Erfreulicher Rückblick

Nicht nur Hildegardplatz

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Erstmals in seiner Funktion als Oberbürgermeister zu Gast bei den Stiftsstadtfreunden, konnte Vorsitzende Ilse Roßmanith-Mitterer Thomas Kiechle auch gleich als neues Mitglied begrüßen.

Kempten – Das Viertel sei „einfach klasse“ und ein richtiges „Kulturquartier“, zeigte sich Oberbürgermeister Thomas Kiechle von der Kemptener Stiftsstadt begeistert.

Und es war auch ein durchaus erfreulicher Rückblick, den Ilse Roßmanith-Mitterer, Vorsitzende der Stiftsstadtfreunde, in der Jahreshauptversammlung des Vereins präsentieren konnte.

Neben vielen gemeinsamen Aktivitäten stand unter anderem der inzwischen wieder schmucke Hildegardplatz als zentraler Ort des Viertels im Mittelpunkt. Besonders freute sich die Vorsitzende über den „Riesenandrang“ bei den beiden Führungen zur Geschichte des Platzes, die die Stiftsstadtfreunde im Rahmen der Einweihungsfeier angeboten hatten. Dagegen bedauerte sie, dass die Entscheidung beim Brunnen „leider anders gefallen ist“, als erhofft: statt einer Figur von Hildegard seien es eben spielende Kinder geworden. Positiv vermerkte sie aber, dass auf Antrag der Stiftsstadtfreunde zwei Stelen angebracht wurden. Eine zur Geschichte Hildegards und ihrem Wirken in Kempten sowie eine zu Geschichte und Verlauf des Schlangenbachs.

Der Platz und besonders die Sitzbänke am Kirchhügel „werden gut angenommen“, freute sie sich, appellierte jedoch zugleich an die Kemptener, „den Platz etwas sauberer zu halten.“ Besonders an Markttagen sei es mit der Sauberkeit des Platzes nämlich nicht so gut bestellt. „Warum muss ich meinen Senfteller am Brunnenrand abstellen?“, schüttelte sie den Kopf. OB Kiechle nahm Wünsche der Stiftsstadtfreunde nach mehr Mülleimern ebenso mit wie die Bitte Aschenbecher im Bereich der Sitzbänke anzubringen oder sich mit den doch eigentlich als Kurzzeitparkplätze angedachten Parkmöglichkeiten zu beschäftigen, die aber de facto bis zu zwei Stunden reichten. Baureferentin Monika Beltinger kündigte eine freie Durchfahrt des Hildegardplatzes und die Zufahrt zu den Parkplätzen am Kirchberg bis spätestens nach den Pfingstferien an. Dann sollen auch die Behelfs-Parkplätze am Residenzplatz „wieder rückgebaut werden.“

Auch das Dauerthema Straßensanierung bot einmal mehr ausgiebigen Gesprächsstoff. Roßmanith-Mitterer bat darum, die Anlieger der noch ausstehenden Ausbaubereiche Lorenz-/Weiherstraße/Brachgasse sowie Schleihenweiher/Lorenzstraße/Brachgasse diesmal rechtzeitig über Höhe und Fälligkeit der von ihnen zu leistenden Ausbaubeiträge zu informieren. Laut Beltinger soll am 15. Juli ein Ortstermin mit dem neuen OB stattfinden, „um mit den Anwohnern zu diskutieren.“ Der erste Bauabschnitt in der südlichen Lorenzstraße sei im Investitionsplan für 2015 bereits enthalten. Im selben Jahr soll auch Start der Sanierungsmaßnahmen sein. Diskussionsbedarf zeigte sich vor allem noch bezüglich der zu wählenden Pflasterung.

Bedenken seitens Roßmanith-Mitterer wegen der Maßnahmen auf dem Gelände der ehemaligen Biergartenwirtschaft „Zum kleinen Xaverl“ am Stiftsgartenweg 6 (der Kreisbote berichtete) konnte die Baureferentin ausräumen. Zwar habe die Friedhofsmauer keinen eigenen Denkmalstatus, aber „es ist sehr viel präzisiert worden in der Baugenehmigung“, erklärte sie, dass der Privateigentümer erhöhte Auflagen erfüllen müsse. Roßmanith-Mitterer bat darum künftig rechtzeitig informiert zu werden, wenn Maßnahmen an einem der vielen historischen Gebäude im Viertel durchgeführt würden.

Auskunft zum Stand beim nicht denkmalgeschützten Teil des ehemaligen Krankenhauses in der Memmingerstraße konnte Sozialbau-Chef Herbert Singer geben. Demnach läuft derzeit ein Architektenwettbewerb, mit über 20 Büros. Eine Entscheidung soll voraussichtlich im Juli fallen. Auch das Hospiz sei als Wettbewerb mit ausgelobt worden, wenngleich es „nicht unser originärer Auftrag ist.” Singer räumte ein, dass auch über die Option nachgedacht werde, das Hospiz an einem ganz anderen Ort neu zu bauen und das alte Gebäude anschließend abzureißen. Die frei werdende Fläche könnte dann in die Wohnbebauung mit einbezogen werden, bezeichnete er diese Variante für das Hospiz, zumindest zum jetzigen Zeitpunkt, als noch „sehr spekulativ.“ Was das denkmalgeschützte Hauptgebäude mit Waschhaus betrifft, laufen die Planungen des Investors laut Beltinger noch. Ziel sei eine Wohnbebauung.

Neubau Sparkasse

Noch ein großes Thema bewegt die Stiftsstadtfreunde: der geplante Neubau des Sparkassen-Hauptgebäudes in der Königsstraße. Einig zeigten sich die Anwesenden mit Beltinger, dass hier das historische Umfeld „äußerst sensibel“ berücksichtigt werden müsse. Die Baureferentin konnte besorgte Ver- einsmitglieder bereits jetzt insofern beruhigen, als die langen Stände, auch im Sinne der Sparkasse, zumindest außen „soweit erhalten bleiben“. Mehr Präsenz soll das Weidle-Haus erhalten und auch die Höhe des Neubaus soll nach ihren Angaben die jetzige Gebäudehöhe nicht überschreiten. Ohne Gegenstimmen verliefen die Vorstandswahlen. Die wieder zur ersten Vorsitzenden gewählte Roßmanith-Mitterer bedauerte, dass kein jüngerer Nachfolger in Sicht sei - ein Problem, das viele Vereine mit ihnen teilen würden. Schrift- führerin ist Silvia Bohlinger, Kassiererin Iris Rudolph-Sencar und Heribert Gast sowie Stefan Pfänder, der auch stellvertretender Vorsitzender ist, sitzen im Vorstand.

Christine Tröger

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