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Kemptener Oberbürgermeister würdigt langjährige Stadträte zu ihrem 75. Geburtstag

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75. Geburtstag ehemalige Stadträte Kempten 2022 Hans-Peter Kalmuk (Stadtrat von 1990–1996), Elisabeth Brock (Stadträtin von 1990–2010), OB Thomas Kiechle, Hildegard Greiter (Stadträtin von 1990–2014) und Christian Fleck (Stadtrat von 1984–1996).
V.li.: Hans-Peter Kalmuk (Stadtrat von 1990–1996), Elisabeth Brock (Stadträtin von 1990–2010), OB Thomas Kiechle, Hildegard Greiter (Stadträtin von 1990–2014) und Christian Fleck (Stadtrat von 1984–1996). © Müller-Tolk

Kempten – Vier ehemalige Stadträte, Elisabeth Brock, Hildegard Greiter, Christian Fleck und Hans-Peter Kalmuk, konnten in den letzten beiden Corona-Jahren ihren 75. Geburtstag feiern. Grund für Oberbürgermeister Thomas Kiechle, ihnen zu gratulieren und ihr langjähriges Wirken zu würdigen.

Mit sichtlicher Vorfreude und in lockerer Atmosphäre fanden sich am Montag die vier Jubilare mit Partnern und Angehörigen, sowie aktuelle und ehemalige Stadträte, OB Kiechle und sein Amtsvorgänger Dr. Ulrich Netzer in der Schrannenhalle ein. In seiner Laudatio erinnerte das Stadtoberhaupt an das Wirken und persönliche Engagement der Jubilare während ihrer Amtszeit und verlieh ihnen „als äußeres Zeichen“ des Dankes und der Anerkennung den Ehrenkrug der Stadt Kempten.

Kämpferin für die Frauenrechte: Elisabeth Brock

Kiechle beginnt mit einem Streifzug durch die Amtszeit von Hildegard Brock, deren 75. Geburtstag bereits zwei Jahre zurückliegt. Brock gehörte dem Stadtrat vom 1. Mai 1990 bis zum 31. August 2010 an. Sie war damals über die Kemptener Frauenliste, die 1989 von ihr mitbegründet worden war, in den Stadtrat eingezogen. Hier lag auch der Schaffensschwerpunkt von Elisabeth Brock, der sich, wie Kiechle ausführt, „wie der sprichwörtliche rote Faden“ durch ihr Handeln ziehe.

Furchtlos und mit Ausdauer habe Brock sich für die Rechte der Frauen und Gleichberechtigung in das politische Geschehen eingebracht, was „an den zahlreichen Anträgen, wobei Sie immer „dranblieben“, deutlich würde. Darüber hinaus war Brock über 27 Jahre als ehrenamtliche Richterin am Verwaltungsgericht Augsburg tätig, wofür sie 2021 mit einer Dank­urkunde des Bayerischen Innenministeriums gewürdigt wurde.

Hildegard Greiter: 24 Jahre im Stadtrat

Mit sagenhaften 24 Jahren im Stadtrat, von 1990–2014, hatte Hildegard Greiter in dieser Runde die längste Amtsdauer. Sie bekleidete über den gesamten Zeitraum ihrer Tätigkeit die Funktion als Kulturbeauftragte und wurde, so der OB, „geradezu eine Institution“ in Sachen Kultur für die Stadt Kempten. Kiechle resümierte: „Hildegard Greiter und die Kultur – das war sozusagen eine Einheit“. Mit enormem Zeitaufwand und viel Herzblut beackerte Greiter über 24 Jahre die kulturelle Vielfalt und deren Entwicklung in Kempten Stadt und Land. Sie setzte sich für Kunst und Kultur ebenso ein, wie für die Ausstattung der Schulen, wobei ihre besondere Aufmerksamkeit der Leseförderung galt.

„Mit dem Vorhandenen zu arbeiten und in engem persönlichen Austausch mit den Kulturschaffenden und Musikvereinen zu stehen“, war ihr in ihrem Wirken immer besonders wichtig, wie sie dem Kreisboten gegenüber äußerte. Greiter vertrat überdies die Stadt Kempten über den gesamten Zeitraum ihrer Stadtratstätigkeit im Kulturausschuss des Bayerischen Städtetages was zeigt, dass der Blick über den Tellerrand stets ihr Schaffen mitbestimmte. 2014 wurde Hildegard Greiter die Medaille für besondere Verdienste um die kommunale Selbstverwaltung verliehen und zu ihrer Verabschiedung aus dem Stadtrat im selben Jahr erhielt sie die Rathausmedaille in Gold.

Die Schule liegt Christian Fleck am Herzen

Christian Fleck, dessen Amtszeit Mitte der 1980er Jahre begann, bescheinigte Kiechle seine „fachliche Kompetenz als Pädagoge“, unter anderem im Schul- und Kulturausschuss und im Kuratorium Volkshochschule. „Man sieht, dass Ihnen schulische Belange besonders am Herzen lagen“, betont Kiechle. Fleck habe in seiner zwölfjährigen Amtszeit etliche Anregungen gegeben und Initiativen umsetzen können, „von Schulweg­sicherung bis hin zur Ausstattung der Schulen“. Gemeinsam mit seiner Frau pflegte er die Verbindungen zu den Partnerstädten von Kempten und erhielt ebenfalls bei seiner Verabschiedung aus dem Stadtrat die Rathausmedaille in Gold.

„Ohne Rückhalt in der Familie wäre vieles nicht möglich“, betonte der OB immer wieder und dankte allen anwesenden Partnern der Jubilare ebenfalls ausdrücklich: Denn der beträchtliche Verzicht auf Freizeit und das Zurückstellen eigener Interessen, die das Mandat mit sich bringt, muss von den Familien mitgetragen werden.

Hans-Peter Kalmuk: Das Beste für die Menschen

Hans-Peter Kalmuk gehörte dem Stadtrat für eine Periode an. Er setzte sich, wie Kiechle betont, über Jahrzehnte bürgerschaftlich ein: „Der Mensch stand für Sie im Mittelpunkt“, würdigt Kiechle seinen Einsatz im sozialen Bereich wie dem Roten Kreuz oder dem Arbeitskreis Thingers, zu dessen Gründungsmitgliedern im Jahr 1997 er gehört.

„Sie alle dürfen das gute Gefühl haben einen wesentlichen Beitrag für die Gemeinschaft geleistet zu haben und zur Entwicklung der Stadt Kempten ein großes Stück beigetragen zu haben“, schloss Kiechle seine Laudatio.

Katharina Müller-Tolk

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