Schüler sollen angesprochen werden

"Wir haben einen Nerv getroffen"

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Stellen das Programm der 3. Schultheatertage vor: Dr. Dr. Robert Wiedenmann (v.l.), Gründer des STT unterstützenden „Wiedenmann Stiftungsfonds“, Schirmherrin Heidi Netzer, die Initiatoren Thomas Baier-Regnery, Leiter des Amtes für Jugendarbeit, STT-Projektleiterin Tabea Karsch, TIK-Direktorin Nikola Stadelmann sowie Carina Streng, Leiterin des Interaktiven Kunstprojektes „Theaterspielplatz“.

Kempten – „Wir werden von Interessenten richtig überrannt“, freute sich Nikola Stadelmann, Künstlerische Direktorin des TheatersInKempten (TIK), dass bei den dritten Schultheatertage (STT) vom 10. bis 14. Juni 2013 dennoch alle Bewerber dabei sein werden.

„Wir haben offensichtlich einen Nerv getroffen“, interpretierte sie die steigende Zahl von Mitmachern. Genau sind es heuer 600 Mitwirkende, die in 21 Gruppen von Kempten über Sonthofen bis Füssen, von der Grundschule bis zum Gymnasium, an fünf Tagen für dicht gedrängten Proben-, Vorstellungs- und Kunstbetrieb im Haus sorgen werden. „Es ist ein bunter Kreis, der hier zusammenkommt und genauso bunt ist auch das Programm“, kündigte Thomas Baier-Regnery, Leiter des Amts für Jugendarbeit und STT-Mitinitiator, Kindertheater bis zum kritischen Jugendtheater an. Einen gewünschten Effekt sah Schirmherrin und Grundschullehrerin Heidi Netzer darin, dass mittlerweile selbst an nicht teilnehmenden Schulen das Interesse von Kolleginnen und Kollegen geweckt sei, „Vorstellungen mit ihren Klassen zu besuchen“. Auch dass sich Schulen inzwischen vernetzen und sich gegenseitig Hilfestellungen geben würden, mache es für die Lehrer leichter, sich zum Mitmachen zu entschließen. Nachdem sie letztes Jahr mit ihrer Grundschulklasse teilgenommen habe, wisse sie: „Da steckt viel Arbeit drin“. Und auch viel Leidenschaft. 

 Vielfältige Interpretation 

Dass das diesjährige Motto „Leben ist...“ wieder sehr unterschiedliche Auslegungen provoziert, zeigen die Ergänzungen der einzelnen Gruppen: „...vogelwild“ ist es für die Hilde-Drama-Group des Kemptener Hildegardis-Gymnasiums, die diesmal mit der Wild West-Comedy „Sweaty Saddles – Der vogelwilde Westen“ an den Start geht – natürlich wieder in englischer Sprache; „...Vielfalt“ meint die Grundschule auf dem Lindenberg, die mit dem Musical „Der Regenbogenfisch“ eine Geschichte über Freundschaft auf die Bühne bringt; „...polarisierend“ findet die Kompetenzagentur Kempten in Kooperation mit der Agentur für Arbeit ihr Stück „Gegenpole“, das laut STT-Projektleiterin Tabea Karsch vom TIK „sehr nah an der Lebenswelt dran“ sein soll. Erstmals gibt es heuer auch eine internationale Besetzung: Unter dem Motto „Leben ist...was sich lebendig erhält durch das Sich-Klammern an die Schönheit der Dinge“ (Pali Meller), werden Schüler der Wirtschaftsschule Merkur in Immenstadt mit Schülern des Széchenyi Gymnasiums aus Kemptens Partnerstadt Sopron (Ungarn) gemeinsam auf der Bühne stehen. „Papierküsse“ heißt das Stück, in dem es um Briefe eines jüdischen Vaters aus den Jahren 1942/43 geht. Wie Spielleiter Lajos Fischer auf Anfrage des Kreisboten verriet gab, werde das Stück zwar hauptsächlich in deutscher Sprache aufgeführt, aber auch ungarische Textpassagen enthalten. Spannend sei, dass wegen der großen räumlichen Distanz erst kurz vor der Aufführung in Kempten gemeinsam geprobt werden könne. 

 Neue Zeitung 

Das passt gut dazu, was die Direktorin als eine Besonderheit der STT hervorhob: „Sie bieten nicht nur eine Bühne für Gruppen, die eh schon Theater spielen, sondern es entstehen Dinge“ und viele Stücke würden hier ihre Uraufführung erleben. Für das interaktive Kunstprojekt bereiten Studierende der Fachakademie für Sozialpädagogik unter der Leitung von Carina Streng diesmal Plastiken aus Maschendraht und Pappmaché vor. Mit Stoffen sollen sie von den Besuchern weiterentwickelt werden. Die Festivalkantine wird von fleißigen Händen der Schülerfirma an der Agnes-Wyssach-Schule bestückt werden und Dank Katharina Wanninger, die am TIK ihr Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) absolviert, wird es eine „Making-Of-Zeitung“ geben. „Die Zeitung soll einfach zeigen, dass hinter den Stücken sehr viel Arbeit steckt“, so die FSJlerin. Christine Tröger

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