"Manchmal gesünder als früher"

Kemptens ältester Bürger feiert 106. Geburtstag

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Oberbürgermeister Thomas Kiechle und der Jubilar Paul Aufheimer fanden viele Interessante Gesprächsthemen über anno dazumal.

Kempten – Gespannte Stille im Raum. Alle Augen sind auf Paul Aufheimer gerichtet. Der Jubilar berichtet gerade von einem skandinavischen Arzt, der ein Buch zu vollwertiger Ernährung geschrieben hat. Der Name will ihm erst nicht einfallen, doch nur kurz: „Werner Kollath heißt der Professor.“ Er hat Nahrung in wertvolle „Lebensmittel“ und weniger gesunde „Nahrungsmittel“ eingeteilt. Aufheimer habe die Ernährungslehre der Vollwertkost sehr geholfen. „Ich fühle mich jetzt manchmal gesünder als in den jüngeren Jahren, in denen ich oft erkältet war“, sagt der Mann, der heute seinen 106. Geburtstag feiert und der älteste Bürger der Stadt Kempten ist.

Noch gut erinnert sich der 1912 geborene Kemptener an die 20er Jahre. Die seien am Ende gar nicht mehr golden gewesen. Auch in Kempten gab es damals auf der Straße die Kämpfe zwischen den Nationalsozialisten und Kommunisten.

Lebhafte Erinnerungen

Und auch das Kriegsende 1945 ist ihm gut im Gedächtnis geblieben. Wegen der Bombardierung wollte niemand in der Stadt bleiben. Auch er musste sich einmal im Graben verstecken, weil alles beschossen wurde, was sich bewegt hat. Schon immer hat sich Aufheimer für Politik interessiert und war auch bei der Gründung der CSU beteiligt. Heute ist sein „Ein und Alles“ die Musik. Früh hat er sich sein eigenes Radio gebastelt, um Vionlin- und Klavierkonzerte zu hören. „Für mich selbst hat es aber nur zur Mandoline gereicht“, witzelt er.

Neben der Familie ist schon zum zweiten Mal Oberbürgermeister Thomas Kiechle ins Margaretha- und Josephinenstift gekommen. Zusammen mit Bürgermeister Josef Mayr überbringt er die Glückwünsche der Stadt. Eine große Prinzregententorte, Kaviarhäppchen, Sekt: Genau erklärt der Bürgermeister dem Jubilar, was alles auf seiner Geburtstagstafel steht. Der OB freut sich sehr, dass Aufheimer seinen Großvater kannte. Er selbst hatte ihn nämlich nicht mehr kennenlernen dürfen. Der Jubilar kannte Georg Kiechle, „der sich für die Milchwirtschaft sehr verdient gemacht hat“, aus dem Landratsamt, wo Aufheimer als Leiter des Ernährungsinstituts eingesetzt war.

Und die Ernährung spielt eine große Rolle in Paul Aufheimers Leben. Lange Jahre befolgten er und seine Frau die Regeln der Vollwertkost. Wahrscheinlich ist das auch das Geheimnis seines langen Lebens.

Sehen kann er inzwischen aber nicht mehr. An seinem heutigen Geburtstag sei er ausnahmsweise ohne Schmerzen aufgestanden. Aber er ist „zufrieden“ mit seiner Gesundheit. Damit dies weiterhin so bleibt, hat Kiechle hat ihm einen großen Geschenkkorb mit Säften und Vollkornkeksen mitgebracht. Er wünscht ihm eine gute Zeit und weiterhin das nötige Maß an Gesundheit.

Susanne Kustermann

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