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Kemptener Schülerin im Bundesfinale von »Jugend präsentiert«

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Von: Sabine Stodal

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Mathe ist zwar nicht gerade ihr Lieblingsfach, trotzdem hat es Tizia Tripp mit einem mathematischen Thema bis ins Bundesfinale des Schulwettbewerbs geschafft.
Mathe ist zwar nicht gerade ihr Lieblingsfach, trotzdem hat es Tizia Tripp mit einem mathematischen Thema bis ins Bundesfinale des Schulwettbewerbs geschafft. © privat

Kempten – Über Wissen zu verfügen, ist wichtig. Dieses Wissen anderen verständlich und interessant präsentieren zu können, ebenfalls. 

Um diese Fähigkeit zu schulen, entwickelte das Seminar für Allgemeine Rhetorik der Universität Tübingen gemeinsam mit Kooperationspartnern den Schülerwettbewerb „Jugend präsentiert“. In dessen Rahmen können Schülerinnen und Schüler alljährlich eigene Präsentationen, bevorzugt zu mathematisch-naturwissenschaftlichen Themen, einreichen. Die Bewerbungsfrist für die diesjährige Teilnahme endete am 15. Februar. Wie es ist, wenn man es bis ins Bundesfinale schafft, weiß Tizia Tripp aus Kempten.

Die 19-Jährige besucht aktuell die 12. Klasse der Fachoberschule in Kempten. Dort nehmen jedes Schuljahr alle Schülerinnen und Schüler der 11. Jahrgangsstufe an einem mehrstündigen Präsentationstraining teil. Dabei werden unter anderem der Aufbau einer guten Präsentation und das Präsentieren bzw. Sprechen vor Publikum geübt sowie Tipps zu konstruktivem Feedback gegeben – allesamt Fähigkeiten, die im späteren Studium und (Berufs-)Leben hilfreich sein können. Die Schülerinnen und Schüler sind dann aufgefordert, eigene Beiträge in Form eines Videos zu erstellen.

Tizia Tripp entschied sich für das Thema „Der goldene Schnitt – und was dieser mit deinem Bauchnabel zu tun hat“ und schaffte es damit zunächst bis ins Länderfinale und danach sogar bis ins Bundesfinale. „Ich hatte noch andere Themen zur Auswahl, wie zum Beispiel das Ziegenproblem aus der Stochastik“, sagt sie. „Für den Goldenen Schnitt habe ich mich entschieden, weil ich dessen Bezug zur Realität wichtig finde. Schließlich findet er sich überall: in Architektur, Fotografie, Design und auch unserem menschlichen Körper. Für mich ist das Fach Mathe meist ein sehr abstraktes Fach, aber hier habe ich einen Bezug zu unserer Lebenswelt erkannt und fand es toll, dass ich selber rausfinden konnte, ob zum Beispiel mein Bauchnabel auch im goldenen Schnitt liegt“, sagt sie und ergänzt schmunzelnd: „Tut er übrigens nicht.“

In einem sechsminütigen Erklärvideo samt Power Point-Präsentation erklärte die junge Frau ihre Erkenntnisse. Gedreht hat sie dieses im (abdekorierten) heimischen Wohnzimmer mit dem Handy und unter Zuhilfenahme eines Beamers. „Ich hatte Spaß dabei, die Präsentation zu erarbeiten und vor allem auch zu präsentieren“, erzählt sie. Ärgerlich und zeitraubend sei es gewesen, wenn sich Versprecher eingeschlichen hätten, denn „dann musste man alles von vorne machen. Außerdem musste ich anfangs viel lachen, weil ich mir total blöd vorkam, im Wohnzimmer meinem Handy den goldenen Schnitt zu erklären. Am Ende war es aber gut, dass ich so viele Versuche gebraucht habe, da ich die Präsentation danach sehr flüssig konnte und dann auch ein bisschen mit den verschiedenen Möglichkeiten der Mimik, Gestik spielen und ausprobieren konnte.“

Das Ergebnis gefiel der Jury so gut, dass Tizia Tripp es bis ins (corona-bedingt online stattfindende) Länderfinale schaffte. „Damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet“, gibt sie zu. „Mein Ziel war nur, meine Note in Mathematik irgendwie zu verbessern.“

Es folgte die Teilnahme an der (ebenfalls online stattfindenden) sogenannten Präsentationsakademie, bei der die Präsentationstechniken weiter verfeinert wurden. Für das Bundesfinale mussten Tizia Tripp und die weiteren Finalistinnen und Finalisten dann eine neue Präsentation erstellen und diese der Jury live via Zoom vorstellen. „Unter die letzten 20 kam ich dann nicht, aber das macht überhaupt nichts“, sagt sie. Sie habe dennoch viel mitgenommen. „Ich habe gelernt, dass es superwichtig ist, einen Einstieg zu finden, der den Zuschauer von der ersten Sekunde an packt und sein Interesse weckt. Zudem war es eine interessante Herausforderung, an einer Sache dran zu bleiben. Schließlich hat sich der ganze Wettbewerb ziemlich gezogen und viel Zeit eingenommen, was mir vorher gar nicht bewusst war. Es hat Spaß gemacht – vermutlich wäre es noch besser gewesen, wenn die Präsentationsakademie und die Finale live stattgefunden hätten, aber alles in allem war es eine schöne Erfahrung.“

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