein kleines Café.

Bereits zum zweiten Mal (erstmals mit großer Resonanz 2012 im Zumsteinhaus) gewährt die Kemptener Freimaurerloge „Zum hohen Licht“ Einblick in Wesen und Wirken der Freimaurer. „Im Geist der Aufklärung – 300 Jahre Freimaurerei – 230 Jahr Freimaurerei im Allgäu“ wird in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Freimaurermuseum Bayreuth diesmal im Allgäu Museum präsentiert.

Kuratiert von Gerhard Menger ist für Juli diesen Jahres eine Ausstellung von Skizzen und Studien der Faksimile-Sammlung des Kunsthauses Villa Jaus (Oberstdorf) geplant, die Picasso während der Entstehungsphase seines Gemäldes „Guernica“ angefertigt hat.

Dass sich im Luther-Jahr 2017 außer der Wanderausstellung „Leben nach Luther“ rund um die Kulturgeschichte des Evangelischen Pfarrhauses auch ein Termin der Reihe „Gespräche zur Zeit“ findet, liegt nahe. Neben „Fundsache Luther“ über Leben und Wirken des Reformators, rekonstruiert anhand archäologischer Funde, stehen „Krieg und Frieden“ im Rahmen der „Guernica“-Ausstellung, „Zeitgenössische sakrale Kunst“ auf der Agenda sowie „Mehr als ein Haufen Geröll und Steine – Heilige Berge, Heimat Berge“, in dem Professor Prof. Dr. Dietrich Wildung ein Einführungsreferat über „Heilige Berge in Ägypten“ halten wird und in der anschließenden Diskussion über Berge unter anderem ein Meisterhirte und ein Musikethnologe zu Wort kommen sollen.

Christine Tröger

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