Unzufrieden mit der CSU

Verdruss und Standhaftigkeit

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Dominik Spitzer singt beim Aschermittwoch den „Dipferlscheißer”-Blues.

Kempten – Es war Verdruss über den christsozialen Koalitionspartner dabei, als FDP-Kreisvorsitzender Dr. Dominik Spitzer beim politischen Aschermittwoch der Liberalen zur Gitarre griff und seinen „Dipferlscheißer”-Blues zum Besten gab.

Anspielen wollte er damit auf Horst Seehofers Betitelung der FDP, die seinem geplanten Erlass von Studiengebühren nicht zustimmen möchte. Natürlich wurde aber vor allem über lokale Themen reüssiert. 

So arbeitete der stellvertretende Kreisvorsitzende und Stadtrat Ullrich Kremser die brisantesten ab. Standhaft bleibt die FDP, wenn es um die Verweigerung von 3000 Quadratmeter Einzelhandelsfläche an den Investor geht, der Kempten das „große Bauloch” beschert hat. Auch eine Auto-Unterführung unter dem Freudenberg lehnen die Liberalen aus Kostengründen ab. Wie die CSU sprechen sich auch die Liberalen gegen eine Privatisierung der Wasserversorgung aus und befürworten die Verlagerung des Hubschrauberlandeplatzes nach Durach. Zudem befürworten sie eine Umwandlung der unteren Bahnhofstraße in eine Fußgängerzone ohne ÖPNV. Außerdem plädiert die FDP für die Zusammenlegung der Kliniken zum Klinikum Kempten-Oberallgäu. Unterschiede zu anderen Fraktionen gibt es unter anderem beim geplanten Kiosk auf dem Hildegardplatz – aus Sicht der Liberalen ein Zuschussbetrieb. Auch sähen die FDP-Stadträte es lieber, wenn das für ein Möbelhaus vorgesehene Grundstück der Hochschule zur Nutzung angeboten würde. „Ein geeigneter Standort für ein Möbelhaus könnte auch an der Artillerie-Kaserne gefunden werden”, so Kremser. Aktiv wurden die FDP-Stadträte, als sie im Sommer einen Antrag auf Renovierung des Hildegard-Gymnasiums stellten und für die Zukunft wünschte sich Kremser den Bau einer modernen Sporthalle. Fehlen durfte an diesem Abend beim Italiener „Rustico” nicht Stephan Thomaes Aussicht auf den Wahlkampf im Land und im Bund. „Es wurde viel eingedroschen auf uns”, so Thomae, „aber wir haben auch vieles auf der Habenseite zu verbuchen: Die Abschaffung der Praxisgebühr und der Wehrpflicht, die Absenkung der Rentenbeiträge, eine solide Haushaltspolitik”. Und auch wenn die FDP in der Wählergunst derzeit nicht hoch im Kurs steht: „Wir wollen Wahlen gewinnen, nicht Umfragen”, so Thomae. Am Ende gab es noch ein paar Seitenhiebe auf die politischen Gegner. Die Grünen seien moralisierende Romantiker, die niemals die Mittel erwirtschaften würden, die ihre städtepolitischen Projekte wie in Tübingen und Freiburg kosten würden. Die Freien Wähler, für Thomae unberechenbare Politakteure, die sich sprunghaft dem vermeintlichen Mainstream anschließen. Zu guter letzt die Piraten, ein Haufen Hasser aus dem Web 2.0, die in Internetsessions zwischen Pizzakarton und Dosenbier Andersdenkende herab- würdigen. Die CSU blieb weitestgehend verschont, wenngleich der Ministerpräsident scherzhaft als „Drehhofer” bezeichnet wurde. Jörg Spielberg

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