Jubiläum unter Corona

20. Kemptener Tanzherbst: Die vier Jahreszeiten toll interpretiert

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Tanz der Jahreszeiten: Zum 20. Jubiläum des Kemptener Tanzherbstes gab es eine Inszenierung zu Vivaldis „Vier Jahreszeiten“.

Kempten – Das Jubiläum zum 20. Kemptener Tanzherbst hatten sich Richard Klug und sein Team ganz anders vorgestellt.

Monatelange Vorplanungen mit einem bunten erlesenen Programm sind durch Corona durcheinander gewirbelt worden. Trotzdem freute sich der Vorsitzende des A.R.Z.T, des Allgäuer Regionalverbands für zeitgenössischen Tanz e.V., ein „Weniger-ist-mehr“-Programm präsentieren zu können. 

Am vergangenen Samstagabend begrüßte er u.a. Dr. Gerd Müller, Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, der auch den Kontakt zur afrikanischen Ntoroso Odido Dance Company Nigeria unterstützte, sowie Oberbürgermeister Thomas Kiechle, der auch eine kleine Eröffnungsrede hielt und dem A.R.Z.T e.V. zu seiner langjährigen, hervorragenden Arbeit gratulierte. „Fehlt lediglich noch Australien“, meinte Richhard Klug. „Tanzgruppen aus allen anderen Erdteilen durften wir bereits hier in Kempten genießen.“ 

Und heute zur Eröffnung eine Uraufführung am Stadttheater Kempten, das Ballett von Raimondo Rebeck mit dem NRW Juniorbalett Theater Dortmund. Dieses Ballett kann auf eine außergewöhnliche Geschichte zurückblicken. Der Dortmunder Balettintendat Xin Peng Wang hatte es 2014 ins Leben gerufen für hochbegabte Tänzerinnen und Tänzer. Die Idee, die „Vier Jahreszeiten“ von Antonio Vivaldi, die er 1725 komponierte, in einem modernen Konglomerat von Tanz, Musik, Licht- und Videodesign, von diesem außergewöhnlichen Ballett unter der Inszenierung sowie der Choreografie von Raimondo Rebeck hier zu präsentieren, erwies sich als besonderer Leckerbissen.

Eine mitreißende Feier des Lebens, bei der sich Fantasie, Kreativität und persönliche Naturerfahrung zu einem tänzerischen Kaleidoskop verweben, wurde angekündigt. Und was die Tänzerinnen und Tänzer auf die Kemptener Bühne zauberten, war beeindruckend. So war es nicht verwunderlich, dass die Veranstaltung ausgebucht war, es gibt auch nur wenige Restkarten für diese Woche. 

„Und ohne Corona dürften solche Highlights mit 500 und mehr Gästen auch bestens besucht sein“, glaubt Klug. Corona zeigte sich auch immer wieder auf der Bühne präsent, bei einigen Tanzpassagen trugen die Tänzer*innen auch Mund-Nase-Bedeckung. So wurde ein weiter Bogen von der Musik vergangener Tage zu aktuellen Themen gespannt. Wie auch die „Vier Jahrerszeiten“ angesichts der derzeitigen Klimakrise, die Klimakatastrophe, auf die unser Planet zusteuert, neue Facetten erfahren und uns die Jahreszeiten anderes erleben lässt, als vor 300 Jahren zu Zeiten Vivaldis.

Achim Crispien

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