Beste Platzierung der Vereinsgeschichte

Die Kemptener Kunstturnerinnen zeigen, was sie drauf haben

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Die Kunstturnerin Johanna Hutner.
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Die Kunstturnerin Laura Dick.

Kempten – Am hochkarätigen Wettkampfwochenende gelang es den Kunstturnerinnen des TV Kempten vor einer Woche, mit tollen Leistungen auf Bundesebene auf sich aufmerksam zu machen.

Laura Dick (20) hatte sich für den Deutschland-Cup, den zweitwichtigsten bundesweiten Wettkampf nach der deutschen Meisterschaft, qualifiziert und konnte sich in Hösbach mit einer nahezu perfekten Darbietung einen sensationellen siebten Rang erturnen. Johanna Hutner (7) startete zusammen mit Turnerinnen aus Monheim beim Spieth-Cup in Berkheim, einem international besetzten Nachwuchswettkampf, und konnte sich dort sogar über den Titel im Mannschaftswettkampf freuen. 

Trotz jahrelanger Erfahrung hatte Laura Dick am Samstag mit ihrer Nervosität zu kämpfen. „In diesem hochkarätigen Teilnehmerfeld war klar, dass nur mit einer richtig guten Leistung überhaupt das Mittelfeld zu erreichen sein würde. Alleine die Qualifikation war schon eine große Freude für uns“, zeigte sich Trainerin Astrid Schober im Vorfeld skeptisch. Getreu dem Motto „Alles oder nichts!“ wagte sich ihr Schützling dennoch an einige neue Teile heran und zeigte erstmals eine ganze Schraube vorwärts am Boden und einen gebückten Tsukahara am Sprung. Der Wagemut zahlte sich aus. Auf ihren Sprung erhielt Dick die fünfthöchste Wertung des Feldes und fand sich somit im Favoritenkreis wieder. Salto rückwärts auf dem Balken Auch am Boden erturnte sie sich dank ihrer hochkarätigen akrobatischen Elemente und der sauberen Gymnastik die fünftbeste Wertung. „Aufregend war das schon. Aber ich habe versucht, einfach weiter mein Ding durchzuziehen“, so die Allgäuerin. Und so begann sie auch ihre Balkenübung gewohnt sicher und zimmerte den Salto rückwärts in den Stand. Beim Salto vorwärts, einer Höchstschwierigkeit auf dem zehn Zentimeter breiten Balken, musste sie das Gerät allerdings verlassen. Aufgrund des hohen Ausgangswertes ihrer Kür wurde Dick dennoch mit der viertbesten Wertung belohnt. „Barren ist nach wie vor mein schwächstes Gerät. Doch jetzt wollte ich die Top-Ten-Platzierung unbedingt halten“, erinnerte sich Dick. Und sie schloss den Wettkampf mit einer soliden Barrenübung ab. Dass es am Ende sogar für den siebten Platz reichen sollte, war für Dick ein Grund zur Freude. „Das ist die beste Platzierung unserer Vereinsgeschichte. Damit hat Laura bewiesen, dass sie zu den besten Amateurturnerinnen Deutschlands zählt“, freute sich auch Trainerin Schober begeistert. 

Riesengroß war die Aufregung auch am Sonntag in Berkheim. Johanna Hutner startete wie im letzten Jahr als Gastturnerin für den TSV Monheim. „Der SpiethCup ist der wichtigste Nachwuchswettkampf in Deutschland. Da haben wir uns bis jetzt noch nie herangetraut. Aber Johanna trauten wir das zu und sie hat sich sehr gefreut, wieder mit ihren Teamkameradinnen aus Monheim turnen zu können“, erklärte Nachwuchstrainerin Andy Bär. Zusammen mit über 25 Turnerinnen aus Turnzentren und Talentschulen startete Hutner am Sprung. Von der starken Konkurrenz überwältigt, konnte das Kemptener Nachwuchstalent hier nicht ganz die gewohnte Leistung abrufen. Doch schon am Barren hatte sie sich wieder gefangen und beeindruckte die Kampfrichter mit ihrer Darbietung. Sie erturnte sich die zwölftebeste Wertung und trug damit wertvolle Punkte zum Mannschaftskonto bei. Besonders überzeugen konnte sie dann am Schwebebalken. Obwohl sie wie ihr Vorbild am Tag zuvor das Gerät einmal verlassen musste, konnte sie sich die achtbeste Wertung des Feldes erturnen – ein toller Erfolg! Ihr sauberer Spreizhandstand und die hohen Sprünge trugen maßgeblich zur hohen Punktzahl bei. Und auch am Boden sicherte sie ihrer Mannschaft mit einer soliden Übung wichtige Punkte. Dass sich die drei größten schwäbischen Talente am Ende aber sogar ganz oben auf dem Podest wiederfanden, war für alle eine große Überraschung. Eine der besten Turnerinnen Deutschlands „Damit hätten wir nie gerechnet. Unsere beiden Amateurvereine haben damit professionelle Mannschaften – aus denen später Nationalturnerinnen hervorgehen – hinter sich gelassen!“, staunte Bär. Und auch über den 14. Platz in der Einzelwertung freuten sich Hutner und ihre Trainerin. „Johanna ist eine der besten Turnerinnen ihrer Altersklasse in ganz Deutschland. Wir sind wirklich sehr gespannt, was wir in Zukunft noch alles von ihr hören werden!“

kb

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